US-Sanktionen gegen Russland fördern weltweites Drogenkartell
31. März 2014 • 17:54 Uhr

Die Sanktionen der US-Regierung gegen Rußland werden dem riesigen afghanischen Drogenhandel, der seine tödlichen Produkte in Rußland und Westeuropa verbreitet, Auftrieb verleihen. Das Weiße Haus hat erst den Chef der russischen Antidrogenbehörde (FDCS), Viktor Iwanow, auf die Sanktionsliste gesetzt und dann sogar die Kooperation der US-Antidrogenbehörde (ONDCP) mit den Russen komplett ausgesetzt. (Ironischerweise hat zur gleichen Zeit der US-Staat Massachusetts wegen der enormen Zunahme von Heroinabhängigen und -toten einen Gesundheits-Notstand ausgerufen. )

Fachleute in den USA sind konsterniert, weil Iwanow mit Gil Kerlikowske, der bis vor wenigen Wochen die ONDCP leitete, eine sehr gute Arbeitsbeziehung hatte. Und noch im Januar hatte Senatorin Dianne Feinstein eine Sondersitzung des Senats-Drogenausschusses einberufen und dazu aufgerufen, Maßnahmen gegen den Heroinboom zu ergreifen, der unter den Augen der NATO-Truppen in Afghanistan stattfindet, und trotz der sonstigen Probleme in der Frage mit Rußland und dem Iran zusammenzuarbeiten.

Nach der Entscheidung, Iwanow keine Einreise in die USA mehr zu gestatten, veröffentlichte seine Behörde in Moskau eine drastisch formulierte Erklärung: „Letztlich können denkende Beobachter und Experten nur eine mögliche Erklärung hinter Washingtons Willkür feststellen: den Mangel an Bereitschaft zur positiven Zusammenarbeit und die Angst vor der Verantwortung für die explosive 40fache Zunahme der illegalen Drogenproduktion in Afghanistan seit der Besetzung dieses Landes durch die US- und NATO-Kräfte 2001.“

Rußland zählt weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Drogensüchtigen, wobei dieses Rauschgift aus Afghanistan kommt. Die kriminellen Gewinne aus diesem Handel machen nach Schätzungen 60 Mrd.$ jährlich aus, wobei das von der Londoner City massgeblich aufgebaute internationale Finanzzentrum in Dubai eine wichtige Rolle spielt, solche Gelder zu waschen.

Deutschland kann kein Interesse an einer derartigen Sabotage der Zusammenarbeit mit Russland haben.