China baut zweite Bahnstrecke nach Tibet
7. Juli 2017 • 14:47 Uhr

China hat mit dem Bau der zweiten Eisenbahnstrecke in die Autonome Region Tibet begonnen. Die Qinghai-Tibet-Bahn ist bereits in Betrieb, die zweite wird Chengdu in der Provinz Sichuan mit Tibets Hauptstadt Lhasa verbinden. Die Strecke ist auf Geschwindigkeiten zwischen 160 und 200 km/h ausgelegt. Die Fahrt über die gesamte Strecke soll 13 Stunden dauern. Wie Xinhua berichtet, wird die neue Bahn durch den Südosten des Hochlands in der Provinz Qinghai und in Tibet, eine der geologisch aktivsten Regionen der Welt, verlaufen.

Um Katastrophen in den Bergen vorzubeugen, wurde ein Expertenteam zur wissenschaftlich-technischen Unterstützung eingerichtet. Dessen Leiter You Yong, Chefingenieur des Instituts für Berggefahren und Umwelt der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, erklärte: „Beim Bau und Betrieb der Sichuan-Tibet-Bahn müssen die größten Risiken der Welt gemeistert werden.“ Das Projekt habe vier wesentliche Umweltaspekte: bedeutende Höhenunterschiede, starke tektonische Plattenaktivität, häufige Bergkatastrophen und ein empfindliches ökologisches Umfeld.

Der Bau der rund 1700 km langen Strecke wird umgerechnet rund 36 Mrd.$ kosten. An den beiden Enden hat der Bau bereits begonnen. Der Abschnitt von Chengdu nach Ya’an soll im Juni 2018 eröffnet werden. Die Teilstrecke zwischen Lhasa und Nyingchi ist im Bau, und die Machbarkeitsstudie für den Abschnitt zwischen Ya’an und Kangding wurde bereits erstellt. Die Teilstrecke von Kanding nach Nyingchi, die schwierigste und längste, ist derzeit noch in Planung. Das zuständige Unternehmen, China Railway Eryuan Engineering Group, geht davon aus, daß ihr Bau 2019 beginnt und etwa sieben Jahre dauern wird.