Jenseits unserer heutigen Sinneswahrnehmungen:

Was und wo ist dein Geist?

von Lyndon LaRouche

1. September 2011

Die Menschheit ist, wie ich über die Jahre wiederholt betont habe, von der ihr zugedachten Veranlagung her eine unsterbliche Gattung. Es ist das angeborene Potential unserer Gattung. Heute steht nun die Menschheit nach den Millionen Jahren der bisherigen Existenz unserer Gattung vor einer Herausforderung, die sich genauso formulieren läßt, wie es Benjamin Franklin über die amerikanische Republik tat, nachdem diese durch den Sieg über den britischen imperialen Tyrannen gerade ihre Freiheit gewonnen hatte: „Könnt ihr sie erhalten?" Kann die Menschheit ihre potentielle Unsterblichkeit in der jetzt hereinbrechenden weltweiten Zusammenbruchskrise und darüber hinaus erhalten?

Vorwort:

Evolution als Revolutionen des Menschen

Mit ähnlicher Hingabe und Erkenntnis hatte der Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich den Marquis de Lafayette vorgewarnt, als Lafayettes Frankreich in die große kulturelle Katastrophe hineinschlitterte, die man die „Französische Revolution" nennt. Lafayette beherzigte diese Warnung nicht; ich möchte hoffen, daß meine eigenen Zeitgenossen sich fähig erweisen werden, es zu ihrer Zeit besser zu machen.

Heute kann ein neuer Zustand in den Angelegenheiten der Menschheit auf der Erde und auch darüber hinaus nur erfolgreich hergestellt werden, wenn rechtzeitig eine qualitativ neue Organisationsweise in diese menschlichen Angelegenheiten eingeführt wird - so wie die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika eine qualitative Revolution für die menschliche Gesellschaft darstellte, nicht nur in Nordamerika und den maßgeblichen transatlantischen Kulturen, sondern auch als Hoffnung auf die Entwicklung der ganzen Welt ausstrahlend.

Es trifft zwar zu, daß der jetzt drohende Ruin der Vereinigten Staaten seine Hauptursache offenkundig in ihrer eigenen Verderbnis hat, beispielhaft verkörpert durch die Präsidentschaft von Franklin Roosevelts Nachfolger Harry S Truman, aber auch durch den Mord an Präsident John F. Kennedy und seinem Bruder Robert sowie durch die späteren entsetzlichen Präsidentschaften von Richard Nixon, George H.W. Bush, George W. Bush jr. und, am schlimmsten von allen, Barack Obama. Die eigentliche Ursache unserer Not in jüngster Zeit lag somit grob gesagt in der Abfolge der Ereignisse in der Zeit seit Kennedys Tod. Was ich in den mehr als drei Generationen seither um mich herum erlebt habe, war der Ausdruck eines langanhaltenden moralischen Verfalls. Seit dem Zweiten Weltkrieg habe ich in meinem ganzen Leben diese immer mehr um sich greifende anglophile Unmoral von Imperialisten erfahren.

Dennoch war und ist die Menschheit, wiewohl oft fehlgeleitet, die rechtmäßig dominierende Gattung auf unserem Planeten, denn auf das Wohlergehen und die moralische Kraft der Menschheit stützt sich alles auf diesem Planeten, und dieser Einfluß unserer Gattung muß sich auf die ganze Galaxis ausweiten.

So gesehen sollte man alles, was wir heute über die Evolution der Lebewesen wissen, aus unserer Sicht der Entstehung und Entwicklung des Menschen und seiner Kultur betrachten, wobei ich die besondere Bedeutung der Menschheit damit definiere, daß sie nicht als bloßes sterbliches Wesen geschaffen ist, sondern eine unsterbliche Gattung sterblicher Einzelmenschen werden sollte.

Das menschliche Wissen über die Voraussetzungen für den Fortbestand der Menschheit stützt sich trotz aller menschlichen Torheiten einzig und allein auf das, was wir Menschen uns selbst in unseren Bemühungen um möglichst unbegrenzten wissenschaftlichen Fortschritt erarbeitet haben. Von daher bleibt an dieser Stelle des Berichts ein gewisses Element der Hoffnung, auch wenn dieses hoffnungsvolle Gefühl oftmals mit Zweifel und Verwirrung durchsetzt ist. So bleibt uns ein rätselhafter Gedanke: Wie soll man eigentlich erklären, daß der Mensch, wie es nach der vorherrschenden Meinung unserer heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis offenbar der Fall war, erst vor so relativ kurzer Zeit, vor einigen Millionen Jahren in Erscheinung getreten ist?

Insgesamt verbleibt in dieser Frage ein gewisses wissenschaftliches Dilemma.

Man muß davon ausgehen, daß in der vormenschlichen Geschichte (wie immer man diese auffassen mag) ein vorgeschaltetes, spezifisches und permanent revolutionäres Potential steckt. Die daraus erwachsene Menschheit wird (hoffentlich) sogar zu einer qualitativ noch höheren Gattung werden, als sie zu allen früheren Zeiten gewesen ist.

Anders gesagt, müssen wir uns fragen: „Welches sind derzeit die kreativen Mittel, mit denen die Menschheit ihre eigene Zukunft, die ewige Abfolge ihrer gezielten Fortschritte, so vorherbestimmen kann, daß sie ihrem Ausnahmecharakter gegenüber allen anderen Lebewesen gerecht wird und an sich selbst das revolutionäre Wunder vollbringt, das offenbar schon sehr bald notwendig ist?"

Bis dahin wissen wir im Grunde über die menschliche Gattung nur das, worin wir schon heute das Potential entdecken können, daß die Menschheit zu einem höheren sozialen Prozeß auf diesem Planeten wird. Das bedeutet eine höhere Ebene von Daseinsbedingungen der Menschheit als Gattung - einer Gattung, der die Fähigkeit verliehen ist, zu höheren Formen und Qualitäten ihres Daseins fortzuschreiten als zu den besten früheren Zeiten ihrer Fortschritte und Errungenschaften.

Wären wir gewöhnliche Lebewesen, ohne die schöpferischen Fähigkeiten menschlichen Genies, dann könnten wir uns gar nicht vorstellen, daß vor der Menschheit heute unmittelbar die Möglichkeit liegt, wie in einer Schwangerschaft die Geburt der menschlichen Zukunft vorzubereiten und ein höheres Potential zu erschließen, als aus der Sicht der heutigen Existenzmöglichkeiten auf diesem Planeten vorhanden ist.

Das wäre praktisch mit dieser Vorstellung verbunden: Die kreativen Kräfte, die ein Potential unserer menschlichen Weisheit sind, müssen sich nach bestem Ermessen „irgendwo da draußen" in der Galaxis oder noch weiter entfernt befinden. Das ist die Besonderheit der Menschheit, deren Vertreter wir sind, eine Menschheit, die mit außergewöhnlichen Geisteskräften ausgestattet und somit fähig ist, eine nur uns und unserem Vermächtnis eigene ideale Qualität zu erfüllen. Das befähigt und verpflichtet uns, dieses Ziel als Hauptgegenstand unserer jetzigen Untersuchung erneut aufzugreifen.

Entscheidend für die Lösung dieses Rätsels ist, wie ich im Verlauf dieses Berichts zeigen werde, daß nur die Menschheit unter allen uns derzeit bekannten Gattungen aufgrund ihres bekannten Gattungsverhaltens und anderer bekannter Kriterien die besondere Eigenschaft aufweist, eine unsterbliche Gattung sein zu können.1Nicht das Einzelwesen ist biologisch unsterblich; nur die Gattung als solche zeigt dieses gattungsspezifische Potential.

Ich will damit betonen: Wenn die Menschheit bekanntermaßen seit nicht einmal einem Dutzend Millionen Jahren auf der Erde existiert, müssen wir uns, auch bezogen auf einige inzwischen bekannte Belege, die Frage stellen: Wie lange ist es her, seit die Menschheit als lebende fortschrittliche Gattung und als Modellfall, der sich durch die in diesem Bericht dargestellten Qualitäten als unsterbliche Gattung auszeichnet, mehr oder weniger vorherbestimmt war?

Es gibt daher gewichtigen Anlaß zu der Annahme, und darauf werde ich im weiteren großen Wert legen, daß mit der beginnenden Entstehung einer geistig gereiften menschlichen Gattung heutiger Ausprägung (deren Grundeigenschaften ich auf den kommenden Seiten umreißen werde) die Menschheit jetzt erneut eine „Menschheit im Werden" im wirklich bedeutendem Sinn sein wird - so wie einst lange vor der Zeit, als der erste eigentliche Vertreter dieser Gattung erschien, wie in einer Zeit großen Fortschritts für unsere Gattung und wie in ihren besten früheren Momenten.

Formulieren wir diese eben dargestellten Umstände des menschlichen Daseins noch einmal anders und definieren sie anhand des folgenden, vergleichenden Blicks auf denselben Gegenstand.

Eine Vision der Menschheit für die Menschheit

Unsere bisherigen Kenntnisse über die Entwicklungsrichtung des menschlichen Lebens, wie sie das Menschenbild in Wernadskijs Konzept der Noosphäre veranschaulicht, sind ein Modell für den künftigen revolutionären Fortschritt der menschlichen Gattung in unserer Galaxis. Man muß dieses Modell in die Zukunft projizieren, als eine Verbesserung der menschlichen Lebensumstände, vergleichbar mit dem Prozeß des Fortschritts, den Wernadskijs Arbeit implizit vorher definiert hat.

In dem Fall kann sich - wie eben angeführt - das passende Bild unseres Universums erneut als Urheber einer qualitativen Erfahrung erweisen, die unsere Hoffnung auf weiteren Fortschritt der menschlichen Gattung erneuert, der noch über die besten Zeiten menschlicher Entfaltung hinausgeht. Dann können wir erneut eine noch höhere Qualität in der Erkenntnis jenes Gegenstandes erfahren, den man „das Universum" nennen sollte - ein Universum, das sich wie in früheren Zeiten zu einer höheren Seinsform erhebt. Wir müssen versuchen, eine neue Renaissance unserer Gattung herbeizuführen, und zwar mit Hilfe einer Instanz, die in der Existenz jenes vermutlich bewegten, bekannten Gegenstands, den der willentliche Charakter unserer Gattung verkörpert, von vornherein vorhanden ist.2Das Problem, auf das der Leser an dieser Stelle des Berichts wahrscheinlich stößt, ist das berühmte Paradox des Laplace bezüglich des Zeitbegriffs. Diese Frage werden wir an geeigneterer späterer Stelle des Berichts behandeln.

Das heißt zum Beispiel, daß sich uns das eben hervorgehobene, neu formulierte Ziel als die Frucht einer ernsthaften Untersuchung der bekannten Entwicklung des Lebens innerhalb der Grenzen unserer Galaxis während der letzten 500 Millionen Jahre darstellt, entsprechend den relevanten Belegen für die Evolution der Arten im Verlauf dieser Entwicklungsspanne.

So sind entsprechend der heutigen Sicht des uns bekannten Universums, wenn wir die Menschheit und die menschliche Erfahrung in der richtigen Weise anerkennen, das Leben und sein nichtlebender Aspekt im Grunde untrennbare Ausdrücke derselben einheitlichen Wirkung. Sie sind verbunden als Ursache und Ergebnis einer einheitlichen Wechselwirkung, die in gewissem Sinn von der Menschheit in einer entscheidenden, momentanen Position in der Geschichte unserer Himmelsgalaxis ausgeht.

