Helga Zepp-LaRouche fordert Wiederaufbauplan für die Mittelmeer-Region
1. Mai 2012 • 11:26 Uhr

„Wir brauchen einen Marshallplan für Südeuropa - Griechenland, Italien, Spanien, Portugal - als klare Alternative zum gegenwärtigen, gescheiterten System“, erklärte die Vorsitzende der Bürgerrechtsbewegung Solidarität und des internationalen Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, am 27. April in einem „Dialog mit Spanien und Portugal“. In diesem Internetforum, das auf den Internetseiten www.larouchepub.com, www.larouchepac.com und www.larouchista.com sowohl in Spanisch als auch in Englisch zur Verfügung steht, forderte sie Ingenieure, Wissenschaftler, Studenten, Gewerkschafter und andere engagierte Personen in Spanien, Portugal sowie anderen Ländern auf, sich an der Erstellung des großangelegten realwirtschaftlichen Wiederaufbauprogramms zu beteiligen, das notwendig ist, um den Zusammenbruch des gegenwärtigen globalen Finanzsystems zu überleben.

„Es gibt eine Alternative“, betonte sie. Man müsse das gegenwärtige System begraben, indem man ein Trennbankensystem nach dem Vorbild von Glass-Steagall durchsetzt, nationale Kreditsysteme nach dem Vorbild Alexander Hamiltons einführt, und Südeuropa als Teil des Wiederaufbau-Programms der „Weltlandbrücke“, wie es die LaRouche-Bewegung in den letzten Jahrzehnten, zusammen mit anderen, konzipiert hat, entwickeln. Die Entwicklung der Nationen Südeuropas müsse als Sprungbrett für die Entwicklung des gesamten Mittelmeerraumes dienen, einschließlich des wasserarmen Nahen Ostens und Afrikas. In diesem Konzept wären z.B. Madrid und Lissabon durch Eisenbahn- und Infrastrukturkorridore und Magnetbahnen, die den gesamten Globus umspannen, mit Wladiwostok verbunden. Diese Magnetbahn-Korridore sollten dann auch über die Straße von Gibraltar die Verbindung zu Afrika bilden.

Helga Zepp-LaRouche wies die oligarchischen Lügen, die für die Krise verantwortlich sind, zurück: „Das gegenwärtige monetäre System und die gegenwärtigen politischen Strukturen der sogenannten Globalisierung gehen von einer Welt und einem Menschenbild aus, das in Wahrheit gar nicht existiert. Sie glauben, daß eine kleine, privilegierte Elite über Massen unwissender Menschen herrschen kann, über Menschen, die sie vorsätzlich unwissend halten, und das alles in einem Universum, das sich angeblich nicht verändert. Der Club of Rome will Anfang Mai mit einem weiteren Greuel herauskommen, in dem er eine Schrumpfung der Weltbevölkerung, eine Schrumpfung der Weltwirtschaft fordert, mit dem absurden Argument, der „Gipfel“ der weltweiten Entwicklung sei längst überschritten.

Das ist völlig absurd! Denn wenn man die Welt betrachtet, wie sie wirklich ist, stellt man fest: Wir leben auf unserem kleinen Planeten Erde nicht in einem Vakuum, irgendwo im Universum, sondern wir sind Teil einer sich entwickelnden Galaxis; unsere Galaxis ist nur eine von Milliarden Galaxien, und alle diese Galaxien dehnen sich weiter aus. Es herrscht eine ständige Steigerung der Energieflußdichte im gesamten Universum, und der Mensch spielt in diesem Universum eine ganz besondere Rolle...

Wenn wir am oligarchischen System festhalten, dann werden wir als Zivilisation nicht überleben... Aber ich glaube, daß der Mensch sich vollkommen von allen anderen lebenden Gattungen unterscheidet, weil er die Fähigkeit zur kreativen Vernunft besitzt, weil er in der Lage ist, Gedichte zu schreiben, wunderschöne klassische Musik zu komponieren und wissenschaftliche Prinzipien von immer größerer Tiefe und Bedeutung zu entdecken...."

"Sie müssen sich auf die glänzendsten Momenten Ihrer Geschichte zurückbesinnen und einfach klarstellen: ,Wir werden kein Volk von Sklaven sein, sondern wir werden, im Kontext des Wiederaufbaus durch die Weltlandbrücke, Hochgeschwindigkeitsprojekte und Kraftwerke mit hoher Energieflußdichte bauen. Wir werden eine ganz neue Stadt, eine Wissenschaftsstadt bauen; wir werden alle die Wissenschaftler und Studenten, die gegangen sind, zurückholen, wir werden ihnen einen Anreiz geben, damit sie zurückkommen, um ihr Land wiederaufzubauen.’ Und es gibt keinen Grund, warum das nicht das Programm einer breiten Bürgerbewegung werden könnte...

Wenn sich die Gewerkschaften demnächst weiteren Kürzungen widersetzen und die Wissenschaftler gegen die Auswanderung und den Brain-Drain protestieren, können sie eine konkrete Alternative vorlegen, statt nur gegen etwas zu sein, sagte Zepp-LaRouche. Diese Auseinandersetzung erhalte einen ganz anderen Charakter, wenn es heißt: ,Wir fordern Glass-Steagall, wir verlangen eine Weltlandbrücke, wir verlangen einen Marshallplan für Südeuropa’.

„Wir stehen an einer Wegscheide. Die Menschheit hat einen Punkt erreicht, wo wir, wenn wir diese Politik der Globalisierung, die Politik des Empire, die Politik geostrategischer Konflikte fortsetzen, wahrscheinlich unsere eigene Zerstörung herbeiführen - entweder in einem thermonuklearen Krieg, oder indem wir die wirtschaftliche Grundlage soweit zerstören, daß Milliarden von Menschen nicht überleben werden.

Aber der Mensch ist ein kreatives Wesen. Wir sind die einzige Gattung, die die Ordnung ihrer Existenz vorsätzlich ändern kann. Wir haben die kreativen Kräfte, wir haben den freien Willen, und wir haben in der Geschichte viele Male bewiesen, daß wenn der Mensch dies will, wir ein Finsteres Zeitalter beenden und eine neue Renaissanceperiode in Gang setzen können.

Ich möchte Sie deshalb zu einem Dialog einladen, um das zu tun. Denn gegen die augenblickliche Politik entwickelt sich jetzt eine wachsende Opposition. In allen Ländern Europas gibt es Bewegung für Glass-Steagall, aber wir müssen diskutieren: Sind wir als Menschheit in der Lage, uns eine Regierung zu geben, die sich um das Wohl ihrer Bevölkerung kümmert? Und ich denke, ja! Lassen Sie uns darüber miteinander sprechen - und es dann in die Tat umsetzen.“