Banken der Euro-Zone stecken in Klemme
25. Juni 2010 • 10:53 Uhr

Die wirkliche "Europa-Krise" ist eine Krise der Banken und nicht der Staaten. Wie die Financial Times (FT) berichtete, gibt es zunehmende Befürchtungen, daß Banken der Euro-Zone, insbesondere französische, sich in arger Bedrängnis befinden.

Christian Noyer, Chef der Banque de France, zweifle inzwischen an der Fähigkeit vieler Banken, die nun fälligen Kredite von insgesamt 442 Milliarden Euro pünktlich zurückzuzahlen. Diese Kredite wurden vor einem Jahr von der EZB zur Stabilisierung der angeschlagenen Banken ausgegeben. Die fällige Summe erinnert doch sehr stark an das jüngste EU-Hilfspaket von 440 Mrd. Euro. Reiner Zufall?

An einem einzigen Tag, am 21. Juni, wurden 1,6 Milliarden Euro aus der Refinanzierungsfazilität der EZB gezahlt, die höchste Tagesausgabe in den letzten 6 Wochen. Allerdings konnte die FT nicht den Namen der Bank oder von den Banken, die diese Gelder in Anspruch nahmen, in Erfahrung bringen.

In einem Interview mit La Tribune warnte Noyer, daß "einige Banken zunehmenden Finanzierungsproblemen entgegen sehen". Das sogenannte "Interbank lending" - die Kreditlinien der Banken untereinander - ist praktisch aufgrund von "Vertrauensverlusten" zusammengebrochen. Bei den Banken BNP Paribas und Crédit Agricole sind Probleme bereits bekannt geworden. Crédit Agricole muß nun weitere 400 Mio. Euro für die Tochter Emporiki in Griechenland abschreiben. BNP Paribas wurde von der Ratingagentur Fitch auf AA- runtergestuft und letzte Woche berichtete auch der IWF, daß besonders französische Banken unter der Finanzkrise in Südeuropa leiden werden.