Man betrachte davon ausgehend die Umorientierungsphase, die unser „Basementteam" in seinen Forschungsarbeiten seit Sommer 2010 durchlaufen hat. Man beachte dabei vor allem jene Untersuchungen über die Geschichte des Lebens auf der Erde in der etwa 500 Millionen Jahre langen Evolution von Lebewesen, die nach den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft in der Zeitspanne des uns bekannten Lebens auf der Erde im Bereich unserer Galaxis existiert haben. So lassen sich die wesentlichen Abläufe, die auf diese Weise zu betrachten sind, vollständig in einem übergeordneten, nach oben gerichteten Prozeß zusammenfassen, der praktisch untrennbar mit der steigenden „Energieflußdichte" charakteristischer Lebensprozesse verbunden ist. Im Mittelpunkt der Entwicklungsgeschichte lebender Prozesse steht dabei das höhere Prinzip der spezifisch schöpferischen Geistesprozesse des menschlichen Individuums.

Die Existenz nichtlebender Prozesse, deren Ursachen und offenbar auch deren Folgen bieten uns somit ein Naturschauspiel, welches bisher unter der Steuerung immer höherer Ordnungsgrade biologischer und anderer Formen stand. Dies ist als Ausdruck vielfältigster Zunahmen der relativen „Energieflußdichte" darzustellen, wobei alle diese Entwicklungen unbedingt der Wirkung der dem menschlichen Geist eigenen schöpferischen Fähigkeiten untergeordnet sind.

Ein hypothetischer Fall: Mars

Die Zeit ist vorüber oder sollte vorüber sein, in der man davon ausging, daß die Aufgabe, in deren Dienst jemand produktive oder vergleichbare Arbeit leistet, das gesamte Denken in allen wichtigen Bereichen beherrschen kann und sogar soll. Dies wurde bereits bei den ersten Planungen einer bemannten Mondmission erwogen. Schon recht bald entwickelte sich aus der weiteren Verfeinerung der Mondlandemission im Verlauf weniger Jahrzehnte der allgemeine Begriff eines „extraterrestrischen" Wirtschaftsmodells, für welches das Sonnensystem und darüber hinausgehende Bereiche die Plattform darstellen.

Hier lohnt sich ein Rückblick auf den halbstündigen Film „Die Frau auf dem Mars", den ich im Rahmen meines Präsidentschaftswahlkampfes 1988 gemacht habe.

Auch heute sollte das Ziel nicht bloß Siedlungen auf dem Mond oder jenseits davon sein, sondern planetare Stützpunkte, die als Steuerungszentralen für Industrieproduktion oder ein Äquivalent davon auf einer „mittleren" Basis innerhalb unseres Sonnensystems dienen. Eine von einem dritten Punkt gesteuerte produktionsähnliche Basis fungiert in dieser dreiteiligen Anordnung als menschlich kontrollierte, aber nicht von Menschen bewohnte Einrichtung. Der Zeitfaktor bei Unternehmungen im Sonnensystem oder sogar in relativ nahegelegenen Regionen der Galaxis macht eine solche Arbeitsweise wahrscheinlich.

Die gleichen Probleme treten selbst in geringeren Entfernungen extraterrestrischer Unternehmungen auf.

Weg mit dem „Zweiten Hauptsatz"

Anders gesagt, die Behauptung einer Kraft „universeller Entropie" (oder der „Zweite Hauptsatz der Thermodynamik") war von Anfang an eine ausgesprochene Lüge, ein Schwindel, der der wahren Evolution und Ordnung von Lebensprozessen generell widerspricht. Diese Evolution bringt Prozesse hervor, die auf höhere Konzentrationen von „Energieflußdichte" gerichtet sind. Diese Prozesse sind Ausdruck einer übergeordneten Eigenschaft des Universums, die sowohl in lebenden wie quasi-lebenden, nicht-menschlichen Prozessen zum Ausdruck kommt.

Die Folgerung aus dieser Erfahrung ist nicht, daß das System menschlichen Seins wie eine gewöhnliche mechanische Uhr „abläuft"; vielmehr scheint das genaue Gegenteil der Fall zu sein. Die Folgerung ist, daß das grassierende, heidnische3„Heidnisch" bedeutet im Gebrauch hier „oligarchisches System". Dogma vom „Umweltschutz" eine Lüge ist; es verstößt in Wahrheit gegen jede Vorstellung von Gott. Es steht allem entgegen, was wir an dem uns bekannten Universum als wahr beurteilen können. Die Bedingung für den Fortbestand unserer menschlichen Gattung sind ständig neue, endlose Fortschritte bei der relativen Energieflußdichte pro Kopf, pro Einheit der Landfläche und in Hinsicht auf die Voraussetzungen eines erfolgreichen Weiterlebens der Menschheit.

Mit anderen Worten muß ich daher, wenn ich diesen Bericht schreibe, besonders betonen, daß Kreativität nicht etwas ist, das dem Universum zufällig widerfährt; Kreativität ist, wie ich weiter unten hervorheben werde, der charakteristische und sogar zwangsläufig aktive Ausdruck des heute bekannten menschlichen Lebens in unserem Universum. Es gibt keine statischen Objekte; es gibt einen anhaltenden, anti-entropischen Entwicklungsprozeß im weiteren Sein unserer Gattung innerhalb der Grenzen dieser Eigenschaft des Universums. Es ist somit unsere unmittelbare Aufgabe, festzustellen, daß die evolutionäre Erfahrung über eine entsprechende Zeitspanne Ausdruck des Wirkens eines ableitbaren Motivs ist, welches diese evolutionäre Erfahrung, die uns aufwärts in die endlose Weiterentwicklung unserer Gattung führt, erzeugt hat.

Das soweit in diesen einleitenden Paragraphen Gesagte ist dazu gedacht, den Leser einen Schock erleben zu lassen. Es ist unvermeidbar, daß ein noch drastischerer Schock in dem eigentlichen Argument steckt, wenn dieser Bericht von den einleitenden Beobachtungen zu den folgenden regulären Kapiteln übergeht.

Bevor wir die gleiche These, die den wesentlichen Inhalt dieser einleitenden Äußerungen enthält, in der notwendigen Weise erneut aufgreifen, sollte man ein vermittelndes Argument einschalten, das sich wie folgt entwickeln läßt.

Aus Riemannscher Sicht

Es ist an dieser Stelle unserer Vorbemerkungen besonders wichtig, daß wir auf den dritten, abschließenden Abschnitt von Bernhard Riemanns Habilitationsschrift von 1854 „Anwendung auf den Raum"4Bernhard Riemann, Gesammelte Mathematische Werke und wissenschaftlicher Nachlaß, Heinrich Weber, herausgegeben von B.G. Teubner, Stuttgart 1902. verweisen.

Man muß erkennen, daß die sprichwörtlichen „fünf Sinne", wofür die meisten Menschen auch heute noch arglos schwärmen, eine täuschende Wirkung auf jeden ausüben, der an sie glaubt, eine falsche Annahme, was „wirklich" ist. Nach einer möglichen Sicht lassen sie sich, wie ich im nächsten Kapitel dieses Berichts hervorheben werde, als bloße Schatten betrachten. Entweder werden diese Schatten mit der Wirklichkeit verwechselt, oder man muß sie, wie ich es tue, in ihren am wenigsten fehlbaren Wirkungen als bloße Schatten einer selbst ansonsten kompetenten Wissenschaftlern noch unbekannten Realität betrachten.

Mit Blick auf diesen so beschriebenen Bedeutungskonflikt ist es an dieser Stelle besonders wichtig, darauf hinzuweisen, daß ich mich hier auf den dritten, abschließenden Abschnitt von Bernhard Riemanns Habilitationsschrift von 1854 mit der Zwischenüberschrift „Anwendung auf den Raum" beziehe.

Die Überlegung bezieht sich notwendigerweise auf das, was auch Riemann an dieser Stelle betont. Wir müssen uns mit den Sinneswahrnehmungen und ähnlichem auseinandersetzen, die von einem Bereich herrühren, der uns als ein irgendwie geheimnisvoller Ort jenseits der gewöhnlichen menschlichen Sinneswahrnehmung als solcher erscheint. Dabei geht es um Fälle wie beispielsweise bei Riemann, vom sehr Großen bis zum sehr Kleinen, jenseits der Grenzen der nur scheinbar offensichtlichen Ordnungsbereiche. Wie Riemann im genannten Schlußabschnitt seiner Schrift schreibt, verlegt er die Physik in einen Bereich, der ontologisch gänzlich jenseits der rein reduktionistischen Mathematik liegt.5Siehe „Anwendung des Raums".

Wenn das so ist, warum halten dann vordergründig vernünftige und gebildete Menschen an Meinungen fest, die sich an die vermeintliche „Unfehlbarkeit" bloßer Sinneswahrnehmung klammern? Wir müssen verlangen: „Warum sind wir so oft so dumm, blindlings unseren gewöhnlichen fünf Sinnen zu vertrauen?" Im schlimmsten Fall führt dies bei manchen zu einer Vorstellung, die einem sehr naiven Menschenbild entspricht, wo der Mensch sich ausschließlich als ein Wesen in einer verrückten Fantasiewelt bloßer „Sinnesunwahrnehmung" definiert.6Ich werde darauf in späteren Kapiteln zurückkommen.

In der neuzeitlichen Zivilisation beispielsweise findet sich der verbreitetste Ausdruck höchst einfältiger Meinungen im Vertrauen auf bloße Sinneswahrnehmungen im britischen Liberalismus und verwandten Formen. Der bekannteste Ausdruck hiervon ist Adam Smiths eigentlich völlig alberne Theorie der moralischen Empfindungen von 1759. Der englische Bauernfänger Adam Smith vertritt nachdrücklich die Auffassung, der Mensch sei grundsätzlich unfähig, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden - dieser Smith und seine törichten Bewunderer sehen im Menschen lediglich ein Tier, das ein unglückliches Opfer bloßer Empfindungen von Lust und Schmerz ist.

Unsere menschliche Alternative

An was müssen wir uns nun anstelle bloßer Sinneswahrnehmungen halten, um zu definieren, welche Qualität von Beweisen uns zu den entdeckbaren Prinzipien führt, die sich aufgrund ihrer Effekte als tatsächliches Wirkprinzip der Physik oder vergleichbares definieren lassen?

Die Prozesse, bei denen bloße Sinneswahrnehmungen durch strenge experimentelle Nachforschungen ergänzt werden, sollten uns zeigen, daß wir dazu konditioniert wurden, das Resultat „sinnlicher Gewißheiten" schon als wissenschaftliche Untersuchungen anzusehen. Deren Ergebnisse sind aber bloß „Schattenwürfe", die nur dazu dienen sollten, uns zu zeigen, daß menschliche Sinneswahrnehmungen eben nicht mehr sind als bloß Zusätze zum Bestand an Sinneswahrnehmungen. Solche Sinneswahrnehmungen nützen oft mehr, wenn man sie als Annäherungen auffaßt, die die Realität nachahmen oder sogar parodieren, als wenn man die Wahrnehmungen als solche übernimmt.

In diesem Zusammenhang betrachte man, wie Percy Bysshe Shelley den Schlußabschnitt seiner Verteidigung der Poesie, dem viele Leser immer noch einen mystischen Charakter zuschreiben, komponiert hat. Alle kompetenten schöpferischen Werke der klassischen Kunst haben diesen Ausdruck, genauso wie sich die schöpferische Vorstellungskraft ausdrückt in den Naturwissenschaften oder in großer klassischer Dichtung, dem klassischen Drama von Aischylos, Shakespeare und Schiller, also in Drama und Poesie genauso wie in der klassischen Musik und ihrer Interpretation.

