Trumps-Asienreise - ein historischer Moment für ein neues Paradigma
7. November 2017 • 12:04 Uhr

Strategisch richten sich diese Woche alle Augen auf den Asienbesuch des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, angefangen mit seiner Ankunft in Tokio am 5.11. und Treffen mit Ministerpräsident Shinzo Abe, mit dem er bereits enge Kontakte pflegt, gefolgt von einem Besuch in Seoul, wo die Krise um Nordkorea ganz oben auf der Tagesordnung stand.
Alle Beobachter sind sich jedoch einig, daß das wichtigste Standbein seiner Diplomatie seine Reise nach China ab 8.11. sein wird. Trump ist das erste ausländische Staatsoberhaupt in China nach dem 19. Kongreß der Kommunistischen Partei Chinas, auf dem Präsident Xi Jinping die Partei hinter seiner Gürtel- und Straßen-Initiative (BRI) für internationale Win-Win-Kooperation einte.

Um die Bedeutung der bilateralen Beziehungen zu unterstreichen, sprechen chinesische Diplomaten von einem „Staatsbesuch plus“, mit Empfängen mit militärischen Ehren, offiziellen Gesprächen, einem Staatsbankett und anderen besonderen Arrangements, um Trumps Gastfreundschaft bei Xis Besuch in Mar-a-Lago (Florida) im April zu erwidern.
Beide Seiten stimmen für den Gipfel einen positiven Ton an. In einer Rede an der Tsinghua-Universität am 1.11. bekräftigte Xi seinen Wunsch nach „Win-Win-Beziehungen“ zu den USA und sagte: „China ist bereit, mit der amerikanischen Seite zu arbeiten, um weit nach vorne zu blicken und hohe Ziele zu setzen - eine Gemeinschaft einer geteilten Zukunft für die Menschheit zu gründen.“

Trump kündigte am 4.11. an, er werde am Rande des asiatisch-pazifischen APEC-Gipfels in Vietnam den russischen Präsidenten Putin treffen. Präsident Xi Jinping wird die Hauptrede auf diesem Gipfel halten, was das große Interesse an der BRI und der Maritimen Seidenstraße in der ganzen Region belegt. Trump entschied zudem kurzfristig, die Asienreise um einen Tag zu verlängern, um am 14.11., einen Tag nach dem ASEAN-Treffen, am Ostasiengipfel auf den Philippinen teilzunehmen.