Chinas vierte Mondmission gestartet
25. Oktober 2014 • 09:46 Uhr

Am frühen Morgen des 24. Oktober startete China von seinem Weltraumbahnhof Xichang seine vierte Mondmission. Ursprünglich sollte dabei die letzte Lande-/Rover-Mission (Chang’e-3) wiederholt werden, aber weil Chang’e-3 so erfolgreich war, wird darauf verzichtet. Deshalb heißt diese Mission nun nicht Chang’e-4, sondern Chang’e-5T (T für Test), und sie soll die Fähigkeit testen, mit einem Modul vom Mond zurückzukehren und bei hoher Geschwindigkeit und Temperatur durch die Erdatmosphäre auf die Erdoberfläche herabzusinken und sicher zu landen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für das Vorhaben, eine Probe vom Mondgestein zur Erde zu bringen, was die Aufgabe der nächsten Mission Chang’e-5 sein wird. Die Testsonde Chang’e-5T wird den Mond umrunden und dann nach acht Tagen zur Erde zurückkehren.

Um das Rückkehrmodul aus hoher Geschwindigkeit sicher durch die Erdatmosphäre zu bringen, wollen die chinesischen Ingeniere eine Art „Hüpftechnik“ benutzen, bei der das Modul am Rand der Atmosphäre entlang fliegt und wiederholt in sie eintaucht (ähnlich einem flachen Stein, der über einen Teich springt). Der Luftwiderstand der Atmosphäre bremst dabei das Fahrzeug ab, bevor es zur Landung absteigt. Die NASA verwendet eine ähnliche Technik.

Das Rückkehrmodul von Chang’e-5T trägt verschiedene organische Proben - Saatgut und Pflanzen - in den Weltraum. Es wird auch die erste chinesische Mission mit einer ausländischen Nutzlast sein. Das Luxemburger Unternehmen LUC Space führt ein Radioexperiment namens 4M durch, das an Bord der 3. Stufe der Startrakete zum Mond gebracht wird. Der etwa 15 kg schwere Radiosender wird von der Mondumlaufbahn aus Signale für Amateurfunker aus aller Welt senden. Außerdem wird mit einem winzigen Instrument die Strahlungsdosis während der Reise um den Mond erfaßt.

Allerlei westliche politische Beobachter, die sich für schlau halten, lieferten vor dem Start alberne Kommentare ab. So schrieb James Lewis von der Washingtoner Denkfabrik CSIS in einem britischen Internetblog, Chinas Mondprogramm werde dem Land „kaum wirtschaftlichen oder militärischen Nutzen“ bringen. Dagegen sieht Prof. Joan Johnson-Freese von der Hochschule der US-Marine in der neuen Robotermission einen Schritt auf dem Weg zu einer möglichen bemannten Mondmission Chinas: „Ihre Bedeutung liegt nicht nur in der Demonstration technologischer Fähigkeiten, sondern auch in dem dauerhaften politischen Willen, seine Ziele im Weltraum über lange Zeiträume hinweg zu erreichen. Das ist etwas, was China hat und was den USA derzeit fehlt.“

Lyndon LaRouche hatte Anfang August betont, der chinesische Plan, Helium-3 vom Mond für die Kernfusion auf der Erde abzubauen, setze heute den Maßstab für die Wissenschaft weltweit. LaRouche sagte: „Schaut euch an, was China auf dem Mond tut - das ist unser Maßstab. Chinas Programm ist das Programm, das die Zukunft der Menschheit prägen wird. Denn das, was China tut, wird eine Herausforderung für den ganzen Planeten sein... China hat den Maßstab für die Menschheit gesetzt! Diesem Maßstab müssen wir nun gerecht werden.“