Wenn man diese Wirkungen wirklich kreativer Geisteskräfte als experimentellen Ausdruck wissenschaftlicher Tests betrachtet, um eine wahre Vorstellung universeller physikalischer Prinzipien zu definieren, dann muß man zu der Erkenntnis gelangen, daß die Sinnesorgane häufig nur die Schatten der Realität abbilden. Deswegen sind solche Prinzipien nur einer solchen wissenschaftlichen Praxis zugänglich, und das nur dem ungewöhnlich entwickelten Denker.

Die so verbesserte Vorstellung unserer funktionalen Beziehung zu dem erfahrbaren Universum hat ihren größten Nutzen, wenn sie den entwickelten wissenschaftlichen Denker oder den im Gebrauch der Metapher verwurzelten klassischen Dichter befähigt, im eigenen Geist eine bestimmte Veränderung vorzunehmen, wodurch sich das eigene Identitätsgefühl praktisch vom Ort einer persönlichen Identität im Bereich einer gedachten „Sinnesgewißheit", einem bloßen Schatten der Hirntätigkeit, verlagert hin zu einem Ort persönlicher Identität im Universum. Das hat mit dem Gegenstand zu tun, der im weiteren noch inhaltlich in diesem Bericht zu lokalisieren sein wird.

In den schöpferischen Kräften klassischer künstlerischer Vorstellung liegt die eigentliche Kraftquelle der Naturwissenschaften, d.h. sie sind eine Realisierung dessen, was die klassische Vorstellungskraft hervorgebracht hat.

Das heißt, wenn man sich die gängige Meinung betrachtet, die Metaphern ins Schattenland verweist: In Wirklichkeit sind es die trügerischen Sicherheiten der Sinneswahrnehmung, die in den Bereich der Phantasie gehören, oder freundlicher ausgedrückt, in den Bereich eines vermeintlich „gesicherten" Glaubens an die Phantome der sinnlichen Gewißheit. Gerade die Metapher, man kann es auch die Ahnung der wirksamen Realität nennen, ist die „gesicherte" Erfahrung, mit welcher Kraft die Einsichten etwa eines Keats und Shelley die Leidenschaften ganzer Nationen und Völker bewegen können.

Unser Standort hier und jetzt ist dann unser Denken, das die Sinneserfahrungen wie eine Reihe von Schatten wahrnimmt, geworfen von Prozessen, die man aus dem Selbstverständnis seiner Identität im Universum heraus auffaßt. In einem solchen Universum „betrachten" wir, d.h. unser wahrhaftiges Identitätsgefühl, die Gesamtschau aller „Sinneserfahrungen" wie auch „sinnesähnlicher Erfahrungen", derer der menschliche Geist sich erfreut, von einem Standort im Universum, wo der entwickelte Geist seinen eigentlichen Hauptwohnsitz findet. Von diesem Ort aus betrachten wir das Universum, in dem quasi die Identität unserer Seele liegt: das Universum, in dem wir darum ringen sollten, den Ort zu finden, wo unsere wahre Seele ihren letzten, letztlich permanenten Wohnort hat.

Ich will damit betonen, und ich werde das im weiteren Verlauf der Schrift noch öfter wiederholen: Der eigentliche Ort, von dem eine gesprochene oder entsprechende Äußerung ausgeht, ist wahrscheinlich nicht der Ort in der vorgestellten Sinneswahrnehmung, von dem das geäußerte Argument scheinbar in Umlauf gebracht wird. Die eigentliche Idee geht von einem „Ort" außerhalb der bloßen Sinneswahrnehmung aus - einer Art von realem Ort im Universum, von dem die eigentlich ausgedrückte Idee widerhallt, wie das wirkliche, uns umgebende Universum, das unendlich weit von bloßen Sinneswahrnehmungen entfernt ist.7Dies ist ein Beispiel dafür, was manche als den „reinen LaRouche" bezeichnen mögen. Es bedeutet, daß die Idee, mit der mündliche oder schriftliche Mitteilungen verbunden sind, nicht die eigentliche Form, Qualität oder Inhalte der Idee ist, wie sie dem realen Universum bekannt ist, sondern lediglich sozusagen ein Schatten des tatsächlich wirksamen Ausdrucks der Idee. Menschliche Kommunikation als solche in der gewöhnlichen Bedeutung von „Kommunikation" muß so beurteilt werden, als wenn man die Äußerung der mitgeteilten Idee entsprechend einer im Morsealphabet wiedergegebenen und dann nach „Ostposemuckel" übertragen politischen Ansprache von einer mündlich in St. Petersburg gehaltenen Rede unterscheidet.

Um die Bedeutung dessen zusammenzufassen, was ich im obigen Absatz betont habe, sei auf folgendes verwiesen.

Unsere Vorgänger in der Neuzeit

In dem, was ich nach diesen einleitenden Bemerkungen in den folgenden Teilen dieses Berichts schreiben werde, muß der Unterschied zwischen dem Menschen und den Tieren sämtlicher Arten und Unterarten im wesentlichen in Hinsicht auf die bewußten Schöpfungskräfte gesucht werden, die die menschliche Persönlichkeit von der der Tiere unterscheidet. Die menschliche Persönlichkeit, die jeweils auf ihre Weise unter den Menschen auch kreativ ist, beschränkt sich nicht auf das, was nur auf rein sinnliche Erfahrungen von Bildern innerhalb der relativ festen Parameter ihrer Anlagen zurückzuführen ist. Wir müssen ein Bewußtsein jener seltener erkannten schöpferischen Kräfte aufspüren, entwickeln und festigen, die „außerhalb der Reichweite" normaler „sinnlicher" Anzeigen liegen, relativ „höhere" Geisteskräfte, mit denen der wohlgeordnete menschliche Geist potentiell dennoch spezifisch ausgestattet ist.

Wegen dieser Willenskräfte, die einzigartig sind, weil sie die menschliche Persönlichkeit von den anderen bekannten Lebewesen unterscheiden, hat sich uns nur die Menschheit als willentlich kreativ ausgewiesen, wenn es um bewußte Entdeckungen universeller Prinzipien geht. Diese verleihen jenen kreativen Persönlichkeiten, die solche Effekte bewußter Schöpfung zum Nutzen der Nachwelt weitergeben, implizit eine Unsterblichkeit. Eine solche Qualität definiert einen sonst Sterblichen als ein ewig schöpferisches, praktisch unsterbliches Wesen in den Reihen der zukünftigen Menschheit.

Entsprechend folgt daraus das folgende. Die meisten Tierarten sterben aus, wenn ihre Zeit vorüber ist. Allein der Menschheit steht im Prinzip die Möglichkeit offen, eine unsterbliche Gattung zu werden, so wie sich dies in dem Prozeß der nur dem Menschen eigenen, willentlichen Kreativität, besonders auch der Kreativität in den Naturwissenschaften ausdrückt. Deshalb bietet sich unter allen uns derzeit bekannten Gattungen allein der Menschheit die Gelegenheit, einen Status zu erlangen, den ich weiter unten als die relativ höheren Fähigkeiten einer im Grunde unsterblichen Gattung definiere. Die letztlich relevanten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die daraus folgen, lassen sich aus der Abfolge der Fortschritte der neuzeitlichen Wissenschaft ableiten. Dies wird besonders an den entscheidenden Beiträgen zur modernen Wissenschaft in der Belehrten Unwissenheit (De docta ignorantia von 1440) des Kardinals Nikolaus von Kues deutlich.

Wir treffen auf diese Vorstellungen schon zu frühen Zeiten, etwa in den bahnbrechenden Arbeiten von Cusa-Zeitgenossen wie dem außergewöhnlichen Genie Filippo Brunelleschi, dem Entdeckter des Prinzips, das sich in der Seilkurve (Kettenlinie) andeutet.

So schreitet die Wissenschaft immer mehr aus dem Schattenland reiner Sinneswahrnehmung voran, etwa dank der Entdeckungen der großen Nachfolger des Cusaners, insbesondere von Leonardo da Vinci, Johannes Kepler, Gottfried Wilhelm Leibniz, Carl Friedrich Gauß, Lejeune Dirichlet und Riemann, ein Prozeß, der sich bis zu Max Planck und seinem großen Mitstreiter und Nachfolger Albert Einstein fortsetzte, und weiter zu den großartigen Errungenschaften W.I. Wernadskijs in Rußland. Dies betrifft ganz besonders das Zusammentreffen der grundlegenden Erkenntnisse Riemanns und Wernadskijs, der deshalb als Riemanns wahrer Nachfolger im gesamten Bereich der Naturwissenschaft bezeichnet werden muß, wie aus Wernadskijs Schriften vor allem seit Mitte der 1930er Jahre klar hervorgeht.

So und ähnlich kam es dazu, daß wir heute die kreativen (d.h. noetischen) Kräfte des menschlichen Geistes in diesen Begriffen der neuzeitlichen Wissenschaft betrachten müssen. Das betrifft auch das Denken der großen klassischen Dichter und Komponisten sowie unserer größten Wissenschaftler bis zurück zu den Vorläufern Platons und zu Persönlichkeiten wie dem christlichen Apostel Paulus, der uns ganz besonders den Blick auf die Unsterblichkeit eröffnete, worin man die ontologische Sicht jener Transformation ausmachen sollte, die wir die Verwirklichung der unsterblichen menschlichen Seele nennen.

Diese eben über Paulus gesprochenen Worte sind keine bloße Laune. Man beachte den Gedankengang, den ich auf den folgenden Seiten dieses Berichts entwickeln werde. Wir werden im weiteren Verlauf auf den Apostel zurückkommen.

Der Trugschluß der Sinneswahrnehmung

Nach dem bisher Gesagten ergibt sich die Frage: Warum glauben dann scheinbar vernünftige und kultivierte Menschen an die verbreitete angebliche „Unfehlbarkeit" bloßer Sinneswahrnehmung? Warum sind wir so häufig so töricht, blindlings an Ideen zu glauben, wie sie allgemein mit unseren fünf Sinnen verbunden sind? Die schlimmste Folge davon ist dann ein kindlich-naives Menschenbild, wo das Wesen des einzelnen Menschen im wesentlichen durch die Sinneswahrnehmung definiert ist.

Wie äußert sich das?

Indem wir uns nun dem Ende unserer einleitenden Bemerkungen nähern, wollen wir erneut die wichtige Bedeutung des neuzeitlichen Übels namens „Liberalismus" erörtern, etwa bei dem bösartigen Adam Smith.

Die schlimmsten Beispiele für einfältige Vorstellungen simpler Sinneswahrnehmung in der neuzeitlichen Zivilisation finden sich im britischen Liberalismus und verwandten Formen; der bekannteste Ausdruck hiervon ist Adam Smiths Theorie der moralischen Empfindungen von 1759. Smith und auf ähnliche Weise seine bekanntesten Anhänger vertreten die Auffassung, Menschen „liberaler" Überzeugung seien grundsätzlich unfähig, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. In der Praxis ist es so, daß Smith und seinesgleichen grundsätzlich das Falsche bevorzugen. Aus dem fanatischen Beharren des Irrationalisten auf „sinnlicher Gewißheit" folgt die Vorstellung, das menschliche Individuum sei von Natur aus unfähig, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden - vielmehr sei es das unglückliche Opfer eines Zusammenspiels übernommener Verhaltensregeln und simpler Empfindungen von Lust und Schmerz.

