Berliner Konferenz des Schiller-Instituts: Mit Großprojekten die Welt entwickeln!
28. September 2010 • 08:43 Uhr

Im starkem Kontrast zu der gescheiterten Politik des „tragbaren Wachstums” und „guter Regierungsführung”, die Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede beim UNO-Gipfel über die Millenium-Entwicklungsziele wieder einmal den unterentwickelten Nationen predigte, veranstaltete das Schiller-Institut am 25.9. eine Konferenz in Berlin für den Bau eines globalen Systems von Infrastrukturkorridoren, um dadurch die Voraussetzungen für eine prosperierende und optimistische Zukunft für alle zu schaffen.

Die Hauptreden wurden von Helga Zepp-LaRouche, Vorsitzende des Schiller-Instituts und der Bürgerrechtsbewegung Solidarität, dem führenden Infrastrukturspezialisten Dr. Hal Cooper von der Beraterfirma Cooper Consulting Co., dem Rohstoff- und Verkehrsexperten Dr. Sergej Tscherkassow vom staatlichen russischen geologischen Wernadskij-Museum der Russischen Akademie der Wissenschaften und der stellv. Vorsitzenden des Schiller-Instituts, Portia Tarumbwa-Strid gehalten. Ein weiterer Beitrag kam von dem Kernphysiker Dr. Veit Ringel, einem langjährigen Kerntechniker am Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden.

Frau Zepp-LaRouche betonte in ihrer Eröffnungsrede, daß man noch vor vier Jahrzehnten allgemein davon ausging, daß Hunger und Krankheiten bald überwunden sein würden, wenn die existierenden wissenschaftlichen Methoden und Technologien effektiv angewendet würden. Es brauchte Jahre und Gesellschaftsveränderungs-Techniken wie die des Club of Rome, um der Bevölkerung einzureden, daß die Welt überbevölkert sei und daß es nicht genug Ressourcen gebe, um die sogenannte „Dritte Welt” zu entwickeln. Heute seien Großprojekte nötiger denn je, um die Welt wieder aufzubauen.

Es folgten Vorträge von zwei führenden Experten für das Beringstraßen-Projekt und Entwicklungskorridore. Dr. Hal Cooper aus dem US-Bundesstaat Washington begann mit der Feststellung, daß das Beringstraßen-Projekt schon 1845 vorgeschlagen wurde und daß es nun von der russischen Regierung auf die Tagesordnung des Gipfeltreffens der G-20 in Südkorea gesetzt wurde. Er stellte dann im Detail die Topographie des Projektes vor und die Perspektive, was dies als Phasenwechsel der globalen politischen Ökonomie bedeuten würde. „Dieses Projekt würde 1,2 Mio. qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und diese eine Region in eines der wichtigsten Handelszentren der Welt verwandeln.” Es könne sofort mit jenen Teilen der Eurasischen Landbrücke verbunden werden, die bereits im Bau oder in Planung sind und nach China, Südwestasien, in den Iran und die Türkei und bis nach Europa führen würden. „Diese neue Plattform wird zu einem generellen Aufschwung für alle führen.” Das Projekt des Beringstraßen-Tunnels, betonte er, wäre sogar noch leichter zu bauen als der Eurotunnel unter dem Ärmelkanal, und es würde Eisenbahnverkehr, Öl- und Gaspipelines, Stromleitungen und Kommunikationseinrichtungen auf der Grundlage von Glasfaser-Verbindungen miteinander kombinieren.

Dr. Tscherkassow präsentierte dann die Implikationen des Baus von Entwicklungskorridoren über den eurasischen Kontinent, und zeigte auf, wie dies den Behauptungen der Umweltschützer, daß die Rohstoffvorkommen begrenzt seien, ein Ende setzen würde. „Wenn das Kupfererz, das eine Kupfer-Konzentration von 1,5% hat, verbraucht ist, können wir Technologien entwickeln, um Erze zu verarbeiten, die eine Konzentration von nur 0,5% haben, und irgendwann werden wir das Kupfer aus dem Meerwasser oder aus der Luft holen. Alles hängt von den Technologien ab.” Er beschrieb dann im Detail das Projekt der Transsibirischen Eisenbahn, die zwischen 1890 und 1916 gebaut wurde - allein durch Investitionen des russischen Staates und mit russischen Arbeitskräften. Auch wenn es als unmöglich galt, sie zu bauen, und als zu teuer und zu arbeitsintensiv, insbesondere in der Umgebung des Baikalsees, ermöglichten der Pioniergeist und die Phantasie der Ingenieure und Arbeiter dieses Wunder. Noch heute ist die Transsibirische Eisenbahn voll ausgelastet. Sie hat ehemals kleine Städte wie Nowosibirsk in große Industriezentren verwandelt. Tscherkassow erwartet ähnliche Ergebnisse, wenn die Eisenbahnverbindung zwischen Zentralsibirien und der Beringstraße einmal gebaut wird. Einige der Silber-, Nickel- und Goldvorkommen, die er auf einem Diagramm zeigte, waren flächenmäßig größer als Deutschland.

Portia Tarumbwa-Strid verband in ihrem Vortrag das Transaqua-Projekt, das ausreichende Wasservorkommen erschließen soll, um den Tschadsee wieder aufzufüllen und das Voranschreiten der Wüsten in der Sahel-Zone aufzuhalten, mit einem dringenden Appell, den neokolonialen Völkermord zu verhindern, der mit dem Desertec-Projekt verbunden ist. Sie verlas auch Auszüge aus einer Rede über das Transaqua-Projekt, die Dr. Marcello Vichi aus Italien zu der Konferenz eingesandt hatte. Vor der ausführlichen Diskussion schilderte schließlich Dr. Veit Ringel, ein erfahrener Kerntechniker und ehemaliges Mitglied der DDR-Akademie der Wissenschaften, das Wort, um nachdrücklich für den sicheren Kugelhaufen-Reaktor zu werben und die Unsinnigkeit der Propaganda über den angeblich “gefährlichen Atommüll” zu widerlegen.

Eine ausführliche Dokumentation der Konferenz finden Sie hier