Chinas Politik der Neuen Seidenstraße wird zur Lösung für die Flüchtlingskrise!
24. Januar 2016

Während sich auf der offiziellen Seite des diesjährigen Weltwirtschaftsforums in Davos die übliche Unterhaltung des gutbetuchten Establishments einer eklektischen Abfolge von Themen abspielte und hinter den Kulissen mehr die Panik über den eskalierenden Finanzkrach des transatlantischen Sektors die privaten Gespräche beherrschte, tat der chinesische Präsident Xi Jinping etwas sehr viel wichtigeres: Er schuf mit einer spektakulären Reise nach Saudi-Arabien, Ägypten und den Iran die Grundlage für die Integration Südwestasiens in die Neue Seidenstraße und damit die Voraussetzung für die Beendigung des Konflikts zwischen Schiiten und Sunniten in der Region. Mit der von China angebotenen Wiederaufbau- und Entwicklungsperspektive zeichnet sich plötzlich auch konkret die Chance ab, die Flüchtlingskrise zu überwinden, indem deren zerstörte Heimatländer wieder aufgebaut werden können.

Aber dann gab es in Davos doch noch eine Überraschung: In dem Panel „Die Zukunft Europas“ sprach sich Bundesfinanzminister Schäuble plötzlich für einen Marshall-Plan für den Nahen und Mittleren Osten sowie Afrika aus. In einer Umkehrung von George W. Bushs Begriff forderte Schäuble eine „Koalition der Willigen“, d.h. von Ländern, die bereit sind, Milliarden in die Regionen zu investieren, aus denen die Flüchtlinge kommen. Und in einer weiteren Umkehrung stimmte Schäuble nunmehr mit dem auf demselben Podium sitzenden griechischen Premierminister Tsipras überein, daß es eine Schande sei, Europa in eine Festung verwandeln zu wollen, statt dessen müsse der Druck auf die Außengrenzen der EU durch eine solche Entwicklungsperspektive reduziert werden.