China: Kreditpolitik statt Geldpumperei
16. Oktober 2017 • 19:57 Uhr

Während die Hysterie über einen drohenden Kollaps des Finanzsystems aufgrund der Geldpumperei der Zentralbanken steigt, verfallen einige auf den alten Trick, jemand völlig anderen für das Problem verantwortlich zu machen, um von sich selbst abzulenken. . So werden nun im IWF-Bericht vom August Unternehmensschulden in China als Auslöser für einen Kollaps bezeichnet. Der IWF behauptet, das Verhältnis der Schulden chinesischer Unternehmen außerhalb der Finanzbranche zum BIP werde von 235% im letzten Jahr bis 2022 auf 290% hochschnellen.

Zwei chinesische Experten, Li Shigang und Cao Yujin von der Chinesischen Akademie für Makroökonomische Forschung, widerlegen in einem Beitrag für die Global Times vom 11.10. den IWF. Zunächst weisen sie darauf hin, daß Chinas Schulden tatsächlich sinken, um dann fortzufahren:

„Anders als andere Länder hält China viele hochwertige Vermögenswerte in Bereichen wie Infrastruktur, und es hat stabile Einnahmen, die als Puffer gegen seine Schuldenlast dienen können. Sowohl staatliche Unternehmen als auch lokale Verwaltungen haben Vermögenswerte, die entweder profitabel sind oder sich direkt zu Geld machen lassen. Nach Angaben der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften waren die staatlichen Nettovermögenswerte 2015 mehr als 100 Bio. Yuan (15,18 Bio.$) wert, und die Nettovermögenswerte von Regierungsstellen wurden auf mehr als 20 Bio. Yuan geschätzt. Dies zeigt, daß der chinesische Staat genügend Vermögenswerte hat, um mit seiner hohen Schuldenlast fertig zu werden.“ Die beiden Autoren warnen anschließend vor dem Risiko durch die weltweite Verschuldung wegen des Liquiditätspumpens der westlichen Länder. Sie nennen Zahlen des Institute of International Finance, wonach „die globale Verschuldung Ende 2016 mit 217 Bio.$ oder 327% des BIP einen neuen Rekord erreichte“.

Auch wenn sich die Warnungen im Westen häufen, wie z.B. der Wirtschaftsjournalist Charles Hugh Smith, der in seinem Blog www.oftwominds.com vor dem Wahnsinn warnte , der auf den Finanzmärkten herrscht ("Das Endspiel der Finanzialisierung: getarnte Nationalisierung“), reicht dies längst nicht. Lyndon LaRouche hatte bereits 1995 in seiner berühmten "Dreifach-Kollapsfunktion" vor dem Prozess der Desintegration gewarnt, der im Gange ist. Seine Vier Gesetze zur Reorganisation der Weltwirtschaft sind das Gebot der Stunde (Glass-Steagall Bankentrennung, Streichen der Derivatverflechtungen; Kreditschöpfung durch eine Nationalbank für produktive Infrastruktur- und andere wichtige Projekte; Fokussierung auf Fusionsforschung und Raumfahrt, um die allgemeine Produktivität der Volkswirtschaften masiv zu steigern - im Rahmen der Zusammenarbeit mit Chinas Neuer Seidenstraße.)