Schwedischer Umweltminister kritisiert deutschen Atomausstieg
1. Juni 2011 • 10:15 Uhr

Der schwedische Umweltminister Andreas Carlgren, der noch vor zwei Wochen an dem malthusianischen Symposium der Nobelpreisträger der Königlichen Akademie der Wissenschaften und CBE Schellnhuber teilnahm, kritisierte jetzt die deutsche Entscheidung, sich aus der Kernenergie zu verabschieden. Gleichzeitig bekräftigte er den schwedischen Kurs für den Bau neuer Kernkraftwerke und die Verlängerung der Laufzeit der bestehenden Anlagen.

Gegenüber der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter sagte er am 31.5 auf die Frage, was er über die deutsche Entscheidung denke: "Sie wirft mehr Fragen auf, als Antworten. Das wird eine doppelte Herausforderung für Deutschland werden - wie es einerseits die Klima-Ziele erreichen will, wenn es auf der anderen Seite gleichzeitig mehr in Gas und Kohle investieren muß. Des weiteren wird das negative Auswirkungen auf die deutsche Industrie haben." Frage: "Welche Folgen wird das auf die Kernkraft-Debatte in Europa haben?" Carlgren: "Die schwedische Kernenergie-Politik wird unverändert bleiben. Und nichts weist darauf hin, dass ein anderes Land beabsichtigt, der deutschen Entscheidung zu folgen. Aber wenn das bedeutet, dass Deutschland seine Klima-Ziele verändern wird,  dann wird sich das auf das restliche Europa auswirken und das wäre äußerst bedauerlich."