Ob
Deutschland den zukunftsorientierten Gang zur Re-Industrialisierung geht oder
zu einem ehemals industrialisierten, gescheiterten Staat verkommt, wird gerade
mit dem Kampf in der Stahlindustrie entschieden.
Dieser
Kampf ist aber nicht isoliert von den Schauplätzen anderer Bereiche der
Realwirtschaft zu sehen. Immer mehr Zweige der produktiven Wirtschaft
Deutschlands werden in den Sog des untergehenden Systems der Globalisierung
mitgezogen. Die Landwirte und insbesondere die Milchbauern stehen vor der
Existenzauflösung und sollen sich laut „allgemein akzeptierter Meinung" von Kandidaten
der großen Parteien schnellstmöglich eine „neue Nische" suchen. Etliche
mittelständische Unternehmen, Familienbetriebe und Traditionsfirmen gibt es gar
nicht mehr, und viele weitere sind trotz massiver Entlassungen, Einführung der
Kurzarbeit und anderen angeratenen Sparmaßnahmen unmittelbar vom Aus bedroht.
Solange
die Grundeinstellung und Handelsweise des „freien" Marktes und der
globalisierenden Finanzkartelle nicht angegriffen wird, wird sich die Krise
immer weiter verschlimmern, und jegliche Möglichkeit, sich aus der Krise wieder
heraus zu produzieren, zerstört.
Nichts
anderes zeigt das Kartellabkommen der drei größten Eisenerzkonzerne der Welt,
die britisch-australischen Trusts Rio Tinto und BHP Billiton und
der brasilianische Vale-Konzern, das die Bildung eines Spotmarktes für
Eisenerz durchsetzte. Dieses Oligopol, das rund 70% des Marktes für Eisenerz
kontrolliert, kündigte Preisanhebungen zwischen 80 bis 130 % an und kann
dadurch mit zusätzlichen Extragewinnen von 5 Mrd. Dollar allein in diesem Jahr
rechnen.
Natürlich
lassen sich die Finanzinstitute und Banken die Gelegenheit nicht entgehen, mit
einer neuen weltweiten Spekulationswelle mit Finanzderivaten hier wieder
Milliardengewinne einzustreichen - wie es schon mit der Preisspekulation von
Erdöl, Koks und Aluminium gemacht worden ist. Laut Financial Times wird
das Volumen der Eisenerzderivate bis 2020 auf mehr als das Sechshundertfache
anwachsen, von 300 Mio. in diesem Jahr auf 200 Milliarden Dollar.
Wieviele Milliarden Gewinn sich wirklich aus diesen Wetten
machen läßt, ist ungewiß, aber die Verluste in der Stahlindustrie sowie in der
Metallbranche sind klar abzusehen, und die Folgen für die realwirtschaftliche
Entwicklung eines Landes, das immer mehr Industriekapazitäten verliert, die jedoch
für den Erhalt eines menschenwürdigen Lebensstandard notwendig sind, werden
immer katastrophaler werden. Die Kosten in der Automobil- und Stahlindustrie
sowie im Maschinenbau werden deutlich anziehen, und da mitten in der
Weltwirtschaftsdepression keine Kompensation über massiv gesteigerten Absatz
und steigende Absatzpreise erzielt werden kann, sind nach Schätzungen der
deutschen Stahlbranche ein Drittel der dort noch beschäftigten 95.000
Arbeitsplätze kurzfristig bedroht, europaweit bis zu 200.000. Schon eine
Preissteigerung um 10% für Rohstoffe wie Kokskohle und Eisenerz belasten die
Stahlunternehmen in Deutschland mit jährlichen Zusatzkosten von einer halben
Mrd. Euro.
Bisher
wurden die finanziellen Verluste des anglo-holländischen monetaristischen Systems
durch die Plünderung der Ersparnisse gedeckt, die in Renten- und
Immobilienfonds angelegt wurden. Seit Beginn der Finanzkrise wurden die
Steuerzahler für die Bankenrettungspakete mit riesigen Schulden belastet -
Schulden, die jetzt mit brutalen Sparmaßnahmen im Sozialbereich, besonders im
Gesundheitswesen, bezahlt werden. Kaum erwähnt wurde, daß die Banken neben
diesen Sparmaßnahmen und dem Gelddrucken vor allem durch die Einnahmen aus
kriminellen Aktivitäten wie dem Rauschgifthandel und Fluchtkapital, das in den
Steuerparadiesen des Britischen Empire verwaltet wird, am Leben erhalten
wurden. Hinzu kommt die direkte Plünderung der Realwirtschaft durch rein
spekulative Preissteigerungen von Erdöl, Strom, Lebensmitteln - und jetzt
Eisenerz.
Dahinter
verbirgt sich die Strategie des Britischen Empires, die Welt nach dem
Finanzkrach durch die Verfügungsgewalt über die Rohstoffe zu beherrschen. Mit
der Kontrolle über diese Ressourcen sollen China, Indien und die Dritte Welt
rückständig gehalten werden und die europäische Oligarchie, insbesondere die
alten Kolonialmächte wollen weiterhin die ganze Welt dominieren. China hat seit
Jahrhunderten unter dem Britischen Empire gelitten und versucht heute, seine
Rohstoffversorgung durch Zusammenarbeit auf allen Kontinenten zu sichern. Nun
müssen sie gute Miene zum bösen Spiel machen und die hohen Preise auf Erdöl und
Eisenerz bezahlen, was die bedeutendste Schwäche der Rohstoffversorgung Chinas
darstellt. Chinas Stahlbetriebe haben 75 Mio. Tonnen Eisenerz auf Lager und
machen jetzt, als eine kurzfristige Gegenmaßnahme, einen zwei Monate dauernden
Boykott gegen die drei Kartellkonzerne, während die Produktion in den eigenen
Minen gesteigert wird.
