‚Bad Boys’ wollen ‚Bad Bank’
12. Dezember 2008 • 11:35 Uhr

Die Nachrichtenagentur Reuters verbreitete die Meldung, daß der persönlich haftenden Gesellschafter der Privatbank Sal. Oppenheimer, Dieter Pfundt, die Errichtung einer ‚Bad Bank' gefordert habe, über die sich die Banken von toxischen Wertpapieren befreien könnten.

Der Vorschlag, der auch schon in anderen Ländern die Runde macht, reflektiert die Hoffnung, das bankrotte Finanzsystem durch einen Trick am Leben zu erhalten. Aber es wird hiermit auch angedeutet, daß die Probleme der Banken viel größer sind, als bisher zugegeben. Es ist nämlich die bisher verschwiegene Menge der Derivatspekulationen, die die Banken belastet und sie hindert, das Geld aus den Rettungspaketen an ihre Kunden in der Industrie weiterzuleiten. Allein ein Totalausfall von 2-3% in diesem Bereich würde Werte in der Größenordnung des Bruttosozialprodukts aller Länder dieser Erde zusammengenommen  auslöschen. Für die ‚bad Boys', die Bank- und Hedgefondsmanagern, die mit ihren wilden Finanzoperationen die Krise verursacht haben, käme solch eine ‚bad Bank' natürlich gelegen, könnten sie sich doch so aus der Verantwortung stehlen. Eine Lösung wäre sie aber nicht. Die Lösung der Finanzkrise ist erst möglich, wenn die Wettschulden aus den Derivatgeschäften ersatzlos gestrichen werden.