Zum Ende des 5. Strategischen Wirtschafts-Dialogs zwischen den USA und China erklärte Zhou Xiaochuan, Chef der chinesischen Zentralbank (Peoples's Bank of China), die USA und China sollten beginnen, das Problem der Finanzderivate und anderer „unkonventioneller Bankenpraktiken" gemeinsam anzupacken. Vizepremier Wang Qishan verlangte von US-Finanzminister Paulson, das amerikanische Finanzsystem zu stabilisieren und dadurch chinesische Investitionen in den USA zu schützen.

Schon vor der US-Präsidentschaftswahl hatte Gao Xiqing, Präsident der China Investment Corporation, in einem Interview mit dem Journal „The Atlantic" eine „Generalüberholung" des globalen Derivatsystems gefordert und gesagt: „90% davon sollte man abschaffen." Als Einzelprodukte seien sie nützlich, aber zusammengenommen „Müll". Derivate dienten dazu, „Leute zu betrügen". Das sind ungewöhnlich offene Worte. Die China Investment Corporation verwaltet und investiert mehr als 200 Mrd. $ chinesischer Devisen.
Gao Xiqing sagte, die USA müßten sich mit China, Rußland und anderen Länder mit beträchtlichen Dollarreserven an einen Tisch setzen. Man müsse die „ideologischen Unterschiede über Bord werfen und gemeinsam darüber nachdenken, was gut für alle ist." Genau wie bei der ersten Bretton-Woods-Konferenz könnte man ein „neues Bretton Woods"entwerfen. Die amerikanische Regierung müsse sich darüber bewußt werden, daß es jetzt um „das Überleben der Nation ginge, und nicht um eine vorherrschende Stellung Amerikas in der Welt." Wenn die US-Regierung entschlossen handele und die Bevölkerung „wie im 2. Weltkrieg" mobilisiere, könnte die amerikanische Macht auch in Zukunft gesichert sein.
Diese Äußerungen, die die Ansichten Lyndon LaRouches widerspiegeln, zeigen das Potential der Zusammenarbeit zwischen den USA und China, die gemeinsam mit Indien und Rußland als strategische Kerngruppe ein weltweites „Neues Bretton Woods"-Kreditsystem errichten müssen.


