James Miles, Journalist von The Economist berichtete in einem Interview mit CNN von seinem einwöchigen Aufenthalt in Lhasa, wo
er seit dem Beginn des Aufruhres am 12. März mit einer offiziellen chinesischen
Erlaubnis gewesen ist. Damit war er auch noch zu einer Zeit in Tibet, in der der westlichen Presse
zufolge, angeblich alle westlichen Reporter ausgewiesen worden waren.
Auf die Frage, warum die Chinesen ihm erlaubten zu bleiben, sagte er,
daß er annehme, daß die Chinesen glaubten "mich dort zu haben, würde helfen,
das Maß an gezielter Gewalt gegen Nichttibetaner an die Öffentlichkeit zu bringen, was die Chinesen ja auch versuchten hervorzuheben… Was ich sah, war eine berechnend gezielte
Gewalt gegen eine ethnische Gruppe, oder, ich sollte sagen: 2 ethnische
Gruppen. Primär gegen die Han-Chinesen, die in Lhasa leben aber auch gegen Mitglieder der
muslimischen Hui Minderheit in Lhasa."
Die Aufständischen, sagte
Miles, "markierten diejenigen Geschäfte, von denen sie wußten, daß sie
Tibetern gehörten mit weißen Tüchern. Diese Geschäfte wurden
unversehrt gelassen. In einem Großteil der Stadt wurde fast jedes andere entweder niedergebrannt oder ausgeraubt, zerstört, die Waren auf die Straße geworfen und angezündet.
Es war ein außerordentlicher Ausbruch von ethnischer Gewalt widerlichster
Natur, die selbst manchen zusehenden Tibeter überraschte."
Er berichtete ebenfalls,
daß die Polizei mehrere Tage praktisch nichts unternahm, darauf wartend, daß
die Aufstände von selbst aufhören würden. Und sie sicherten die Straßen erst, "als sie sich sicher waren, glaube ich, daß es nicht zu großem
Blutvergießen führen würde".
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