Früherer ukrainischer Ministerpräsident enthüllt ausländisches Eingreifen beim Massaker auf dem Maidan
2. März 2017 • 10:51 Uhr

Der frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch und der frühere Ministerpräsident Mykola Asarow haben neue, aufsehenerregende Einzelheiten über die Hintergründe der Massenmorde durch Scharfschützen während des Maidan-Putsches Ende Februar 2014 enthüllt und fordern die Einrichtung einer Wahrheitskommission.

Am 21. Februar machte der frühere Ministerpräsident Mykola Asarov auf seiner Facebookseite explosive neue Enthüllungen über die Identität der Scharfschützen, die die Gewalt auf dem Maidan anheizten, indem sie auf Polizisten und Demonstranten schossen und mindestens 50 Menschen töteten. Asarow schreibt: „Heute haben wir, und auch Ermittler in Kiew, zuverlässige Informationen über die Tatsache, daß die Morde auf dem Maidan von speziellen Gruppen von Scharfschützen aus Georgien, den baltischen Ländern und Polen unter der Anleitung von Ausbildern aus Frankreich und Deutschland ausgeführt wurden.“ Die Gruppen „erhielten Feuerschutz und Ablenkungsmanöver von Schützen der ,Maidan-Selbstverteidigungsgruppe’ unter der Leitung von [Andrij] Parubij und [Sergej] Paschinski“ - ersterer heute Sprecher des ukrainischen Parlaments und letzter heute Abgeordneter und zuvor Übergangschef der Präsidialverwaltung. Insgesamt starben mehr als 130 Menschen, darunter 18 Polizeibeamte.

Asarow erklärt weiter: „Die georgische Gruppe, bestehend aus zehn Personen, war auf dem Gebäude des Konservatoriums [mit Sicht über den Maidanplatz] platziert. Die Identitäten von drei von ihnen wurden durch Fotografien, die Mitglieder der Ukrainischen Sicherheitskräfte aufnahmen, bestätigt, und es wurde festgestellt, daß sie georgische Staatsbürger sind. Am 20. Februar [2014] teilte sich diese Gruppe in zwei auf. Eine davon feuerte vom Konservatoriumsgebäude, die andere vom Gebäude des Hotel Ukraine.“ Zudem gehe man davon aus, daß eine dritte Gruppe von Schützen anwesend war. Diese Gruppe soll von einem dritten Gebäude mit Blick über den Platz innerhalb von 30 Minuten 50 Menschen getötet haben und sei danach sofort von dem Gelände fortgebracht worden.

Asarow betont, die Putschisten, Parubij, Paschinski, der Sekretär des Nationalen Verteidigungsrats Olexander Turtschinow, Innenminister Arsen Awakow und der frühere Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk, die alle nach dem Putsch ernannt wurden, „haben alles getan, um Beweise und Zeugenaussagen zu vernichten. Es gab einen Versuch, Janukowitsch und der Bereitschaftspolizei Berkut die Schuld an dem Massaker in die Schuhe zu schieben.“

Asarows Facebook-Eintrag enthält zahlreiche Links zu Augenzeugenberichten vom Maidan und Videos und Fotos, die die Gewalt auf dem Maidan im Februar 2014 dokumentieren. Er schreibt, es gebe ausreichend Beweise, um die Beteiligung von Turtschynow, Parubij, Paschinski und anderen an der Organisation des Massenmords vor drei Jahren „mit absoluter Objektivität“ nachzuweisen.

Eine Videoaufnahme zeigt, wie bei einer Polizeikontrolle an einer Straße im Kiewer Stadtzentrum im Februar 2014 im Kofferraum von Paschinskis Wagen ein Scharfschützengewehr gefunden wurde; er hat kürzlich behauptet, er habe dieses Gewehr zur Selbstverteidigung mitgeführt.

Aufruf an Trump, Merkel und den Europarat

Nicht zum erstenmal werden damit Hinweise darauf bekannt, daß die Mörder in Kiew bezahlte Killer waren. Schon bald nach den Morden gelangte ein Telefongespräch des estnischen Außenministers Urmas Paet mit der außenpolitischen EU-Vertreterin Katherine Ashton an die Öffentlichkeit, in dem Paet zu Ashton sagt, die Scharfschützen hätten sowohl Polizisten als auch Demonstranten getötet, und hinter ihnen habe „jemand aus der neuen Regierungskoalition“ gestanden.

