Lyndon LaRouche: Größter Finanzkrach der Neuzeit – jetzt die richtigen Maßnahmen ergreifen
25. August 2015 • 12:22 Uhr

Die Entwicklungen an den Finanzmärkten in den letzten Tagen bestätigen, was Lyndon LaRouche bereits am Freitag als den "größten Finanzkrach der transatlantischen Welt in der modernen Geschichte" bezeichnet hat. Man werde, so LaRouche, das ganze Ausmaß in den kommenden Tagen erkennen können. Und am Montag präzisierte er: "Jetzt kommt es darauf an die richtigen Lösungen durchzusetzen. Denn die Gefahr liegt in den falschen Schritten, zu denen die meisten Leute jetzt tendieren." Erstens müsse man erkennen, daß die Wall Street und das ganze transatlantische Finanzsystem unrettbar bankrott sind. "Schließt die Wall Street, macht die Wall Street dicht - gebt ihr den Gnadentod, könnte man sagen. Dann müssen wir Präsident Franklin Roosevelts Politik reaktivieren, aber in einer viel größeren Dimension." Dazu gehöre die sofortige Wiedereinführung der Glass-Steagall-Bankentrennung und, nachdem man die bankrotten Institute und Fonds in die längst überfällige Insolvenz entlassen habe, die Schaffung von ausreichendem Kredit für die massive Ausweitung produktiver Beschäftigung.

Auch die BüSo-Bundesvorsitzende, Helga Zepp-LaRouche, warnte letzte Woche in einer Rede bei einer Seidenstraßen-Konferenz in Südkorea vor dem bevorstehenden Finanzkrach, der auch die Dynamik hinter der akuten Gefahr eines Nuklearkrieges darstelle. "Die Armageddon-Uhr für einen globalen Crash schlägt eine Minute vor zwölf - Zentralbanken verlieren die Kontrolle", zitierte sie dort die Überschrift eines Artikels im Daily Telegraph vom 17. August, der symptomatisch sei "für die allgemeine Einsicht unter Finanzanalysten, daß alle Indikatoren wie vor dem Finanzkrach im September 2008 existieren, nur daß heute die too-big-to-fail-Banken 40 Prozent und ihre ausstehenden Derivatkontrakte ungefähr 80 Prozent größer sind. Gleichzeitig ist die sogenannte 'Werkzeugkiste' der Zentralbanken leer, da die Zinsraten bereits um die Null Prozent betragen und all die 'quantitativen Erleichterungen' der letzten Jahre zu keiner Erholung der Realwirtschaft geführt haben."

Entgegen der Medienpropaganda ist nicht China für den Kollapsprozeß verantwortlich. Selbst der IWF hat zugegeben, daß es sich um eine interne Krise handelt. Lyndon LaRouche sagte, China habe "eine Krise unter Kontrolle gebracht und eingedämmt, die als Nebenprodukt des transatlantischen Finanzkollapses" entstanden sei.

Der gegenwärtige weltweite Kursrutsch an den Börsen stellt nur die Spitze des Eisbergs dar, wie LaRouche und die BüSo seit langem gewarnt haben. So erzeugen fallende Rohstoffpreise und stark schwankende Währungskurse riesige Verluste bei Derivatgeschäften. Zusätzlich nutzten viele börsennotierte Unternehmen das billige Geld der Zentralbanken, um die eigenen Aktien zurückzukaufen und sitzen jetzt bei schlechteren Geschäftsaussichten in der Kreditfalle. So haben sich seit 2013 allein amerikanische Firmen mit etwa einer Billion Dollar pro Jahr verschuldet, von denen sie 90 - 95 Prozent für den Aktienrückkauf nutzen. Das bedeutet, sie haben (bisher noch unrealisierte) Verluste in einer Größenordnung von hunderten Milliarden Dollar zu verkraften, was zugleich das Kreditausfallrisiko der Banken erhöht.

Dies sind nur einige Elemente, die die völlige Unhaltbarkeit der Derivatblase und des Finanzsystems demonstrieren. Jede weitere Flutung der Finanzmärkte mit Liquidität bzw. die direkten Käufe der Zentralbanken an den Aktienmärkten und Interventionen an den Terminmärkten verschlimmert die Situation nur und erhöht die internationale Kriegsgefahr.

Was ist zu tun

Jetzt kommt es darauf an, kurzfristig einen unkontrollierten Kollaps des Systems und eine weitere Zerstörung produktiver Kapazitäten zu verhindern. Deshalb sind folgende Schritte international unabdingbar:

  1. Einführung des Trennbankensystems (Glass-Steagall-Standard), um den realwirtschaftlichen Sektor zu schützen und die Verluste aus Derivatspekulationen von Hedgefonds und Investmentbanken, also den Verursachern, tragen zu lassen.
  2. Internationale Schuldenkonferenz, nach dem Vorbild der Londoner Schuldenkonferenz von 1952/53.
  3. Schaffung von Kreditinstitutionen (Hamiltonische Nationalbanken), die den notwendigen Kredit für die Belebung der Realwirtschaft zur Verfügung stellen. Zusammenarbeit mit der AIIB, der Neuen Entwicklungsbank der BRICS-Staaten und den Entwicklungsfonds für die Neue Seidenstraße.
  4. Sofortige Aufhebung der ruinösen Sanktionen gegenüber Rußland. Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten, insbesondere mit Rußland, China und Indien bei der Verwirklichung der Weltlandbrücke und Neuen Seidenstraße.
  5. Investitionen in Ausbildung, Forschung und Entwicklung, um die Frontbereiche der Wissenschaft in Bereichen wie Kernfusion und Weltraumfahrt massiv zu verstärken und damit die nötige Produktivitätserhöhung zu schaffen, die die Weltwirtschaft dringend braucht.