USA im wirtschaftlichen Verfall: Sterberate steigt
11. November 2015 • 19:18 Uhr

Die Wirtschaftsseiten der europäischen Presse waren vor kurzem voll von den angeblich so guten Arbeitsmarktzahlen in den USA. Schaut man sich diese und andere Indikatoren der US-Situation aber einmal genauer an, kann man nur zu dem Schluß kommen, ein sterbendes System zu betrachten. Rechnet man die über 90 Mio. arbeitslosen Amerikaner im arbeitsfähigen Alter, die nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik erscheinen, zu den offiziellen Zahlen hinzu, liegt die reale Arbeitslosenrate bei weit über 10 Prozent – wie zur Zeit der großen Depression in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Jetzt belegen neue Zahlen die dramatische Verschlechterung der Lebensbedingungen in den USA, speziell unter den Regierungen Bush jun. und Obama in den letzten 14 Jahren. Die Ökonomen Anne Case und Angus Deaton (der Wirtschaftsnobelpreisträger 2015) von der Universität Princeton veröffentlichten im September eine Studie, die einen steilen Anstieg der Sterberate unter weißen, nicht-hispanischen Amerikanern im Alter von 45-54 belegt. Von 1999 bis 2014 stieg die Sterberate in dieser Gruppe um insgesamt mehr als 10 Prozent, unter der ärmeren, schlecht ausgebildeten von ihnen sogar um 22 Prozent.

Case und Deaton schreiben, wenn die Sterberate so geblieben wäre wie von 1979-1998, dann wären in der Periode von 1999-2013 eine halbe Million Todesfälle vermieden worden. Damit werde ein jahrzehntelanger Fortschritt bei der Sterblichkeit rückgängig gemacht, das jedoch nur in den USA. „Kein anderes reiches Land erlebte eine solche Kehrtwende.“ In Deutschland und Frankreich etwa ist die Sterberate in dieser Altersgruppe im selben Zeitraum um 25 Prozent bzw. 30 Prozent gesunken.

Wie Lyndon LaRouche richtig betonte, sind diese halbe Million unnötigen Todesfälle Opfer von Bush und Obama und deren Politik im Dienste der Wall Street. Ebenso erschreckend wie die steigende Sterberate an sich sind die häufigsten Todesursachen: Drogen- und Alkoholvergiftung, Selbstmord, chronische Leberleiden und Zirrhose. Die Autoren verweisen auf die enorme Zunahme von Opiaten- und Heroinsucht in der Altersgruppe. Das Hauptproblem sind also nicht Krankheiten, sondern Verzweiflung und Perspektivlosigkeit, die Menschen in Drogensucht und Selbstmord treiben.

Eine im Juli veröffentlichte Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control) weist nach, daß die Zunahme von Heroinsucht in der Mittelschicht mit der häufigeren Verschreibung von Schmerzmitteln wie OxyCondin zusammenhängt. In den USA herrscht die absurde Situation, daß unter den Regeln der Krankenversorgung - auch nach Obamas Gesundheitsreform - solche Medikamente viermal soviel kosten wie Heroin, an das man überall leicht herankommt. Menschen, die von solchen Tabletten abhängig sind, steigen deshalb auf Heroin um, um Geld zu sparen. Laut der CDC-Studie ist bei Menschen, denen Schmerzmittel verschrieben werden, die Wahrscheinlichkeit von Heroinmißbrauch 40fach erhöht. Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA stellt in einem neuen Bericht sogar fest, daß die Zahl der Heroinkonsumenten (Personen, die in den letzten 30 Tagen Heroin nahmen) allein von 2013 bis 2014 um 51 Prozent gestiegen ist!