Der
US-Ökonom Lyndon LaRouche und die BüSo-Vorsitzende Helga Zepp-LaRouche arbeiten
seit langem dafür, eine Vier-Mächte-Allianz mit China, Rußland, Indien und den
USA zu schaffen, die einzige Allianz, die stark genug wäre, die Herrschaft der
Rohstoffkartelle des Britischen Empire zu beseitigen, um den Weg zu einer
neuen, gerechten Weltwirtschaftsordnung zu ebnen. Ein wichtiger Bestandteil
dieses LaRouche-Plans ist das Recht aller Länder auf eine gesicherte
Rohstoffversorgung.
Bisher
haben sich die deutsche Regierung sowie alle politischen Vertreter der
„etablierten" Parteien auf Bundes-, Landtags- und Kommunalebene nicht nur
geweigert, die realwirtschaftlichen Hauptschlagadern Deutschlands sowie
Einrichtungen des Gemeinwohls vor der gnadenlosen Plünderung zu schützen, sie
folgen auch immer noch den Anweisungen der Globalisierern und Spekulanten, die
sich nun bei allen Bereichen, von Nahrungsmitteln bis hin zu
Industriekapazitäten, mit weiteren Milliarden aus den Rettungspaketen „frei"
bedienen dürfen.
Der
Gesamtbetriebsrat der ThyssenKrupp Steel Europe AG hat sich mit dem „Duisburger
Appell" an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und den Präsidenten der
Europäischen Kommission José Manuel Barroso gewendet und sie aufgefordert, sich
für die Erhaltung der industriellen Arbeitsplätze einzusetzen. Sie fordern:
- Stopp der Rohstoffspekulationen,
- Faire Wettbewerbsregeln und konsequentes Vorgehen gegen Rohstoffkartelle,
- Zukunftssicherung des Industriestandorts Europa und Erhalt unserer
Arbeitsplätze.
Alle,
die die Stahl- und Metallindustrie gegen die Räuber des Britischen Empire
verteidigen wollen, sollten den „Duisburger Appell"
([url:"http://www.duisburger-appell.org]http://www.duisburger-appell.org) unterzeichnen, aber sich auch dafür
einsetzen, daß sich die Regierungen, Politiker, Gewerkschaftler und
Industriellen für den LaRouche-Plan und eine aktive Wirtschaftspolitik mit so
wirksamen Maßnahmen einsetzen, daß die Rohstoffkartelle des Britischen Empire
vernichtet werden können.
Die
Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen kann hier ein entscheidendes Signal setzen,
daß man nämlich die Zerschlagung eines Zweiges der Realwirtschaft nach dem
anderem nicht mehr länger hinnimmt. Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität
ist die einzige Partei, die seit langem gegen die Praxis der Finanzoligarchie
mobilisiert und ein Programm zur langfristigen Sicherung und zum Ausbau der
Stahlerzeugung als zentralen Aspekt der Re-Industrialisierung Deutschlands
fordert. Sehen Sie sich dazu den Wahlkampffilm „Von Duisburg zum Mars"
(www.bueso.de/nrw) an.
Die
derzeitige heimische Stahlproduktion ist viel zu niedrig, um sowohl dem
Ausbaubedarf der deutschen Infrastruktur wie auch dem Bedarf auf den
Exportmärkten für den Maschinen- und Anlagenbau gerecht zu werden. Die Kosten
von Roherz wie auch der übrigen wichtigen Rohstoffe für die Industrie sind auf
einem kalkulierbaren, fairen Niveau zu halten, das die Endpreise der
Industrieprodukte erschwinglich hält und gleichzeitig eine gerechte und
menschenwürdige Entlohnung der Arbeiter in den Rohstoffabbaugebieten der Welt
ermöglicht. Für Spekulanten ist hier kein Platz, die Preise müssen direkt
zwischen Produzenten und Konsumenten im Rahmen von entwicklungsfreundlichen
Langzeitabkommen zwischen den Regierungen auf beiden Seiten ausgehandelt
werden! Die Kartellbehörden müssen gegen diese Absprache unter den
Roherzoligopolen einschreiten, notfalls müssen diese Oligopole als wirtschafts-
und beschäftigungsschädigend zerschlagen werden.
Zuallererst
muß jedoch ein Trennbankensystem eingeführt werden, indem die Geschäftsbanken
von den spekulativen Investmentbanken isoliert und mit staatlichen Krediten von
50 Mrd. Euro versorgt werden, damit die Landwirtschaft, der Handel und die
Industrie durch Crash-Programme für den Ausbau der Infrastruktur wieder
funktionieren können.
Die
Erhaltung Deutschlands als Industrienation ist nicht nur eine Überlebensfrage
aller realwirtschaftlichen Kapazitäten, die den heutigen Lebensstandard
aufgebaut und gesichert haben, sondern auch eine moralische Frage gegenüber den
Menschen aller Länder, die aus Mangel an erforderlichen Maschinenbaukapazitäten
und fehlendem Know-how in diesen Bereichen, in menschenunwürdigen Umständen
leben müssen. Deutschland muß wieder das Land der großen Visionäre, Entwickler
und Erfinder werden, und diesen Weg schlägt es in dem Moment ein, in dem
immer mehr Bürger, inspiriert von großen Ideen, ihren Lebenssinn in die
Zukunft der nächsten Generationen legen. Verbreiten Sie dieses Flugblatt und
gehen Sie am 9.Mai BüSo wählen!
AKTUELLES ZUM THEMA
Artikel von Zepp-LaRouche
VIDEOS ZUM THEMA
Min
Min
Min
Min
EMPFEHLUNGEN
Artikel von Zepp-LaRouche
Min
Min
