Angesichts der Entsendung von 100.000 türkischen Soldaten an die irakische Grenze, wegen der wiederholten terroristischen Übergriffe in die Türkei und der Tötung türkischer Soldaten durch Kurden, die von der amerikanischen Besatzung des Irak und der kurdischen Regionalregierung im Nordirak geschützt werden, warnte Lyndon LaRouche, ein Krieg könne „unaufhaltbar" werden. Die Drohung, das „Kurdistan" des Sykes-Picot-Abkommens in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zu schaffen, sei ein „Kriegsthema. Es ist diesmal völlig britisch - die Franzosen sind nicht daran beteiligt. Aber Cheney ist es."

Natürlicherweise würden Syrien, die Türkei und der Iran gemeinsam versuchen, dieses separatistische Terrorspiel zu stoppen, da es keine wirklich neue Sache ist. Dies sei die grundlegende langfristige Politik, die der Gründer der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, mit Syrien ausgehandelt hatte. Rußland unterstütze dies gegen die britischen Imperialisten, und das habe den Briten noch nie gefallen - damals nicht und heute auch nicht.
Diese Warnung wird durch einen Bericht des früheren russischen Premierministers und führenden Südwestasien-Experten Jewgenij Primakow bestätigt, der warnte, die Kampagne für die Schaffung eines unabhängigen Staates „Kurdistan", dessen Kern die Kurdenregion im Südosten der Türkei bilden soll, habe einen neuen Impuls erhalten. Primakow, der auch ein Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist, berichtete am 25.10. in einem Kommentar für die Moskow News, daß die Türken nach Angaben der türkischen Tageszeitung Yeni Safak bereits grenzüberschreitende Aktionen gegen die Kurden durchgeführt haben, unter Einsatz von Hubschraubern, F-16-Kampfjets und Artillerie.
Primakow verweist in seiner Analyse auf die Möglichkeit, daß die Kurden sich vom Irak abspalten könnten, um einen Staat zu bilden, dem dann Teile der Türkei, Syriens und des Iran angeschlossen werden sollen. „Die territoriale Integrität des Irak steht jetzt auf dem Spiel, nicht irgendwann in der Zukunft. Die Mehrheit seiner Bevölkerung und alle Nachbarstaaten befürworten einen einzigen, einheitlichen Staat. Es ist wohlbekannt, daß die irakischen Kurden seit Jahrzehnten für nationale Selbstbestimmung kämpfen. Aber vor der amerikanischen Intervention herrschte die Formel vor, die kurdische Autonomie als Teil des Irak zu stärken. Nun ändert sich die Lage zugunsten eines unabhängigen kurdischen Staates, der nicht nur die irakischen Kurden, sondern auch die Kurden der Türkei, des Iran und Syriens umfassen soll. Nach unterschiedlichen Schätzungen gibt es in diesen vier Ländern zwischen 20 und 30 Millionen Kurden. Sollte man daher, angesichts der Bedeutung der Bewahrung der territorialen Integrität des Irak die Hoffnung von Millionen Kurden auf die Schaffung eines eigenen Staates unterstützen?" Primakow beantwortet diese Frage nicht direkt, sondern er schreibt, er sei „perplex" über diese Entwicklung.
USA unterstützen kurdische Terroristen
Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki griff unterdessen die wohldokumentierten Vorwürfe türkischer Vertreter auf, wonach die USA kurdische Guerillas unterstützen, die die Türkei und den Iran angreifen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Außenminister Ali Babacan nannte Mottaki drei Gruppen, die von den USA unterstützt würden: die Kurdische Arbeiterpartei (PKK), die Partei für freies Leben in Kurdistan (PEJAK, ein Ableger der PKK im Iran) und die Volksmudschaheddin (MEK), eine iranische Exilgruppe, die sowohl von den USA zwar offiziell als Terrorgruppe eingestuft, aber heimlich unterstützt wird. „Wir hoffen, daß die US-Regierung korrigierende Maßnahmen gegen die heimliche und verdeckte Unterstützung für terroristische Aktivitäten ergreifen wird", sagte Mottaki.
