"Das unmoralische Paradigma beenden": Grußwort aus Spanien
4. Dezember 2013 • 13:09 Uhr

Grußwort von José Carlos Soto (spanische LaRouche-Bewegung)

Das unmoralische Paradigma beenden

Im Namen unserer kürzlich gegründeten und mittlerweile gefestigten „Spanischen LaRouche-Bewegung“ möchte ich alle Spanier begrüßen, die hier beim BüSo-Parteitag sind, und alle unsere Freunde dieser Bewegung hier in Deutschland und aus den europäischen Ländern wie Frankreich, Italien, Griechenland sowie den USA.

Gegenwärtig entwickelt sich die Situation in Spanien verheerend. Genauso ist es augenblicklich in vielen anderen Ländern, die sich in der Europäischen Union und im IWF-Finanzsystem befinden. Spanien hat eine offizielle Arbeitslosigkeit von 26%, aber sicherlich ist die tatsächliche Arbeitslosigkeit viel höher. Das liegt an der Unproduktivität der jetzigen ökonomischen Ausrichtung des Landes. Es gibt eine übermäßige Abhängigkeit von Sektoren wie dem Finanzsektor, Tourismus, der Schattenwirtschaft usw. Die Politik im Lande wird weiterhin durch eine politische Klasse bestimmt, deren Loyalität den „heiligen Kräften des Marktes“ gilt und die die notwendigen Bedingungen vernachlässigt, unter denen die Bürger Spaniens angemessen und mit der für das menschliche Leben erforderlichen Würde leben können. Wir befinden uns in der Lage, daß eine ganze Generation von Spaniern entweder immer schlimmere Arbeitsbedingungen akzeptiert oder beginnt, das Land massenhaft zu verlassen, um Arbeit und Lebensunterhalt im Ausland zu finden. Das sind die Auswirkungen der Politik der Eurozone und der sog. „ökonomischen Globalisierung“.

Vor einigen Monaten bezeichnete die damalige Präsidentin der Großgemeinde Madrid, Esperanza Aguirre, es als „Grund zum Optimismus“, daß „zum ersten Mal“ in der Geschichte Spaniens viele hochqualifizierte spanische Jugendliche das Land verlassen, um im Ausland Arbeit zu finden. Sie sagte: „Ich bin mir sicher, daß die zunehmende Anzahl von jungen Spaniern mit qualifizierten Arbeitsstellen im Ausland eine sehr positive Auswirkung auf unsere Wirtschaft haben wird und auf die Art und Weise, wie die Spanier zukünftige Herausforderungen angehen werden.“

Wir können hingegen versichern, daß dies nicht die Meinung der Mehrheit der Spanier ist. Es ist nicht die Meinung der jungen Menschen, die in diesem Augenblick das Land verlassen.

Und es ist sicher auch nicht die Meinung der spanischen Forscherin Amaya Moro Martín. Sie hat nämlich in einem offenen Brief, der auch in der Tageszeitung El Pais veröffentlicht wurde, den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy scharf angegriffen, weil die Forschungskapazitäten des Landes zerstört werden. Sie bezog sich dabei auf die Kürzungen der öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung, aber auch auf die Tatsache, daß viele junge Wissenschaftler im eigenen Land feststellen müssen, daß sie in ihrem Land nichts wert sind.

Auf der anderen Seite gibt es ständig massive Straßenproteste gegen die großen Probleme wie den Immobilienbetrug, die daraus folgenden Zwangsräumungen von Häusern und Wohnungen sowie den Skandal um den Fall der Bankia-Vorzugsaktien. Dazu kommen noch rücksichtslose Kürzungen bei den Ausgaben für Bildung, Gesundheit, Löhne, verbunden mit einer unaufhaltsamen Geldinflation, die mit der Einführung der Euro-Währung einherging. All das scheint die politische Klasse nicht zu bewegen, sie ist von Korruptionsskandalen erschüttert und entfernt sich immer weiter von den tatsächlichen Bedürfnissen und Nöten der allgemeinen Bevölkerung.

Vor dem Hintergrund dieses Durcheinanders übernimmt nun die spanische LaRouche-Bewegung, mit Hilfe von Dennis und Gretchen Small in den USA, die dringend nötige Verantwortung dafür, die wichtigen Ideen bekanntzumachen, mit denen wir dieses unmoralische Paradigma beenden können. Eine wachsende Zahl von Personen unterschiedlichster Bereiche und sozialer Gruppen haben sich dem Ziel verschrieben, den Wandel des Landes einzuleiten und das unmoralische Paradigma des Nullwachstums, der Armut und der zunehmenden Zerstörung von Bürgerrechten und -freiheiten zu beenden.

Wir glauben daran, daß wir ein neues Paradigma schaffen können, in dessen Mittelpunkt steht, die wissenschaftlichen und produktiven Kräfte des Landes zu mobilisieren. Besonders müssen wir, zusammen mit anderen Ländern, in Hochtechnologieprojekte investieren. Das heißt, keinen Augenblick länger den Anhängern des grünen „Ökofaschismus“ zu erlauben, Diskussionen und Pläne für den dringenden Ausbau der Kernenergie im Lande zu verhindern.

Auch die verfassungsmässig garantierten Rechte auf Bildung, Gesundheitsversorgung, auf Wohnung und das Recht auf Leben selbst sind unveräußerlich und dürfen nicht dem wahnwitzigen Finanzdiktat einer EU-Regierungskaste zum Opfer gebracht werden. Diese Leute haben offenbar jegliche Verbindung zu einer Realität verloren, die jenseits ihrer eigenen, kleinen Interessen liegt. Wir können nicht auch nur für eine Sekunde länger zulassen, daß Menschen, die unfähig sind, irgendetwas Kohärentes für die Zukunft zustandezubringen, die so vom Leiden des Volkes abgekapselt sind und die so fanatisch dem Diktat der spekulativen Finanzmärkte anhängen, weiterhin die Macht haben, über das Leben und die Zukunft von Millionen Menschen zu bestimmen.

Seitens unserer spanischen LaRouche-Bewegung möchten wir gerne unsere Solidarität nicht nur mit unseren Freunden und Nachbarn in unserem eigenen Land zum Ausdruck bringen, sondern auch mit den Menschen in anderen Ländern wie Portugal, Griechenland oder Italien, die sich in derselben Lage befinden, und mit Menschen überall auf der Erde, wo die Menschenrechte angegriffen werden.

Schließlich erklären wir entschieden unsere Absicht, mit allen Menschen guten Willens in allen Nationen für eine bessere Gegenwart und Zukunft zusammenzuarbeiten. Wir sind zuversichtlich, daß das gelingt. Es hängt von uns allen ab - davon, was wir heute tun.