Rußland erzielt weitere Erfolge gegen ISIS in Syrien
20. Oktober 2015 • 10:59 Uhr

Der russische Luftkrieg in Koordination mit der syrischen Armee und mit Unterstützung von Kämpfern der iranischen Revolutionsgarden, Hisbollah und irakischen und anderen schiitischen Freiwilligen zeigt beträchtliche Erfolge im Norden Syriens, wo Orte und Gebiete, die lange unter der Herrschaft des Islamischen Staats (ISIS) und der Al-Nusra-Front waren, zurückerobert werden.

Das russische Verteidigungsministerium hat bekanntgegeben, daß die Zahl der täglichen Bombenangriffe auf die Dschihadisten bei Bedarf erhöht werden könne. Dabei werde man sich auf Nordsyrien beschränken und die Rebellen im Süden im Grenzgebiet zu Jordanien unbehelligt lassen, da diese größtenteils zur Freien Syrischen Armee (FSA) gehören und keine ausländischen Dschihad-Kämpfer sind.

Am 16. Oktober sprach Rußlands Präsident Putin bei einem Gipfeltreffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), einer Vereinigung ehemaliger Sowjetrepubliken, über das Thema. Er forderte koordinierte Grenzkontrollen, da schätzungsweise bis zu 7000 Bürger früherer Sowjetstaaten heute für ISIS kämpften. Diese Kämpfer könnten große Sicherheitsprobleme schaffen, wenn sie in die Heimatstaaten zurückkehren, daher brauche man eine schärfere Grenzsicherung, was gleichzeitig auch eine bessere Bekämpfung des Drogenschmuggels ermöglichen würde.

US-Kommentatoren behaupten, Rußland werde in Syrien in einen ähnlichen Morast geraten wie früher in Afghanistan. Tatsächlich ist Rußland aber in einer viel besseren Ausgangslage, den Krieg gegen die Dschihadisten zu gewinnen, als die USA mit ihrer Koalition aus Golfstaaten und der Türkei, die in Wirklichkeit mit den Dschihadisten gegen die Regierung Assad verbündet sind. US-Analysten waren überrascht über die Fortschritte der russischen Rüstungstechnik und Kampfbereitschaft seit dem Georgienkrieg 2008. Insbesondere das Abfeuern von Marschflugkörpern von russischen Kriegsschiffen aus dem Kaspischen Meer gegen ISIS-Ziele in Syrien war ein Weckruf für US-Militärstrategen, die zu dem Schluß gelangten, daß einige russische Waffensysteme, wie diese Marschflugkörper, fortgeschrittener sind als amerikanische.

Die Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow verhandeln über eine Fortsetzung der Genfer Syriengespräche und weitere Fragen, doch Präsident Obama und Verteidigungsminister Ashton Carter haben die russischen Angebote einer engeren militärischen Zusammenarbeit gegen ISIS brüsk abgelehnt.

Im Gegensatz dazu brachten die russischen Verhandlungen mit Israel Resultate und letzte Woche führten Kampfflugzeuge beider Länder sogar gemeinsame Übungen durch, um das vereinbarte Prozedere zur Vermeidung von Zusammenstößen zu testen. Das russische und israelische Militär sind nun durch ein „rotes Telefon“ verbunden. Rußland führt auch vergleichbare Verhandlungen mit der Türkei. Diese sind jedoch wegen des Krieges des türkischen Präsidenten Erdogan gegen die Kurden festgefahren. Der Krieg gehört zu Erdogans Wahlkampfstrategie für die Parlamentsneuwahl am 1. November. Er hofft immer noch, eine absolute Mehrheit zu gewinnen, damit er die Verfassung ändern und ein starkes Präsidialsystem unter seiner Kontrolle einführen kann.