Auf was müssen wir uns nun anstelle von Sinneswahrnehmungen verlassen, um definieren zu können, welche Art von entdeckbaren experimentellen Beweisen die Effekte aufdecken, aus denen sich ein tatsächliches Wirkprinzip der Physik ableiten läßt? Damit zu der Frage, die als das zentrale Thema dieses Berichts betrachtet werden soll: Was läßt sich vernünftigerweise aus der Erfahrung menschlicher Sinneswahrnehmungen ableiten? Nehmen wir den Sonderfall des gewöhnlich verwendeten Begriffs menschlicher Sinneswahrnehmungen. Man untersuche für dieses Beispiel die Ironien zwischen den behaupteten und den tatsächlichen Zugangsmöglichkeiten an Annäherungen wirklichen Wissens und die Rolle der bestenfalls schlechten Widerspiegelungen der Realität, die wir gewöhnlich als - (tatsächlich) höchst irreführende Ideen - im Zusammenhang mit „den gewöhnlichen menschlichen Sinneswahrnehmungen" bezeichnen.

Solange die Menschheit sich nicht deutlich über den von Affen beherrschten Wissensstand bzw. über die bloßen „fünf Sinne" erhoben hat, um die sich die gewöhnliche menschliche Sinneswahrnehmung hauptsächlich dreht, solange bleibt der größere Teil der Menschheit weiterhin praktisch wie ein Tier gefangen. In dieser Lage ist der Mensch ein bedrohtes Wesen. Er ist dann auf seine Fähigkeiten beschränkt, laufende Erfahrungen wahrzunehmen.

Auch wenn so peinliche, armselige Produkte vorwissenschaftlicher und vergleichbarer Verdrehung von Prinzipien als Beispiele wirklichen Wissens durchgehen, erfreut sich die Menschheit trotzdem eines Potentials für höhere Erkenntnisqualitäten. Das Erwerben dieses Wissens hängt an der Rolle des Metapherprinzips der klassischen Kunst, das in Konstruktionen, die für die Komposition klassischer Kunst beispielhaft sind, zum Ausdruck gelangt.

Diese vorhandenen, aber selten entwickelten höheren Begriffe klassisch-künstlerischer Imagination, die jenseits aller Mittelmäßigkeit und bloßem doktrinären Formalismus, also jenseits des Reduktionismus liegen müssen, erschließen wir uns durch die bewußte Erfahrung höherer, klassischer Formen der Imagination, die wir in den Fähigkeiten im Zusammenhang mit wirklichen Entdeckungen in der klassischen Kunst und anderen Bereichen der Entdeckung und Umsetzung universeller Prinzipien lokalisieren müssen. Diese Fähigkeiten basieren ihrerseits auf der Erlangung und Beibehaltung tatsächlich wirksamen wissenschaftlichen Fortschritts, von dem das erforderliche Gedeihen menschlicher Tätigkeit weitgehend abhängig ist.

Anstatt Sinneswahrnehmung wörtlich zu nehmen, als wären Sinneswahrnehmungen „real" und nicht bloße Schatten, die auf unsere Sinne geworfen werden, müssen wir herausfinden, was diese Schatten geworfen hat.

Entgegen dieser Warnung ist ausgesprochen rationales geistiges Verhalten keineswegs systemisch gesichert - man denke nur an den Fall des elenden Liberalismus von Adam Smith und seinesgleichen, der derzeit in verschiedenen Varianten des axiomatischen Irrationalismus kultureller Entwicklungen zum Vorschein kommt. Das Verhalten ist nur eingeengt, zumindest weitgehend, so wie induzierte mechanische Verhaltensgewohnheiten typisch für quasi mechanische Funktionen sind.

Die verbreitete Verwendung symbolischer Darstellungen, wie etwa das Verwechseln bloßer Wörter mit den entsprechenden „physikalischen Aktualitäten", ist das Ergebnis blinden Vertrauens in bloße Sinneswahrnehmung. Man verwechselt die berühmten nominalistischen „fünf Sinne" mit echten universellen Prinzipien, wie beispielsweise den von Johannes Kepler entdeckten physikalischen Prinzipien der Gravitation, den Entdeckungen Bernhard Riemanns und den weiteren Fortschritten bei der Entwicklung ontologischer Einsichten durch Max Planck und Albert Einstein zu ihrer Zeit sowie von W.I. Wernadskij auf noch höherem Niveau zu seiner Zeit.

Verlasse dich nie auf das Urteil eines vermeintlichen Experten, selbst eines fachlich ausgebildeten, wenn dessen Anschauungen ganz oder weitgehend in Einklang mit den zunehmenden und zunehmend maßgeblichen Abwärtstrends stehen, die sich seit dem Tod von Präsident Franklin Roosevelt durchgesetzt haben. Solche Trends sind typischer Ausdruck fehlerhafter, reduktionistischer Methoden, die man sogar als „klinische Expertenmeinung" einstufen kann, sogar wenn man ansonsten eine hochklassige professionelle Beurteilung erwarten sollte.

Diese Art Problem, das sich in diesen oder vergleichbaren Begriffen „professioneller Expertise" stellt, ist unter diesen Bedingungen derzeit leider selbst bei hochkarätigen „professionellen" Qualifikationen vorherrschend. Um es zu wiederholen: Wo immer höhere kognitive Funktionen durch „formales Fachwissen" korrumpiert werden, muß das Urteil des angeblichen Experten dauerhaft in Frage gestellt werden, und das trifft generell auch auf Laien zu. „Liberalismus" und anderem „reduktionistischen Können" muß mit Vorsicht, manchmal sogar mit Verachtung begegnet werden. Sie sollten immer verdächtig werden, sobald sie ihre vermeintlichen „fachlichen Gepflogenheiten" verteidigen, die als Ergebnis reduktionistischer Rationalisierungen ins Spiel kommen.

Ich kann über das, was ich bisher in diesem Aufsatz dargestellt habe, mit erwiesener, relativ außergewöhnlicher Autorität sprechen, denn es geht hier um ein Thema, das häufig meine ganz besondere Autorität im Bereich der Wirtschaftsprognose und verwandten Bereichen betrifft.

Konkret ist meine zunehmende Autorität von 1956 bis heute in der allgemeinen Prognosestellung nach allen praktischen Belegen als nicht nur überragend, sondern praktisch einzigartig für professionelle Exzellenz in den Leistungsergebnissen auf diesem Feld einzustufen.

Davon ausgehend ist die Absicht der vorliegenden Darstellung, eine bessere Einsicht in die Grundlagen der außergewöhnlichen Erfolge meiner Prognosemethode zu schaffen, insbesondere bezogen auf die Bedingungen der praktisch tödlichen Wirtschaftskrise, die heute fast die gesamte Welt erfaßt hat. Diese Qualität professioneller Kompetenz war in ihrer Anwendung zwar erfolgreich, erhielt aber dennoch nur selten öffentliche Anerkennung, bevor in den letzten Jahren die Inkompetenz der gängigen reduktionistischen Bewertungsverfahren in Wirtschaftsfragen immer häufiger aufgedeckt wurde.

Dies beschränkt sich nicht auf meine bisher ausnahmeartige Kompetenz im speziellen Bereich der Wirtschaftswissenschaft, sondern strahlt auf den gesamten Themenbereich der heutigen Gesellschaftstheorie aus. Der Gegenstand gehört in den generellen Bereich überragender professioneller und verwandter Entscheidungen, nicht nur im Rahmen der Wissenschaft der physischen Ökonomie und damit eng verwandten Bereichen, sondern auch in Bezug auf die grundlegenden Fragen, um die es in diesem Bericht hier geht.

Fahren wir von hier aus fort.

I. Das Grundprinzip

Mit Blick auf das bisher Gesagte: Meine Autorität in den Fragen, die ich bisher in diesem Bericht behandelt habe, beruht auf meiner recht einzigartigen Erfolgsgeschichte als Prognostiker von Krisen und ähnlichen Phänomenen in der heutigen Wirtschaft. Dies bezieht sich insbesondere auf bedeutende Ereignisse in den transatlantischen Volkswirtschaften seit 1956/57 bis in die jüngste Zeit. Die in dieser spezifischen Hinsicht zu treffenden Unterscheidungen sind in gewissem Sinn quantitativ zu betrachten, in anderer Hinsicht jedoch als Abfolge kritischer, qualitativer Ereignisse aufzufassen, d.h. daß sich darin ein physikalisches Prinzip ausdrückt.

Die Welt und insbesondere die transatlantische Welt befindet sich im Augenblick in der schlimmsten Finanzkrise der Neuzeit, faktisch bereits in dieser Woche, falls nicht etwas beinahe Unglaubliches dazwischenkommt.

Alle wesentlichen Grundprinzipien hinter meiner Erfolgsbilanz als Wirtschaftsprognostiker laufen im Vorfeld des drohenden Kollapses zusammen - genau in dieser Woche meines 89. Geburtstages. Dagegen haben meine vermeintlichen beruflichen Rivalen dermaßen geirrt, daß unter den Umständen des Endstadiums der in Gang befindlichen großen transatlantischen Zusammenbruchskrise von ihren Lehrmeinungen nichts mehr übrig ist.

Die sich damit stellenden Fragen sind qualitative und keine bloß quantitativen Probleme der Naturwissenschaft. Mein vorliegender Vorschlag für eine umfassende realwirtschaftliche Erholung von der jetzigen transatlantischen Zusammenbruchskrise definiert, welche spezifischen, von der Wissenschaft getriebenen Errungenschaften in der Hinsicht erreicht werden müssen.

Die uns bevorstehenden Aufgaben

Das größte derzeitige Hindernis für Fortschritt im Rahmen der heute weithin akzeptierten akademischen Wissenschaft ist die falsche Annahme der Empiristen, die „fünf Prinzipien unserer Sinne“ definierten eine heute akzeptable Meinung, wie man Mensch und Natur mittels bestimmter beschränkter Apriori-Annahmen regulieren könne. Wie ich bereits in den obigen einleitenden Argumenten betont habe, gehören solche Annahmen überwiegend in den Bereich der Phantasie.

Es sollte einen nicht überraschen, wenn man feststellt, daß die typischen Torheiten der Menschheit, sogar tragische, sich am Ende alle als ein allgemeines Versagen gängiger Phantasievorstellungen erweisen, die man ironischerweise mit dem sogenannten „gesunden Menschenverstand“ verbindet. Man denke zum Beispiel an den von mir eben angeführten verbreiteten Glauben an die „gängigen“ sogenannten „fünf gewöhnlichen Sinne“ als besonders typisches und bekanntes dieser systemischen Fehlurteile.

Zur Verdeutlichung betrachte man die Beweise, die von den ursprünglichen Entdeckern des wahren Prinzips der universellen Gravitation vorgelegt wurden. Man nehme dazu erneut den Fall des Astronomen Johannes Kepler, des ersten und derzeit einzigen bekannten Entdeckers dieses Prinzips, und stelle ihm den großen Physiker Albert Einstein zur Seite, dessen ähnlich ironisches Genie sich in verwandten, großartigen Leistungen ausdrückte und der aus Keplers Werk die grundlegende Vorstellung ableitete, daß das Universum „endlich, aber unbegrenzt“ sei.

