Japan arbeitet mit China in Afrika zusammen – und Europa?
2. Januar 2018 • 16:46 Uhr

Wie die Zeitung Yomiuri Shimbun berichtet, will die japanische Regierung in Afrika bei Entwicklungsprojekten mit China zusammenarbeiten. Das ist eine wesentliche Veränderung der traditionellen japanischen Praxis, lediglich japanische Projekte im Ausland zu finanzieren. Japan erwägt für diese Zusammenarbeit vier Projekte: den „Wachstumsring“-Plan, mit dem westafrikanische Nationen durch Hauptstraßen verbunden werden sollen; die Entwicklung und Verbesserung von Straßen und Brücken in Kenia; Entwicklung und Verbesserung des „Internationalen Korridors“-, eine Straße, die Städte in Kamerun und der Republik Kongo verbindet; sowie die Verbesserung des Straßennetzes in Ruanda.

Beim „Wachstums-Ring“-Projekt geht es um eine „Schleife“ der 3200 km lange Nord-Süd-Straße, die Burkina Faso mit der Elfenbeinküste, Ghana und Togo verbindet, mit der 1000 km langen Ost-West-Straße durch fünf Länder von Nigeria bis zur Elfenbeinküste. Wenn Nigeria als relativ große Volkswirtschaft mit anderen Ländern der Region besser verbunden wird, kann sich ein neuer Wirtschaftsblock entwickeln. Die japanische Regierung hat bereits entschieden, umgerechnet ca. 230 Millionen € an Krediten und Zuschüssen (31,5 Mrd. Yen) dafür zur Verfügung zu stellen; konkrete Pläne werden im Januar veröffentlicht.

Die Verbesserung des kenianischen Verkehrssystems ist Teil der Entwicklungshilfe für den Hafen Mombasa, ein internationaler Knotenpunkt in Ostafrika. Japan, das bisher bei der Hafenentwicklung die Federführung hatte, hofft nun, daran mit China zusammenzuarbeiten, wozu auch die Verbesserung der Infrastruktur gehört, die den Hafen mit der Umgebung verbindet. Seit 2017 verbindet Kenias neue Bahnstrecke von Mombasa nach Nairobi (480 km) den östlich gelegenen Hafen mit der Hauptstadt des afrikanischen Landes. Diese erste neue Eisenbahn seit der Unabhängigkeit 1963 wurde am 31.5.2017 eröffnet, gebaut von der China Road and Bridge Corporation (CRBC).

Das Projekt des „Internationalen Korridors“ und die Straßenbauarbeiten in Ruanda werden teilweise von Japan finanziert, das chinesische Firmen ermutigen will, sich daran zu beteiligen.

Angesichts der wachsenden Bevölkerung und der zunehmenden Urbanisierung des afrikanischen Kontinents ist die Transportinfrastruktur zwischen alten und neuen Städten absolut erforderlich. Auch Deutschland und andere europäische Länder sollten jetzt daran mitarbeiten, diese Chance für die Zukunft produktiv zu nutzen!