Scheitert Hillary Clintons Wahlkampf an einer einfachen Frage?
16. Juli 2015 • 11:31 Uhr

Es waren nur wenige Worte, die sogar im Video kaum zu hören waren, bevor sie von Hillary Clintons Claque im Publikum übertönt wurden, aber sie haben den Lauf der Geschichte verändert: „Senator Clinton, werden Sie Glass-Steagall Wiederherstellen?“ lautete der mehrfach wiederholte Zwischenruf des LaRouchePAC-Aktivisten Daniel Burke aus dem hinteren Teil des Saals, kurz bevor Hillary Clinton ihre „Programmrede zur Wirtschaftspolitik“ - eine Rede ohne Inhalt und voller Platitüden - an der New School in New York City beendete. Fragen waren nicht zugelassen. Aber während Burke schnell aus dem Saal herausgeführt wurde und Clinton durch den orchestrierten Applaus ihrer Unterstützer davor bewahrt wurde, auf die Frage antworten zu müssen, ging die Nachricht, daß sie die Antwort verweigert hatte, bereits um den Globus.

Die ersten Meldungen erschienen innerhalb weniger Minuten auf der Internetseite Business Insider, die Burke unmittelbar nach seiner Ausweisung aus dem Saal interviewte. Sie berichtete über seine Verbindung zum LaRouche-Aktionskomitee und zu Lyndon LaRouche, erklärte das Glass-Steagall-Gesetz und schrieb, daß Burke „die Aktion einer überparteilichen Gruppe von Senatoren, darunter Sen. Elizabeth Warren (Demokratin aus Massachusetts) für die Wiederherstellung von Glass-Steagall“ unterstütze. Sie zitierte Burke, dies sei jetzt besonders wichtig, weil die Lage in Griechenland zu einer weiteren Krise führen könne. „Es sollte sofort verabschiedet werden, vorzugsweise in den nächsten zwei Wochen. Wir wissen wirklich nicht, was aus dem Potential für einen unmittelbaren Finanzkrach auf der Grundlage des griechischen Auslösers geschehen kann.“

American Banker bemerkte dazu: „Die Position aller Demokraten zu „too big to fail“ und anderen Fragen, die sich aus dieser Krise ergeben, kann man danach beurteilen, wie eng sie mit der von Sen. Elizabeth Warren übereinstimmen, die gerade zusammen mit Sen. John McCain eine Gesetzesvorlage eingebracht hat, um das Glass-Steagall-Gesetz wiederherzustellen. Ihr Gesetz würde die Banken zwingen, ihre Einlageninstitute von den Geschäften mit höheren Risiken zu trennen.“

Nach eigener Aussage wurde Burke aufgrund seiner Intervention in den Minuten nach seiner Ausweisung aus dem Saal von mindestens neun Nachrichtenmedien interviewt, u.a. vom Wall Street Journal, einem französischen Fernsehsender, Politico und dem Londoner Independent, während weitere Medien Photoaufnahmen machten und Schriften mitnahmen, um sich zu informieren.

Auf diese Weise gezwungen, Stellung zu nehmen, veröffentlichte Clinton eine der wenigen politischen Erklärungen, die sie bisher im Wahlkampf abgegeben hat. „Sie werden Glass-Steagall mit Hillary nicht erleben“, lautete der knappe Kommentar ihres kürzlich angeheuerten „Wirtschaftsberaters“ Alan Blinders gegenüber der britischen Nachrichtenagentur Reuters. Auch die im Kongreß viel gelesene Zeitung The Hill verbreitete sofort die Nachricht über dieses „Nein“ aus Clintons Lager. Zeitungen in New York und Los Angeles berichteten, Hillary Clinton sei isoliert, während andere Kandidaten Glass-Steagall unterstützen. In Facebook und Twitter löste dies eine Welle von Kommentaren und Anfragen von Glass-Steagall-Unterstützern bei anderen Kandidaten und bisher unentschlossenen Demokraten aus. Eine New Yorker Lehrerin verurteilte die Führung ihrer Gewerkschaft, weil diese voreilig Hillarys Kandidatur unterstützt habe, während sie gleichzeitig öffentliche den Glass-Steagall-Antrag von Senatorin Warren (S 1709) unterstütze.

Lyndon LaRouche kommentierte Hillary Clintons Verhalten: „Wenn sie nicht bereit ist, Glass-Steagall zu verteidigen, dann ist sie definitiv nicht dazu qualifiziert, eine Kandidatin zu sein.“