Die durch die Entdeckungen dieser zwei führenden Naturwissenschaftler aufgeworfenen Überlegungen sollten unsere Aufmerksamkeit auf die wohl wichtigsten Beiträge zur Förderung der Wissenschaft in der heutigen Zeit lenken. Der folgende Gedankengang umreißt, um welche grundlegenden Fragen es hierbei geht.8Meine eigene diesbezügliche Entdeckung wird durch eine entsprechende Untersuchung der gleichen physikalischen Frage ergänzt, die derzeit von meinem Kollegen Jason Ross angestellt wird. Jason Ross bezieht sich dabei auf die noch immer debattierten Fragen, die sich aus dem Versuch ergeben, das Verständnis der Abelschen Funktionen von Abel selbst und einigen anderen mit den entsprechenden Entdeckungen Lejeune Dirichlets und Bernhard Riemanns in Einklang zu bringen. Meine eigene Sicht hiervon stelle ich in Kürze an dieser Stelle dar.

Nehmen wir den großen Trugschluß, der an diesem ironischen Augenblick in der modernen Physik lauert. Er liegt in dem systemischen Irrtum, in der angewandten Physik Sinneswahrnehmungen (d.h. die „fünf Sinne an sich“) als vorrangige Tatsachen zu behandeln.

Keplers Entdeckung der Gravitation und Einsteins davon abgeleitete Sicht eines endlichen, aber nicht begrenzten Universums fügen sich gewissermaßen zu der expliziten Aussage zusammen, die ich hier darstellen will.

Um die so eingeführte Frage weiterzuentwickeln, beschäftige man sich mit einigen Vorläufern des gleichen Problembereichs in der Antike. Das beste Beispiel ist der ausgemachte Betrug, der sich „Euklidische Geometrie“ nennt. Alle pseudowissenschaftlichen Täuschungen des sogenannten „Apriorismus“ beruhen auf der „Euklidischen Geometrie“ und auf der ebenso widersinnigen wie beliebten Vorstellung der „primären fünf Sinne“.

Versuche, physikalische Phänomene auf Messungen und verwandte Erscheinungen der Sinneswahrnehmung zu gründen, haben besonders in Verbindung mit deduktiven Methoden eine vergiftende Wirkung auf die Naturwissenschaften, weil man an die Stelle der eigentlichen physikalische Prinzipien etwas setzt, was in Wirklichkeit die Schatten sind, die von Phänomenen der Sinneswahrnehmung geworfen werden. Das steht im Widerspruch zu den besten Erkenntnissen des antiken klassischen Griechenlands wie der späteren Wissenschaftsmethode, die uns Denker wie Kardinal Nikolaus von Kues hinterlassen haben, darunter auch die besondere Methode von Johannes Kepler bei der Entdeckung des Prinzips, das in dem Zusammenspiel zwischen der Stellvertreterhypothese und der tatsächlichen Entdeckung der Gravitation zum Ausdruck kommt.9Siehe in diesem Zusammenhang den systemischen Fehler in Archimedes’ Ansatz der Quadratur des Kreises. In der neuzeitlichen Wissenschaft hat Kardinal Nikolaus von Kues Archimedes’ Fehler korrigiert, was sich auch in Cusas Abhandlungen in seiner Belehrten Unwissenheit (De docta ignorantia) ausdrückt.

Unter allen aprioristischen Ausdrucksformen der genannten Fehler im Umgang mit Sinneswahrnehmungen sticht jene hervor, die sich in verbitterter Ironie darin zeigt, was der Reduktionist in radikal-reduktionistischer, simplistischer Weise dem Wort „Zeit“ zuschreibt. An dieser Stelle des systemischen Konflikts zwischen experimenteller Naturwissenschaft und formaler Mathematik tobt ein tatsächlich existentieller Kampf zwischen dem Einfluß einer reduktionistischen Mathematik, wie der des zahlreichen Anhangs von Bertrand Russell, und der maßgeblichen experimentellen neuzeitlichen Physik, wie der von Brunelleschi, Nikolaus von Kues, Leonardo da Vinci, Kepler, Fermat, Leibniz, Gauß, Dirichlet, Riemann, Max Planck und Albert Einstein.

Was ich bisher in diesem Kapitel geschrieben habe, ist im Vergleich zu jeder gegenteiligen Auffassung mehr als wahr. Das Gesagte ist in Hinsicht auf das, was behauptet wird, absolut richtig, dennoch bleibt es gefährlich unvollständig, wenn es nicht weitergeführt wird. Es kann sogar schrecklich irreführend sein - nicht wegen etwas bisher Gesagtem, sondern wegen etwas, das mit Blick auf das, was ungesagt bleibt, äußerst problematisch sein könnte.10Sogenannte „Prinzipien der Sinneswahrnehmung“ nicht anzugreifen, ist ein Hauptbeispiel für ein solches arglistiges Versehen. Die Apriori-„Prinzipien“ der Euklidischen Geometrie sind ein typisches Beispiel. Der bösartige Bertrand Russell und die Generation seiner Nachläufer im 20. Jahrhundert wie die verkommene Cambridger Schule der „Systemanalyse“ sind, wie ich bereits betont habe, ein höchst passendes, klinisches Beispiel hierfür.11Siehe auch das Internationale Institut für Angewandte Systemanalyse im österreichischen Laxenburg. Die ruinöse Tendenz, die gegenwärtig die Welt und insbesondere die transatlantische Welt bedroht, läßt sich, aus viel früherer Zeit gesehen, als Konflikt zwischen dem „Apriorismus“ formaler Mathematik, d.h. dem elenden Apriorismus eines verlogenen Euklid, und der wirklichen Vernunft einer wahren Naturwissenschaft einordnen.

Im Kern geht es hier um die wesentlichen funktionellen Unterschiede zwischen aufeinander folgenden Varianten von Lebewesen. Das heißt, die Evolution von Arten innerhalb von jeweils scheinbar rivalisierenden Artenreihen präsentiert sich uns heute in Form des äußerst bedeutsamen tödlichen Gegensatzes zwischen Arten, die funktionell als tödliche Rivalen im gemeinsamen Verderben festsitzen.

Das zeichnet oligarchische Gesellschaftsformen aus, im Gegensatz zu Gesellschaften, die entsprechend der ursprünglichen amerikanischen Verfassung aufgebaut sind, oder man kann es sich noch anschaulicher als den inhärenten Konflikt zwischen Beuteltieren und Säugetieren vorstellen.

Das Barbarische Empire

Das heutige Britische Empire ist ein getreuer Ausdruck der Tradition des „dritten Römischen Reiches“ und damit der größte Feind der Zivilisation, der sich auf diesem Planeten breitmacht.

Hierin liegt beispielsweise die Natur des Konflikts zwischen einer Gesellschaft wie der britischen Monarchie (als übler Ausdruck der allgemeineren oligarchischen Seuche) und den Vereinigten Staaten im ursprünglichen Sinn ihrer Verfassung.

Dieser Konflikt hat noch eine andere Bedeutung: Er läuft auf eine menschliche Gesellschaft hinaus, die dem fatalen verkommenen Zustand der vom Empire kontrollierten „Governance“ entspricht, der jetzt West- und Mitteleuropa auffrißt. Dieser Prozeß des „Auffressens“ zeigt uns ein Gesellschaftssystem, das im oligarchischen Prinzip verwurzelt ist, wie es im Imperialismus Europas schon immer herrscht - und das über die gesamte Zeitspanne vom Untergang des Perserreichs bis zum heutigen Britischen Empire, dessen anstehender Untergang bereits seinen Geruch verbreitet.

Diese vor allem dem alten Rom nachgeahmte Tradition des britischen Imperialismus ist zum Maßstab des europäischen Herrschaftssystems geworden, bis heute, wo die imperialistische Herrschaft des Empire zerfällt. Dieses System hat in und über Europa geherrscht, seit das Römische Reich als erste Form der verkommenen Methoden der „Governance“ gegründet wurde.

Dies ist der Augur, der den Untergang verheißt, mit dem sehr rasch ein gewaltiger Völkermord die Menschheit heimsuchen würde, wenn die britische Kontrolle über die Volkswirtschaften und die politischen Systeme der transatlantischen Region nicht in allernächster Zeit von der Weltbühne verschwindet.

Sicher waren die Fortschritte der europäischen Kulturen mit großartigen Werten verbunden, aber mit Ausnahme des Falles der Vereinigten Staaten waren diese Errungenschaften der europäischen Kulturen gewöhnlich gefangen in der ungebrochenen Tradition römischer Imperialherrschaft - ein Imperium, das traditionell über die Nationen Europas und darüber hinaus herrscht, seit das Römische Reich inmitten der sexuell und anderweitig berüchtigten Ziegen der Insel Capri gegründet wurde.

Die großen Leistungen der Vereinigten Staaten, die wir trotz aller aus Europa importierten Schwächen errungen haben, wurden, wie in einer Tragödie immer, bedroht und häufig zurückgeworfen durch eine imperialistische Tyrannei inmitten der Sache der Zivilisation, durch Kräfte in der fortgesetzten Tradition des erweiterten Römischen Reichs, bis hin zur tragischen Herrschaft Königin Elisabeths II. heute.

Der Verweis auf diesen eben dargestellten systemischen Konflikt lenkt unsere Aufmerksamkeit darauf, daß es in letzter Zeit Anzeichen für eine möglicherweise drohende Auslöschung einer großen Mehrheit der transatlantischen Bevölkerung gibt, was sich sogar als Vorspiel einer bald drohenden Auslöschung der Menschheit und anderer Gattungen erweisen könnte. Dies ist eine akute Gefahr, wenn nicht in den Vereinigten Staaten umgehend bestimmte Veränderungen, die ich schon seit Juli/August 2007 vorschlage, vorgenommen werden.

Das nur zur Veranschaulichung des Prinzips, daß der heutige Konflikt zwischen dem britisch-oligarchischen und dem amerikanisch-konstitutionellen System in einem Massenaussterben enden könnte, und das sogar sehr bald.

Wenden wir uns nach dem jetzt Gesagten der spezifischen wissenschaftlichen Untermauerung dieses Konflikts zu.

Das wissenschaftliche Prinzip

Alle wichtigen naturwissenschaftlichen Aspekte, die für die vorangehenden Fragen relevant sind, sollten im Rahmen einer alternativen, zukünftigen Kontinuität des realwirtschaftlichen Fortschritts aufgefaßt werden. Den Bezugspunkt bilde dabei die Abfolge von Errungenschaften im Zusammenhang mit den Beiträgen von Bernhard Riemann und dem russischen Akademiemitglied W.I. Wernadskij - Errungenschaften zur Realität des menschlichen Lebens durch den naturwissenschaftlichen Fortschritt.

Das eben Gesagte ist nicht das „letzte Wort“; es ist der Vorraum zu einer höherrangigen, fundierteren Überlegung. Diese übergeordnete Überlegung ist, daß weder der physikalische Bereich noch der Zeitbegriff unabhängige „Faktoren“ sind. Verwerfen wir die unsinnige Kategorie des „Raumes“. Weder der vermeintliche räumliche Bereich der Physik noch jener der physikalischen Zeit sind wirklich unabhängige Faktoren; es gibt nur lebende Prozesse physikalischer Zeit. Wie ich mit zunehmendem Nachdruck betont habe, können die eigentlichen Seinsformen in diesem Universum nichts anderes sein als der Blick von der Brüstung der physikalischen Zeit.

Wenn man die entsprechenden Fakten in der richtigen Weise berücksichtigt und das richtig verstandene „schöpferische Prinzip“ mit den schöpferischen Fähigkeiten des menschlichen Geistes in Verbindung bringt, dann erkennt man, daß hinter diesen schöpferischen Fähigkeiten ein einziges, einheitliches Prinzip der Kreativität steht. Es verdeutlicht nur das herrschende universelle, unsterbliche Prinzip, das die Welt der Menschen bestimmt.

