Grußwort aus Dänemark: "Der Menschheit die Zukunft geben, die sie verdient"
4. Dezember 2013 • 13:21 Uhr

Grußwort von Tom Gillesberg, Präsident des Schiller-Instituts in Dänemark

Der Menschheit die Zukunft geben, die sie verdient

Liebe Helga, verehrte Mitglieder und Gäste, im Namen des Schiller-Instituts in Dänemark möchte ich Ihnen danken, daß ich heute hier sein darf, um etwas zu feiern, von dem ich erwarte, daß es ein grundlegender Wendepunkt in der politischen Lage in Deutschland und Europa sein wird.

Wir kommen gerade aus einem sehr intensiven Kommunalwahlkampf in Dänemark, wo ich eine Liste von sieben Kandidaten der „Freunde des Schiller-Instituts“ anführte. Der Zweck war, vor den extremen Gefahren der derzeitigen Lage zu warnen - der Gefahr eines bevorstehenden Finanzkrachs, gefolgt von einer faschistischen Politik und Krieg -, aber auch, eine positive Alternative darzulegen: die Einführung eines Glass-Steagall-Trennbankensystems, das den Weg für eine Erholung der Wirtschaft und für Frieden durch Entwicklung bereiten würde.

Unsere Hauptwaffe in diesem Kampf war das Wahlplakat, über das im Wahlkampf weithin diskutiert würde. Es besagt: „Glass-Steagall - nicht EU-Faschismus. Die Bankenunion wird Sie Ihr Geld und Ihr Leben kosten.“ Im Hintergrund gibt es Hinweise auf unsere wirtschaftlichen Vorschläge: eine Brücke über das Kattegat, ein dänisches Magnetbahnnetz und die Forderung nach der Kernfusion.

Ich hatte eigentlich erwartet, daß der Begriff „EU-Faschismus“ große Diskussionen auslösen würde, aber das war nicht so. Wenn ich Gelegenheit hatte, zu beschreiben, wie eine Kombination von Bail-out und Bail-in die Gesellschaft ruinieren und zu massiver Austerität führen würde - auch zu Kürzungen, die die Sterberate erhöhen würde, wie wir es bereits in Südeuropa sehen -, gab es keinen Widerspruch. Ich konnte diese Botschaft mehrfach ins nationale Radio und Fernsehen und in die Zeitungen bringen und viele Wähler haben darauf stark reagiert. Niemand behauptete, es wäre weise für Dänemark, sich der kommenden europäischen Bankenunion oder einer gemeinsamen europäischen Bankaufsicht anzuschließen.

Der Wahlkampf hat mich positiv überrascht, denn zum ersten Mal wurde mir Gelegenheit gegeben, über die Massenmedien direkt zur dänischen Öffentlichkeit zu sprechen, mit einer ziemlich ehrlichen Berichterstattung über den Wahlkampf. Die Journalisten wiesen ausdrücklich darauf hin, daß ich in meinen Wahlkämpfen 2005 und 2007 vor dem Finanzkrach 2007-08 gewarnt hatte. Die Journalisten sagten das ganz prominent, so daß das Publikum von vornherein gewarnt war, daß ich damals recht hatte und sie lieber gut zuhören sollten, was ich jetzt zu sagen habe.

Als wir immer mehr nationale Berichterstattung bekamen und die Eindämmung unserer politischen Kampagnen und Ideen durchbrachen, gewann ich den Eindruck, daß wir vor einem Paradigmenwechsel stehen. Es wird zunehmend anerkannt, daß Lyndon LaRouche und seine Mitstreiter recht hatten in Bezug auf den Finanzkrach und das, was falsch gelaufen ist, und daß wir jetzt, bevor wir auch noch die kleine verbliebene Chance und Hoffnung verlieren, ernsthaft darüber nachdenken müssen, die Lösungen umzusetzen, die allein die LaRouche-Bewegung präsentiert hat.

Die andere Veränderung in der Art und Weise, wie wir in diesem Wahlkampf behandelt wurden, war eine Art Durst vieler Kreise nach den großen, visionären Ideen, die allein wir vertreten haben. Ein dänischer Journalist, Michael Jeppesen, hatte sogar eine zweistündige Sendung im nationalen Radio, in der er über die schreckliche Gewohnheit der Medien sprach, sich über Menschen, die neue, große Ideen präsentieren, lustig zu machen. Und er hat sich öffentlich dafür entschuldigt, daß er sich 2006 über mich lustig gemacht hatte, weil ich vor dem Finanzkrach warnte, und dafür, wie die Medien versuchten, die Idee eines dänischen Magnetbahnnetzes lächerlich zu machen. Die Idee, ein nationales Verkehrsnetz für die Zukunft zu schaffen, wird zunehmend zu einem Symbol für die Art des visionären Denkens, zu dem wir zurückkehren müssen.

Die Berichterstattung der Medien sowie andere Formen der Kontaktaufnahme sorgten dafür, daß uns mehr Menschen gewählt haben. Die Stimmenzahl ist zwar immer noch klein, aber wir bekamen in Kopenhagen sechsmal soviel Stimmen wie im letzten Kommunalwahlkampf und in anderen Gebieten waren es mehr als doppelt so viele Stimmen.

Ich hoffe, die Änderung, die wir in Dänemark gesehen haben, ist ein Ausdruck eines weit tiefer greifenden Prozesses - der Erkenntnis einer wachsenden Zahl von Personen und Institutionen, daß die Zivilisation die vor uns stehenden Gefahren nur dann überleben wird, wenn es einen fundamentalen Wertewandel gibt: Einen Paradigmenwechsel zurück zu den auf Fortschritt ausgerichteten Ideen, wie sie Staatsmänner wie Präsident John F. Kennedy vertreten haben und heute in einzigartiger Weise von der LaRouche-Bewegung und den heute hier versammelten politischen Institutionen vertreten werden.

Wenn wir mit der Entschlossenheit vorgehen, der Welt jene politische Führung zu geben, die die Welt heute so dringend braucht, dann bin ich mir sicher, daß mehr und mehr Individuen und Institutionen erkennen werden, daß sie selbst dazu beitragen müssen, uns die Plattformen zu geben, die wir brauchen, um die kommende Führung der Welt ausbilden zu können.

Lassen wir uns nicht von den Kämpfen der Vergangenheit entmutigen, sondern lassen wir uns von den berechtigten Hoffnungen der zukünftigen Generationen dazu inspirieren, die entscheidenden, vor uns liegenden politischen Kämpfe zu gewinnen und der Menschheit die Zukunft zu geben, die sie verdient. Wie ein weiser alter Mann, den wir hier alle kennen, einmal sagte: „Du kannst nicht verlieren, wenn du niemals aufhörst zu kämpfen!“