Internationale Besorgnis über deutschen Anti-Atom-Fanatismus
1. Juni 2011 • 15:16 Uhr

Im Ausland ist man sehr besorgt über den deutschen anti-atomaren Sonderweg in der Energiefrage und die destabilisierenden Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Rußlands Prawda sieht in einem am 1. Juni veröffentlichten Kommentar die Deutschen im „Kampf gegen atomare Windmühlen".

Aus Moskauer Erfahrungen sind die Grünen traditionell rußlandfeindlich. Es sei also damit zu rechnen, daß sie nach dem Atomausstieg auch aus der deutsch-russischen Partnerschaft im Erdgassektor herauswollen, schreibt die Zeitung. Sie weist auch darauf hin, daß sich im Falle des Umstiegs zu Gasimporten aus dem Nahen Osten oder Nordafrika Deutschland von politisch unstabilen Lieferländern abhängig machen würde, während die Lieferungen aus Rußland kalkulierbar und sicher seien. Die aggressive Ausrichtung des deutschen Ökologismus macht Rußland auch aus anderen Gründen Sorgen, weil sie zu einer politischen Destabilisierung in Europa führen könnte. Die Prawda warnt:

"So oder so wird eine vereinte Front der deutschsprachigen Länder gegen Atomkraftwerke stärker. Es ist unwahrscheinlich, daß Deutschland, Österreich und die Schweiz sich damit zufriedengeben, daß nur die Atomkraftwerke in ihren Ländern geschlossen werden. Die Österreicher mischen sich schon jetzt in die Politik ihrer früheren sozialistischen Nachbarn ein. Das wird jetzt noch um so leichter fallen. Mit diesem Rückhalt können sie Druck auf jeden ausüben, auch auf Frankreich, Spanien, oder alle anderen. Es gibt überall jede Menge Umweltaktivisten."

Und die kanadische Zeitung National Post nahm am 30. Mai direkt die unselige Rolle des WBGU ins Visier:

"Wissenschaftler in Elitekreisen der deutschen Regierung sagen, es wäre besser grün zu sein als frei. Die Wissenschaftler - in Gestalt von Deutschlands Wissenschaftlichem Beirat zu Globalen Umweltveränderungen - bilden Bundeskanzlerin Angela Merkels Beraterkomitee. Der Vorsitzende des Beirats ist eine der führenden Klimaautoritäten des Landes, Professor Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung. Der Bericht des Beirats, im vergangenen Monat veröffentlicht unter dem Titel 'Welt im Wandel - Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation', behauptet, daß "die Transformation in eine klimafreundliche Wirtschaft moralisch ebenso notwendig ist wie die Abschaffung der Sklaverei und das Verbot der Kinderarbeit." Die vom WBGU angestrebte  "große Transformation" verlange von den "Bürgern der Welt, daß sie der Opferung spontaner und anhaltender Bedürfnisse zustimmen", zitiert die Zeitung aus dem Bericht. Das aber hieße, "daß die Bürger akzeptieren müssen, daß ihre Lebensweisen nicht nachhaltig sind, daß sie allesamt die Notwendigkeit für eine Regierung akzeptieren, die an ihrer Stelle Entscheidungen trifft, ohne daß die Öffentlichkeit ein Veto gegen Entscheidungen der Regierung, mit dem der Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft aufgehalten würde, einlegen könnte." In anderen Worten: der WBGU-Bericht ist das Drehbuch für eine Öko-Diktatur.