In einem solchen physikalisch-zeitlichen Zusammenhang sollte man die untergeordneten Lebensbereiche von Pflanzen und Tieren sowie auch das, was als unbelebter Bereich eingestuft wird, als Bereiche betrachten, die der übergreifenden Herrschaft des Bereichs der höchsten Ausprägung lebender Prozesse unterworfen sind - einer Herrschaft, die sich im realen Geist eines Vertreters der menschlichen Gattung widerspiegelt. Ich spreche damit vom Bereich des Prinzips des Geistes als solchem im Sinne der richtig verstandenen Herrschaft des menschlichen Geistes, die an die ehrfurchtgebietende Realität eines Schöpfers gemahnt.

Das soweit Gesagte verweist uns, wie ich bereits zuvor gesagt habe, auf diesen Umstand: Der Schöpfungsakt kann nicht unabhängig vom Schöpfer sein. Beide sind ein und dasselbe.

Weitere Betrachtungen

Verweilen wir dabei ein wenig. Nehmen wir ein paar „griffige Beispiele“, an denen ich einige wichtige Aspekte sogenannter „Ironien der Sinneswahrnehmung“ (oder soll man lieber von Sinnesverirrung sprechen?) verdeutlichen kann.

Nehmen wir etwa die Namen, mit denen man die Medien bezeichnet, in deren Grenzen der Mensch vermeintlich auf das sogenannte Universum einwirkt. Was für fiktive und unsinnige Vorstellungen werden verwendet, wenn man das Medium des menschlichen Einwirkens auf das Universum in Begriffen eines Konzerts von „Raum, Zeit und Materie“ definiert. Vor allem gibt es den „Raum“ als solchen, wie man sich ihn gewöhnlich heute vorstellt, gar nicht. In Wirklichkeit ist der „Raum“ nämlich nicht leer, sondern „bis zum Rand“ mit dem Medium universeller kosmischer Strahlung angefüllt; die Vorstellung von „diskreter Materie im Raum“ ist dagegen sehr fragwürdig.

Damit soll die „Wirksamkeit“ der physikalischen Prozesse, mit denen sich der Wissenschaftler und andere befassen, nicht im geringsten geleugnet werden. Die entsprechenden Ironien bei den zuletzt üblichen Vorgehensweisen sind vielmehr durch trügerische Annahmen im gewohnten Verhaltensmuster verursacht. Die Wurzel solcher Schwierigkeiten liegt in einer eingebürgerten falschen Vorstellung von „Zeit an sich“.

Für viele sind diese meine Äußerungen sicher schockierende, neuartige Gedanken, obwohl sie gültige grundlegende Verbesserungen darstellen. Daran wird deutlich, daß wir es wagen müssen, in „schwierigen Gewässern“ zu schwimmen. Trotzdem gehören sie in den Bereich der Wirklichkeit. Setzen wir diesen Prozeß wie folgt fort; flechten wir das Thema „Zeit“ folgendermaßen hinein.

Spielen wir gemeinsam ein wenig mit den folgenden Fragestellungen: einigen, die den Geist anstacheln sollen, und einigen, die uns zu den Beweisen führen, aber alles für ein gemeinsames Ziel.

Was ist Zeit?

Wer mag, kann das, was ich jetzt sagen werde, als „spekulativ“ betrachten. In diesem Fall achte er jedoch darauf, in welcher Schlinge er sich verfängt, wenn er bei einem solchen, vermeintlich harmlosen „spekulativen“ Spiel mitspielt. Dazu lasse man sich jetzt von der Verlockung der physikalischen Zeit gefangennehmen.

„Zeit“ sei das Maß physikalischer Wirkung. Nun versuche man, das Sein in der Zeit zu messen; wie kann man der Klammer entkommen, die beide vereint? Wie ist diese „Zeit“ entstanden, wenn nicht durch das, was sie mißt? „Raumzeit“ kann nicht mit der Vereinigung zweier variabler Größen vergleichbar sein; versucht die Vereinigung der beiden zu entwirren, ohne daß beide ihr Sein verlieren! Zeit muß grundsätzlich als Wirkung in und von physikalischen Prozessen gemessen werden, ob relativ vorwärts oder anderswie - Zeit mißt immer physikalische Prozesse. Die Formulierung mag sich etwas albern anhören, aber das ist genau die ehrliche Naivität der Erscheinung, die unsere Vorstellungskraft auf sich zieht und vielleicht einfängt; die „Imagination“ bestimmt unsere Handlungsweise.

Vor etlichen Monaten schlug ich vor, sich mit der Vorstellung einer scheinbaren Richtungsumkehr der physikalischen Zeit zu befassen, um so praktisch den gravierenden Fehler von Pierre S. Laplace bei seinem Konzept einfacher Zeit zu widerlegen. Ein begabter Mitarbeiter untersuchte seitdem die Bedeutung eines solchen Falles einer meßbaren physikalischen Zeitumkehr. Nur die Anwendung auf ausschließlich physikalische Bereiche ist in diesem Fall für grundlegende Untersuchungen geeignet; aber die Verlockung der Sache wird, wie Alice im Wunderland vielleicht sagen würde, „verquerer und verquerer“.

II. Wie die Prinzipien der Neuzeit entdeckt wurden

Das wichtigste Beispiel, auf das man in der Anfangsphase der neuzeitlichen Naturwissenschaft stößt, sind die Anlehnungen an die Methode, die Kardinal Nikolaus von Kues (1401-1464) einführte und die sich später bei der Entdeckung des physikalischen Prinzips der Astronomie des Sonnensystems wiederfindet, was bereits oben im Vorwort über Fragen der Ontologie zur Sprache kam.12Der wichtigste Vorläufer der wegweisenden Schrift De Docta Ignorantia von Nikolaus von Kues ist wohl in Filippo Brunelleschis Leistung zum Bau der Kuppel der Florenzer Kathedrale enthalten. Brunelleschi verwendete dabei das physikalische Prinzip der Ketten- oder Seillinie als physikalisches Bauprinzip. Eine Weiterentwicklung dieser Art Kurve findet sich in dem von Cusas Anhänger Leonardo da Vinci erdachten kombinierten Konzept von Ketten- und Schlepplinie sowie in verwandten Aspekten der Arbeit von Johannes Kepler. Man beachte die Bedeutung eines bestimmten Fehlers, den Cusa in dem Versuch des Archimedes aufdeckte, die Kreiskurve (wie Euklid) auf rein formaler geometrischer Grundlage zu erzeugen. Im übrigen ist aber Cusas De Docta Ignorantia die entscheidende Grundlage der neuzeitlichen Naturwissenschaft.

Betrachten wir die Menschheit. Dank seines willentlichen, bewußten (oder vorbewußten) Denkens interpretiert der Mensch seinen spezifischen Sinnesapparat anders als der Affe, weil der Mensch über höhere Erkenntniskräfte verfügt, die mit den spezifisch menschlichen höheren Prinzipien der Kreativität verbunden sind.

Dies ist die Besonderheit, welche die menschliche Gattung und ihre Kulturen auszeichnet.

Daraus ergibt sich der folgende Dialog.

Man denke nun daran, wie Johannes Kepler das Prinzip eines harmonischen Systems von Planetenbahnen um die Sonne entdeckte. Kepler machte sich die Ironien des Systems der Planetenumlaufbahnen zunutze, um ein allgemeines Prinzip der Sonnengravitation zu definieren - im Gegensatz zu den einfältigen Vorstellungen der leichtgläubigen Anhänger eines Mannes, der niemals wirklich etwas entdeckt hat, Sir Isaac Newton.

Versuchen wir auch einen anderen Ansatz.

Stellen wir die menschliche Gattung und deren Ursprünge in den Rahmen der Veränderungen im Sonnensystem über die etwa eine halbe Milliarde Jahre der Existenz der menschlichen Gattung und ihrer Vorläufer. Aus recht offensichtlichen Gründen sollte man die Frage innerhalb einer größeren Zeitspanne in unserer Heimatgalaxie untersuchen. Man beachte dabei, wie sich die Existenz der menschlichen Gattung durch die Existenz von Lebensformen definiert, die jenen Arten, aus denen sich die menschliche Gattung ursprünglich herausentwickelt hat, vorausgegangen sind - all das im Rahmen der Existenz der Galaxis in dieser Zeit betrachtet.

Der Schwindel, der typischerweise vorgeschoben wird, um wirkliche wissenschaftliche Untersuchungen vorzutäuschen, sind die sogenannten „Axiome“ der Euklidischen Geometrie. In Wirklichkeit leiten sich Euklids Prinzipien von einem willkürlichen Vertrauen auf Sinneswahrnehmungen ab, was in den fünf Kategorien der Sinneswahrnehmung zum Ausdruck kommt. Die Kritik an diesen und ähnlichen „Geometriesystemen“ ist, daß sie das Ergebnis von Versuchen sind, bestimmte Kategorien menschlicher Sinneswahrnehmung in den Rang einer geschlossenen Reihe allumfassender, „selbstevidenter universeller“ Prinzipien des Universums zu erheben.

Noch in der Pubertät

Meine erste Begegnung mit dem, was man gewöhnlich „Geometrie“ nennt, ereignete sich bereits in meiner frühen Pubertät, als ich häufig den Ort besuchte, wo man die U.S. Constitution zur Verschrottung festgemacht hatte. Mein Vater verbrachte den Sonntagnachmittag mit der Familie häufig im Franklin Park Zoo von Boston oder im Marinehafen, wo die Constitution aufgedockt war. Wiederholte Aufenthalte dort ließen mich auch andere Anlagen des Marinehafens durchstreifen, wo mich die modernen Stützkonstruktionen in hohen Stahlstrukturen faszinierten. Diese Besuche hatten den großen Nutzen, daß sie mich dauerhaft gegen die einfältigen Vorstellungen der „ebenen Geometrie“ - und deren Weiterführung - feiten, wie sie in der Grundschule gelehrt wurden.

In der ersten Unterrichtsstunde war ich so „dumm“, den Gedanken zu äußern, daß bestimmte Strukturen „stärker“ würden, wenn man in hohe Stützbauten „Löcher“ macht, so wie ich es bei meinen häufigen Besuchen im Marinehafen begeistert festgestellt hatte. Obwohl die anderen sich in dieser ersten Unterrichtsstunde über meine Äußerung lustig machten, habe ich nie mehr an eine Mathematik geglaubt, die auf den - darüber war ich mir vollkommen sicher - betrügerischen Dogmen der Euklidischen Geometrie gründete.

In späteren Jahren habe ich auch meine letzte Ehrfurcht nicht nur vor der „Euklidischen Geometrie“ verloren, es kam noch meine Verachtung für die kartesische Geometrie und alles vergleichbare hinzu. Je mehr sich solche Abneigungen ausprägten, um so leidenschaftlicher ging ich daran, als Chemietechnikstudent die englische Übersetzung von Riemanns Habilitationsschrift mit holprigen Sprachkenntnissen mit dem deutschen Originaltext zu vergleichen. Daraus entwickelte sich meine außerordentlich erfolgreiche Tätigkeit als führender Wirtschaftsprognostiker der Nachkriegszeit, wobei ich die führende Position einnahm, seit ich absolut präzise die US-Rezession von Ende Februar/Anfang März 1957 vorausgesagt hatte.