Am 20. Juli hatte der damalige türkische Außenminister und heutige Staatspräsident Abdullah Gül nach der Festnahme einiger PKK-Terroristen im türkischen Fernsehen erklärt, man habe bei ihnen Waffen gefunden, die in den Vereinigten Staaten hergestellt wurden. „Amerikanische Vertreter sagten uns, dies seien Waffen, die sie an die irakische Armee übergeben hätten. 1260 Waffen, die der PKK abgenommen wurden, stammen aus Amerika. Wir haben das den USA dokumentiert."
Diese Vorwürfe sind alles andere als haltlos. Im August berichteten die New York Times und andere Medien, Beamte des Pentagon hätten bestätigt, daß Waffen, die die Vereinigten Staaten in den Jahren 2004 und 2005 zu Ausbildungszwecken an die Polizei und das Militär des Irak geliefert hätten, in die Hände der militanten Kurden in der Türkei gelangt seien.
Zur gleichen Zeit wurde bekannt, daß das US-Justizministerium wegen des Schmuggels von Waffen an die PKK gegen die private Söldnerfirma Blackwater USA ermittelt. Der Abg. Henry Waxman, der Vorsitzende des Ausschusses für Aufsicht und Regierungsreform im Repräsentantenhaus, informierte des Generalinspekteur des Außenministeriums, Howard Krongard, daß der Ausschuß wegen Eingriffen in die laufenden Ermittlungen gegen private Auftragsnehmer im Irak und in Afghanistan ermittelt, u.a. eine Untersuchung, „ob eine große Sicherheitsfirma, die für das Außenministerium arbeitet, illegal Waffen in den Irak geschmuggelt hat." Inzwischen wurde bestätigt, daß es sich bei diesem Unternehmen um Blackwater handelt.
Es ist offensichtlich, daß es sich hier nicht nur um ein paar betrügerische Auftragsnehmer oder Soldaten handelt, die Waffen geschmuggelt haben, sondern um eine systematische und seit vielen Jahren verfolgte Politik der verdeckten Bewaffnung und Ausbildung terroristischer Organisationen im Nordirak durch die USA (sowie die Briten und Israelis), um sie insbesondere gegen den Iran einzusetzen.
Schon im April hatte EIR berichtet, daß die türkische Regierung gegen die Entscheidung der britischen Regierung protestierte, der PKK weiterhin die Ausstrahlung von Radio- und Fernsehsendern aus London in die Osttürkei zu gestatten, in denen die PKK Anweisungen und militärische Informationen übermittelte.
Seymour Hersh schrieb unter der Überschrift „Der nächste Akt" im November 2006 im Magazin New Yorker: „In den letzten sechs Monaten haben Israel und die Vereinigten Staaten auch zusammengearbeitet, um eine kurdische Widerstandsgruppe zu unterstützten, die als Partei für freies Leben in Kurdistan bekannt ist. Diese Gruppe unternahm heimliche grenzüberschreitende Vorstöße in den Iran." Auch gibt noch eine Reihe weiterer Berichte, wonach sowohl amerikanische Soldaten als auch private Auftragsnehmer in den Stützpunkten der PKK in den Qandil-Bergen an der irakisch-iranischen Grenze gesehen wurden.
Wie Lyndon LaRouche immer wieder gewarnt hat, muß man begreifen, daß hinter der Eskalation der Krise das Bestreben britischer Kreise steht, die USA im Treibsand der Südwestasienkrise untergehen zu lassen. Indem sie die kurdischen Separatisten im Irak unterstützen, leisten Cheney & Co. der Selbstzerstörung der USA vorschub - und einem Krieg in der Region, der bald die ganze Welt erfassen könnte.