Am Tag nach Asarows Enthüllungen rief Ex-Präsident Janukowitsch den Europarat auf, eine unabhängige Untersuchungskommission über den Putsch und die Morde in der Ukraine vom 18.-22. Februar 2014 einzurichten. Seinen offenen Brief richtete er an Kanzlerin Merkel und den früheren Außenminister und jetzigen Bundespräsident Steinmeier in Deutschland, an den französischen und den polnischen Präsidenten sowie die Führungen des Europarats, der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE) und des Europäischen Parlaments.

In einem separaten Brief an US-Präsident Trump fordert Janukowitsch zusätzlich zu der unabhängigen Untersuchung der Maidan-Verbrechen eine Untersuchung „der Rolle, die US-Beamte darin spielten“, indem sie die Opposition förderten. Er nennt namentlich die damalige Außenstaatssekretärin Victoria Nuland, Senator John McCain und den damaligen US-Botschafter in Kiew, Geoffrey Pyatt. Er bittet Trump auch, dabei zu helfen, das gegenwärtige Blutvergießen in der Ukraine zu beenden. Die Kiewer Regierung habe mit einer neuen Offensive im Donbaß in Verletzung des Minsk-II-Abkommens den Konflikt wieder angeheizt.

Vor russischen und ukrainischen Reportern sagte Janukowitsch in Moskau über den Vorschlag der Wahrheitskommission: „Es gibt viele Zeugen, die nicht vor den jetzigen Behörden aussagen wollen, die keine Informationen liefern wollen, weil in den vergangenen drei Jahren alle Beweise vernichtet wurden, die vernichtet werden konnten. Es gibt Menschen, die bereit sind, auszusagen, aber nur vor einer internationalen Kommission, die eingerichtet werden sollte, um das Abkommen vom 21. Februar [2014] zu erfüllen, und der insbesondere auch Vertreter der Opposition und internationale Experten angehören sollten.“

Janukowitsch erklärte, der derzeitige ukrainische Generalstaatsanwalt Juri Luzenko habe selbst die illegalen Aktivitäten und Morde organisiert, die auf dem Maidan verübt wurden, und die Aktivisten seien bewaffnet und dazu bereit gewesen, diese Waffen auch einzusetzen. „Wir sprechen hier von der Ermordung unschuldiger Menschen, die von Gebäuden aus erschossen wurden, die von den Maidan-Aktivisten besetzt waren“, sagte Janukowitsch. „Kein einziges Mitglied des Rechten Sektors wurde getötet; sie schossen auf einfache Menschen, die lediglich zum Maidan gekommen waren. Diese Leute befanden sich in einem Bereich, auf den man von den Gebäuden, in denen sich die Scharfschützen befanden, gut zielen konnte. Es gibt viele Beweise und Menschen, die bereit sind, darüber auszusagen.“

TASS zitiert Janukowitsch weiter: „Wenn die Weltgemeinschaft die Wahrheit erfahren will und gewillt ist, die früheren Zusagen zu erfüllen“ - gemeint ist das Abkommen vom 21. Februar 2014 -, „dann werden alle Täter identifiziert werden“.

Helga Zepp-LaRouche unterstützte die Forderung nach der Wahrheitskommission ausdrücklich und sagte, Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier sähen "sehr schlecht aus", wenn sie dies nicht aufgriffen. Bei einer internationalen Mobilisierung zum "Tag der Wahrheit" am 23. Februar hatten die BüSo, das internationale Schiller-Institut und LaRouche PAC in den USA ein Dossier mit dem Titel "2014 Naziputsch in der Ukraine, 2017 in den USA" verbreitet, worin die Rolle von George Soros und Präsident Obama sowohl in der Ukraine als auch bei dem Versuch, die neugewählte Regierung Trump zu Fall zu bringen, dokumentiert wird. Obamas Außenministerium organisierte die anglo-amerikanische Geheimdienstoperation mit dem Ziel, die demokratisch gewählte Regierung Janukowitsch zu stürzen und die Bedingungen für einen Krieg zwischen Rußland und dem Westen zu schaffen.