Es folgte eine Reihe weiterer erfolgreicher Prognosen, besonders seit der des rezessiven Prozesses von 1966-71, die in der Wirtschaftskrise immer mehr zum ernstzunehmenden Faktor wurden, bis hin im Sommer 2007 zur Vorhersage der großen transatlantischen Krise, die seither die transatlantische Welt in eine praktisch hoffnungslose allgemeine Depression stürzte, was in den unmittelbar bevorstehenden Wochen die Realwirtschaft der ganzen Welt zu Fall zu bringen droht.

Meine Prognosefähigkeit gründete somit konzeptionell in der Ablehnung der „Euklidischen Geometrie“ bereits in meiner Jugendzeit - während meine Schulkameraden mehr oder weniger fanatisch die falschen Lehrinhalte übernahmen und den Schwindel schluckten, weil sie sich davon gute Noten und ähnliche Anerkennungen und später auf dem Gymnasium und der Universität allerlei Belohnungen von manchen stolzen Eltern versprachen. Die, die sich so fügten, hatten dadurch verschiedene Vorteile; aber unser Land und andere zahlten den Preis für solches „erfolgreiches Versagen“, das viele fehlgeleitete, scheinbar „Erfolgreiche“ geistig schädigte.

Tatsächlich waren Euklidische oder ähnliche Systeme einer solchen doktrinären Geometrie niemals wirklich ein universales Glaubenssystem für die Gesamtheit unseres tatsächlichen Wissens. Die überlegenen Navigationssysteme, mit denen man ein annähernd globales System geographischer Orientierung erreichte, waren alle vom System her ganz anders, etwa im Werk der Pythagoräer und anderer, ähnlich Gesinnter.

Eigentlich waren die Euklidischen und ähnlichen Systeme Produkte oder Abbilder der kulturell verkommenen Gesellschaftssysteme der Antike, entsprechend den ausdrücklich als „oligarchisch“ bezeichneten imperialen Systemen: Sumer in der Niedergangsphase, das antike Babylon oder das Achämenidenreich und der Mittelmeer-Imperialismus; spätere Inkarnationen waren dann Byzanz, das imperial-feudalistische venezianische System des Monetarismus und die Neue Venezianische Partei der Anhänger des von Paolo Sarpi geschaffenen Kultes. Letzterer ist noch heute der Kult der derzeit herrschenden, globalistischen Form des erbärmlich gescheiterten Britischen Empire unter Elisabeth II., der Kult von Adam Smith u.a.

Das einzige bedeutende Gesellschaftssystem, das nicht vom Erbe der Römischen Reiche beherrscht wird, ist noch heute dasjenige, welches durch das ursprüngliche System der Massachusetts Bay Colony unter der Führung der Winthrops und Mathers begründet wurde. Diese Kolonie entkam der imperialistischen Herrschaft der Neuen Venezianischen Partei mit dem britischen imperialen System, das noch heute die transatlantische Region und eng damit verbundenen Gebiete beherrscht, und später wurden daraus die Vereinigten Staaten.

Bei der Ausarbeitung und dem Beschluß der ursprünglichen Verfassung der USA berief man sich ausdrücklich auf Hamiltonische Prinzipien, also die ökonomischen Prinzipien einer Volkswirtschaft auf der Grundlage eines nationalen Kreditsystems.13Jede Regierung der Vereinigten Staaten ist verpflichtet, die in der Präambel der Bundesverfassung der Vereinigten Staaten ausgedrückten Absichten zu erfüllen. Dazu gehört die Absicht, anstelle der Option eines typisch europäischen Modells eines bloß monetaristischen Systems ein Kreditsystem zu schaffen und zu erhalten. Die verschiedenen Feinde Alexander Hamiltons und seinesgleichen wurden von den Anhängern des britischen Liberalismus verehrt; doch unsere ganze Nation erlitt den Ruin, der daraus folgte, insbesondere seit dem Tod Präsident Franklin Roosevelts und dann der Ermordung von John F. und Robert Kennedy.

Die verfassungsmäßige Pflicht, der sich Adams Smith närrische oder korrupte Bewunderer verweigerten, wurde dennoch zur Tradition der Gegner der „Tories“ und Adam Smiths. Dies begann mit denen, die sich um die Führer der Massachusetts Bay Colony des 17. Jahrhunderts sammelten, besonders in Hinsicht auf die Funktion des Pinetree-Schillings, den die Winthrops und Mathers einführten. Diese Funktion blieb erhalten, bis die Neue Venezianische Partei des Paolo-Sarpi-Anhängers Wilhelm von Oranien Massachusetts politisch vergewaltigte und diese Regierung zerschlagen wurde.14Als Folge des Verfalls der Autorität des Habsburg-geführten Konzils von Trient spalteten sich die ursprünglichen venezianischen Interessen in die mit den Habsburgern verbundene Fraktion, die man die „katholische Partei“ nannte, und ihre Opposition, die Neue Venezianische Partei Paolo Sarpis. Diese Spaltung führte zu einer neuen Welle von Religionskriegen. Der Niedergang Frankreichs unter Ludwig XIV. und der Aufstieg der mit Sarpis Anhängern verbundenen anglo-holländischen Partei, vor allem seit dem „Siebenjährigen Krieg“, führte zum Pariser Frieden von 1763, durch den die protestantische Partei Wilhelms von Oranien und das neugeschmiedete britische Königreich die Bedingungen für Lord Shelburnes Aufstieg zur Macht bis hin zu seiner Übernahme des Ministeriums 1782 schufen. Shelburnes Organisation spaltete ihre Gegner durch jeweils eigene Verträge Großbritanniens mit den Vereinigten Staaten, Frankreich und Spanien, und durch die Gründung des Britischen Außenamts. Dieses Amt dient seit jener Zeit bis heute als Hauptarm der Herrschaft des Empires über die Welt, u.a. über faktische britische Marionetten, darunter etliche US-Präsidenten wie George Bush senior und junior und die königlich-britische Marionette Barack Obama.

Schauen wir dann zurück auf das spätere Auftreten des Verräters Aaron Burr und seiner Lakaien im US-Präsidentenamt wie Andrew Jackson und dessen zeitweiligem finanziellen Gönner und Nachfolger im Präsidentenamt Martin van Buren von der Wallstreet, der wahrscheinlich die Panik von 1837 veranlaßte. Seit dieser Zeit waren die USA durch das räuberische Britische Empire und seine Lakaien weitgehend isoliert und geschwächt, bis die amerikanische Republik unter Präsident Abraham Lincoln über das Empire und dessen Sklavenhalter-Lakaien siegte. Unter Lincoln und dann Präsident Ulysses Grant stiegen die Vereinigten Staaten zur größten realwirtschaftlichen Macht der ganzen Welt auf. Lincolns Ermordung geschah über britische Kanäle, verräterische Schurken, die (vor allem an der Wallstreet) als Lakaien der britisch-imperialen, monetaristischen Kräfte operierten. Unter diesen Umständen leisteten diese bösartigen Werkzeuge Londons der britischen-imperialen Sache ihre schmutzigen Dienste - bis unter Präsident Barack Obama heute -, trotz des Kampfs unserer Patrioten gegen ein solches Verräterpack britischer Finanzlakaien mitten unter uns.

Unter einem oligarchischen System

Alle einigermaßen bekannten und einflußreichen Modelle neuzeitlicher Volkswirtschaft lassen sich grob in zwei prinzipielle Formen von Systemen und ihre jeweiligen Verbündeten (wie den britischen Lakaien) unterteilen. Das erste ist das seinem Wesen nach räuberische Modell, wie das britische oligarchische Modell heute. Das andere ist das republikanische Modell von Benjamin Franklin, Präsident George Washington, Finanzminister Alexander Hamilton und später des Präsidenten John Quincy Adams, des ermordeten Abraham Lincoln, des ermordeten Präsidenten William McKinley, des Präsidenten Franklin Roosevelt, des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy und seines Bruders. Für sie alle ist typisch, daß sie der britisch-imperialen Monarchie verhaßt und der Tradition beispielsweise der Pythagoräer verbunden waren.

Nachdem dies gesagt ist, bedenke man nun die weithin akzeptierte närrische Vorstellung, die politische Realität liege im Geld, statt in einem System politischen Kredits, der zur Förderung des Wachstums in der realen, physischen Wirtschaft ausgegeben wird.

Das ist die politisch-ökonomische Realität in der Wissenschaft.

III. Die Zukunft der Menschheit, heute gesehen

Man kann heute auf einen zukünftigen, möglicherweise höheren Zustand des menschlichen Geistes schließen, wenn der Mensch die „Babysprache“ solcher Praktiken wie der zeitgenössischen Mathematik bewußt hinter sich gelassen hat. Dieses Ende des Baby-Geplappers eines Monetaristen wird dann kommen, wenn dem kindischen Mythos vom Wert des Geldes an sich ein Ende bereitet sein wird, um eine höhere Ebene des intellektuellen Lebens zu erreichen, einen höheren Zustand, in dem die Narreteien der gegenwärtigen Gewohnheit des Reduktionismus aufgegeben wurden. Ich beziehe mich mit dieser Beschreibung auf eine physische Raum-Zeit, die man als einen Bereich kosmischer Strahlung auffaßt; man bezieht sich auf diesen Bereich, weil man erkannt hat, daß dies eine Revolution ist, die unsere Ausdrucksweise näher an jene Universalität eines höheren Systems bringt, die heute im klassischen System der Harmonik in der Komposition in der Schule Johann Sebastian Bachs und seiner Erben wie Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Mendelssohn, Schumann, Verdi und Brahms angedeutet ist.

Wir dürfen uns und unsere Nachbarn nicht länger selbst mißhandeln, indem wir die Kategorien der fünf primitiven Sinneswahrnehmungen mit intellegiblen „Bedeutungen“ verwechseln. Ebensowenig sollte man solche Erniedrigungen der Menschheit durch „Unterhaltung“ wie die animalischen Geräusche der heutigen „populären“ Musik tolerieren. Es wird eine Zeit geben, in der „grunzen“ wieder „grunzen“ bedeutet, und man nicht so tut, als drückte das irgendeine Art menschliche Erkenntnis aus.

Das ist die Zukunft; aber zum Glück gibt es bereits einige etwas melodiöser veranlagte Menschen, die wirklich den Bereich qualitativ höherer, zukünftiger syntaktischer Gewohnheiten erforschen.

„Du sprichst von der Zukunft? Da hast du, mein Bruder, noch einen weiten Weg vor dir.“

Einige Hinweise auf die Resultate dieser Zukunft werden helfen, die allgemeine Vorstellung dieser Zukunft etwas klarer zu machen.

Das wäre kein leerer Zeitvertreib; viele wären heute in der Lage, einige praktische Hinweise darauf, was diese künftige Entwicklung bedeuten würde, zu verstehen. Wenn wir wirklich in die Kultur der Zukunft der Menschheit eintreten möchten, können wir durchaus einige praktische Schritte dafür tun, vorausgesetzt, wir entwickeln eine sichere Ahnung, in welche Richtung diese angestrebte Entwicklung laufen soll. Was ich hier schreiben werde, bezieht sich zwar nur auf einige wenige Fälle, die man erforschen könnte. Für den unmittelbar vorliegenden Fall werden einige Andeutungen ausreichen müssen.

Die ersten Schritte müssen notwendigerweise negative Beispiele sein. Daher haben auch die wichtigsten unserer „Babyschritte“ in die Linguistik der künftigen Wissenschaft notwendigerweise negative Vorzeichen: Was ist falsch an der Art und Weise, wie man heute redet - und, noch wichtiger, wie man denkt?

