Panik in der Finanzelite über baldiges Ende des EU-Projektes
14. Februar 2017 • 12:32 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel und EZB-Präsident Mario Draghi sprachen am 9.2. zweieinhalb Stunden miteinander. Anschließend wurde über den Inhalt des Gesprächs keine einzige Zeile veröffentlicht. Man kann jedoch wohl davon ausgehen, daß darüber gesprochen wurde, wie man auf den aus Washington erwarteten Tsunami reagiert. US-Handelsminister Peter Navarro hatte Draghis EZB Manipulation der Wechselkurse vorgeworfen. Dann trat der Wall-Street-nahe Chefs der Bankenaufsicht in der Federal Reserve, Daniel Tarullo, zurück und es besteht die Aussicht, daß Thomas Hoenig, ein entschiedener Unterstützer der Glass-Steagall-Bankentrennung, diesen Posten übernimmt.

Vor allem aber haben Äußerungen des möglichen neuen US-Botschafters bei der EU, Ted Malloch, in Brüssel und Frankfurt Panik ausgelöst. Angesicht der Tatsache, daß die Griechenlandkrise wieder akut ist und der Weltwährungsfonds (IWF) den Austeritätsansatz der EU kritisiert, hatte Malloch offen ausgesprochen, daß Griechenland sich hätte schon vor vier Jahren aus dem Euro hätte entfernen sollen. In einem Interview mit dem griechischen Fernsehsender Skai TV sagte Malloch am 8.2.: „Ob die Eurozone überlebt, ist meiner Meinung eine Frage, die sehr wohl auf der Tagesordnung steht. Wir haben den Exit Großbritanniens, es gibt Wahlen in anderen europäischen Ländern, deshalb denke ich, daß das etwas ist, was sich im Lauf des nächsten Jahres oder in anderthalb Jahren entscheiden wird.“

Malloch vertritt die Meinung von vielen in Trumps Team und des Präsidenten selbst. Was passiert, wenn das Szenario mit dem unvermeidlichen Ende der „qualitativen Erleichterung“ (QE) und den steigenden Zinsen für italienische Staatsschulden real wird? 2011 war Italien noch isoliert, aber nun könnte es einen Freund in Washington haben.

Die Panik ist besonders spürbar in der Londoner City, dem eigentlichen Nutznießer des Eurosystems. Die Financial Times (FT) beschwerte sich am 9.2., die italienische Position zu Trump stehe „im Gegensatz zu der robusteren Haltung Frankreichs und Deutschlands“. Die FT berichtet über ein freundschaftliches Telefonat von Ministerpräsident Paolo Gentiloni mit Trump und führt zwei Gründe an, warum Rom sich von Paris und Berlin distanziert: Der amerikanisch-russische Dialog verspreche, den Mittelmeerraum zu stabilisieren, und Trumps Position gegenüber Europa verschaffe Italien einen Puffer in Bezug auf den Konflikt mit Brüssel über den Staatshaushalt. Wenn Italien andere in der EU irritiere, könne es an den Rand gedrängt oder „bestraft“ werden.

Angesichts der neuen globalen Dynamik und des Bankrottes des transatlantischen Finanzsystems, einschliesslich der Eurozone, ist es wahrscheinlicher, daß die EU-Dinosaurier mit ihrem imperialen Finanzprojekt endgültig scheitern.

Ebenso wie die USA sich neu orientieren, liegt auch für die europäischen Nationen die Alternative in der Zusammenarbeit mit dem Projekt der Neuen Seidenstraße und der Eurasischen Wirtschaftsunion - sowie der sofortigen Einführung der Glass-Steagall-Bankentrennung als erstem Schritt von LaRouches Vier Gesetzen zur Entwicklung der physischen Ökonomie in der Tradition von Alexander Hamilton und Friedrich List.