Töne sind überall

Eine krude menschliche Sprache und auch Syntax findet ihren einfachsten Ausdruck in dem Glauben an die sogenannten „fünf Sinne“. Man reduziere daher diese Gruppe der fünf Sinne auf die bloßen Namen ihrer jeweiligen Frequenzbereiche. Nun versuche man, diese relativen Töne zu singen, in der Absicht, auf diese Weise eine Fünf-Ton-Skala zu erzeugen.

Man wiederhole dieses Übung für etwa 20 solcher Punkte auf dieser Skala, und frage sich dann: „Was ist die Zahl solcher Noten, die einer sinnvollen Verwendung von etwa 20 solcher Noten entspricht?“ Wenn man eine betreffende Auswahl aus einer Anzahl solcher Noten getroffen hat, was ist dann die erweiterbare Beziehung zwischen dieser Auswahl auf der Skala und den vermeintlich realen Objekten der Wirkung, durch die man implizit eine „Sprache“ geschaffen hat, um einen physikalischen Prozeß darzustellen?

Man hat dann eine Form wirklicher Ironie geschaffen, indem man versucht, eine Anordnung von Tönen zu finden, die so definiert sind, daß sie eine bestimmte Bedeutung eines entsprechenden Prozesses - wie z.B. eines chemischen Prozesses - vermitteln sollen. In anderen Worten, wir sprechen hier über das Thema symbolischer Beziehungen.

Auf der Suche nach einem höchst erwünschten Ansatz zur Annäherung zweier Bereiche - Symbol und realer Vorgang - haben wir praktisch einen Sprung zu der offensichtlichen Wahl gemacht: zur Komposition und Aufführung klassischer Musik. Wir haben dadurch mindestens drei „parallele“ Fälle (d.h. Kanäle) geschaffen: abstrakte klangliche Darstellung, „musikalische Komposition an sich“, und die entsprechende physikalische Absicht der formellen Reihe. Es ist uns vielleicht nicht gelungen, den Gegenstand selbst abzuliefern - aber wir haben immerhin den Inhalt der Wirkung aus dem Phantasieort des jetzigen Namens dieses Objektes an eine Adresse in der Nähe des gewünschten Zieles verlagert: kurz, der Briefträger ist in relativ unmittelbarer Nachbarschaft eines zivilisierten Ziels.

Das ist aber nur der Anfang.

Wenn die Zeit gekommen ist, in der die Entwicklung des Verkehrs innerhalb des Sonnensystems als einigermaßen regelmäßig bezeichnet werden kann, wird auch die Produktion von Ex- und Importen aus und in den planetaren Raum in bedeutendem Maße aufgebaut sein. Ein gewisses Maß regelmäßigen Verkehrs von, zu und zwischen Planeten wird laufen. Dieser Verkehr wird zunächst vor allem Produkte und Importe von und zwischen Orten auf dem Mond bewegen, aber auch von und zwischen den Planeten. Das Interesse hinter dem Verkehr wird (anfangs) weniger der Handel sein, sondern Wissenschaft und Sicherheitsmaßnahmen, die man ergreift, um das Innere des Sonnensystems zu schützen. Die immer raschere Ausweitung der Sicherheitsmaßnahmen wird dem Schutz vor neuen Bedrohungen dienen, die das veränderte „Weltraumklima“ innerhalb des Sonnensystems und der sich verändernden galaktischen Entwicklungen mit sich bringt.

Diese generelle Verschiebung des Schwergewichts auf den physischen Schutz der Erde innerhalb des Sonnensystems und von Regionen der Galaxis wird motiviert sein durch etwas, was man „natürliche Sicherheit“ nennen kann. Bedrohungen aus „natürlichen Quellen“ werden zunehmend wichtiger sein als die durch menschliche Feinde. Es wird immer offensichtlicher werden, daß der Mensch bisher praktisch nackt ist, was Möglichkeiten der Einschätzung und Abwehr der Herausforderungen durch „natürliche“ Bedrohungen der Menschheit aus dem Sonnensystem und der Galaxis betrifft. Die wachsenden Bedrohungen für die Sicherheit der Menschheit, die man grob als „natürliche klimatische Störungen“ einordnen sollte, werden bereits jetzt zu einer wachsenden Quelle schwerwiegender strategischer Gefahren für auf der Erde lebende Ziele - vor allem durch „natürliche“ bekannte und neue Formen „tödlicher“ Wetterbedingungen hier auf der Erde.

Ein allgemeines Erfordernis wird eine immer schneller wachsende Nachfrage nach immer höheren Energieflußdichten in der Technik und verwandtem Realkapital sein. Der dringend notwendige Aufbau globaler Infrastrukturnetze mit relativ sehr hoher Energieflußdichte wird, parallel zur schnellen Ausweitung der interplanetaren Entwicklung, rasch voranschreiten. Allem voran sind dies Projekte von wachsender Bedeutung und Kapitalintensität, wie NAWAPA, das sich zunehmend mit anderen globalen Entwicklungssystemen ergänzt, wodurch die Kontinente des Planeten zu transozeanischen und kontinentalen Gesamtsystemen mit steigender Energieflußdichte und Kapitalintensität verbunden werden.

Trotz dieser schnellen Steigerungsraten der Intensität der Entwicklung auf der Erde wird es eine wirksame, intensive wissenschaftlich-wirtschaftliche Erschließung des Sonnensystems und Bereichen darüber hinaus geben, und diese Entwicklung des Planetensystems bei immer größeren Entfernungen und Energieflußdichten wird kein Hemmnis sein, sondern schon bald sich selbst beschleunigen.

Die Bevölkerungsdichte der Menschheit zwingt uns zum Wandel, jetzt und in Zukunft immer mehr, und dies in jeder Richtung, in jeder Herausforderung und in jeder Wirkung.

Und diese Herausforderungen werden nicht etwa, wie viele heute meinen, unsere begrenzten Zukunftsaussichten aufzehren, sondern sie werden die Existenzfähigkeit der Menschheit immer weiter steigern.

Anmerkungen

1Nicht das Einzelwesen ist biologisch unsterblich; nur die Gattung als solche zeigt dieses gattungsspezifische Potential.
2Das Problem, auf das der Leser an dieser Stelle des Berichts wahrscheinlich stößt, ist das berühmte Paradox des Laplace bezüglich des Zeitbegriffs. Diese Frage werden wir an geeigneterer späterer Stelle des Berichts behandeln.
3„Heidnisch" bedeutet im Gebrauch hier „oligarchisches System".
4Bernhard Riemann, Gesammelte Mathematische Werke und wissenschaftlicher Nachlaß, Heinrich Weber, herausgegeben von B.G. Teubner, Stuttgart 1902.
5Siehe „Anwendung des Raums".
6Ich werde darauf in späteren Kapiteln zurückkommen.
7Dies ist ein Beispiel dafür, was manche als den „reinen LaRouche" bezeichnen mögen. Es bedeutet, daß die Idee, mit der mündliche oder schriftliche Mitteilungen verbunden sind, nicht die eigentliche Form, Qualität oder Inhalte der Idee ist, wie sie dem realen Universum bekannt ist, sondern lediglich sozusagen ein Schatten des tatsächlich wirksamen Ausdrucks der Idee. Menschliche Kommunikation als solche in der gewöhnlichen Bedeutung von „Kommunikation" muß so beurteilt werden, als wenn man die Äußerung der mitgeteilten Idee entsprechend einer im Morsealphabet wiedergegebenen und dann nach „Ostposemuckel" übertragen politischen Ansprache von einer mündlich in St. Petersburg gehaltenen Rede unterscheidet.
8Meine eigene diesbezügliche Entdeckung wird durch eine entsprechende Untersuchung der gleichen physikalischen Frage ergänzt, die derzeit von meinem Kollegen Jason Ross angestellt wird. Jason Ross bezieht sich dabei auf die noch immer debattierten Fragen, die sich aus dem Versuch ergeben, das Verständnis der Abelschen Funktionen von Abel selbst und einigen anderen mit den entsprechenden Entdeckungen Lejeune Dirichlets und Bernhard Riemanns in Einklang zu bringen. Meine eigene Sicht hiervon stelle ich in Kürze an dieser Stelle dar.
9Siehe in diesem Zusammenhang den systemischen Fehler in Archimedes’ Ansatz der Quadratur des Kreises. In der neuzeitlichen Wissenschaft hat Kardinal Nikolaus von Kues Archimedes’ Fehler korrigiert, was sich auch in Cusas Abhandlungen in seiner Belehrten Unwissenheit (De docta ignorantia) ausdrückt.
10Sogenannte „Prinzipien der Sinneswahrnehmung“ nicht anzugreifen, ist ein Hauptbeispiel für ein solches arglistiges Versehen. Die Apriori-„Prinzipien“ der Euklidischen Geometrie sind ein typisches Beispiel.
11Siehe auch das Internationale Institut für Angewandte Systemanalyse im österreichischen Laxenburg.
12Der wichtigste Vorläufer der wegweisenden Schrift De Docta Ignorantia von Nikolaus von Kues ist wohl in Filippo Brunelleschis Leistung zum Bau der Kuppel der Florenzer Kathedrale enthalten. Brunelleschi verwendete dabei das physikalische Prinzip der Ketten- oder Seillinie als physikalisches Bauprinzip. Eine Weiterentwicklung dieser Art Kurve findet sich in dem von Cusas Anhänger Leonardo da Vinci erdachten kombinierten Konzept von Ketten- und Schlepplinie sowie in verwandten Aspekten der Arbeit von Johannes Kepler. Man beachte die Bedeutung eines bestimmten Fehlers, den Cusa in dem Versuch des Archimedes aufdeckte, die Kreiskurve (wie Euklid) auf rein formaler geometrischer Grundlage zu erzeugen. Im übrigen ist aber Cusas De Docta Ignorantia die entscheidende Grundlage der neuzeitlichen Naturwissenschaft.
13Jede Regierung der Vereinigten Staaten ist verpflichtet, die in der Präambel der Bundesverfassung der Vereinigten Staaten ausgedrückten Absichten zu erfüllen. Dazu gehört die Absicht, anstelle der Option eines typisch europäischen Modells eines bloß monetaristischen Systems ein Kreditsystem zu schaffen und zu erhalten.
14Als Folge des Verfalls der Autorität des Habsburg-geführten Konzils von Trient spalteten sich die ursprünglichen venezianischen Interessen in die mit den Habsburgern verbundene Fraktion, die man die „katholische Partei“ nannte, und ihre Opposition, die Neue Venezianische Partei Paolo Sarpis. Diese Spaltung führte zu einer neuen Welle von Religionskriegen. Der Niedergang Frankreichs unter Ludwig XIV. und der Aufstieg der mit Sarpis Anhängern verbundenen anglo-holländischen Partei, vor allem seit dem „Siebenjährigen Krieg“, führte zum Pariser Frieden von 1763, durch den die protestantische Partei Wilhelms von Oranien und das neugeschmiedete britische Königreich die Bedingungen für Lord Shelburnes Aufstieg zur Macht bis hin zu seiner Übernahme des Ministeriums 1782 schufen. Shelburnes Organisation spaltete ihre Gegner durch jeweils eigene Verträge Großbritanniens mit den Vereinigten Staaten, Frankreich und Spanien, und durch die Gründung des Britischen Außenamts. Dieses Amt dient seit jener Zeit bis heute als Hauptarm der Herrschaft des Empires über die Welt, u.a. über faktische britische Marionetten, darunter etliche US-Präsidenten wie George Bush senior und junior und die königlich-britische Marionette Barack Obama.

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