Mit der Ankündigung, die US-Regierung werde die bankrotten Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac grenzenlos mit Geldern versorgen, ist das bankrotte Weltfinanzsystem dem hyperinflationären Abgrund dramatisch nähergerückt.
US-Finanzminister Henry Paulson hatte vergangenen Sonntag einen "3-Schritte-Plan für Sofortmaßnahmen" angekündigt. Erstens sollen zur "Liquiditätssicherung" die Kreditlinien der zwei Firmen bei der Federal Reserve vergrößert werden. Zweitens soll das Finanzministerium die Befugnis erhalten, bei Bedarf direkt Anteile zu übernehmen; und drittens soll die US-Notenbank bei der Überwachung der beiden Institute eine Rolle spielen.
Paulson sagte, er habe mit der Notenbank, dem Office of Federal Housing Enterprise Oversight, OFHEO [Bundesagentur, die für die Regulierung von Fannie Mae und Freddie Mc zuständig ist], der SEC [Securities and Exchange Commission - das Äquivalent zur Bundesagentur für Finanzdienstleistungsaufsicht, BaFin], mit den Parteiführungen im Kongress sowie mit den Vertretern von Fannie Mae und Freddie Mac gesprochen. Noch am selben Tag ließ die Fed bekanntgeben, sie habe der Federal Reserve New Yorks Anweisungen erteilt, Kredite an die beiden Hypothekenfinanzierer zu vergeben, sollte dies nötig sein. Die Vorsitzenden der Bankenausschüsse im Senat und Repräsentantenhaus, Chris Dodd und Barney Frank, haben ihre Unterstützung erklärt und wollen bis zum Wochenende dem Präsidenten die gesetzlichen Maßnahmen zur Unterzeichnung vorlegen.
Zu diesem "Plan" ist folgendes zu sagen:Â
• Hier geht es nicht um die Rettung von Fannie Mae und Freddie Mac. Es handelt sich vielmehr um den andauernden Versuch, die künstlichen Werte für Billionen von Dollar in spekulativen Anlagen und Trillionen von Dollar an Derivatverträgen zu schützen, um den völligen Zusammenbruch des weltweiten Bankensystems abzuwenden. Fannie und Freddie werden dabei nur als Vehikel benutzt; dieses Vorgehen soll im Wesentlichen die Banken schützen, indem diese ihre Verluste auf Fannie und Freddie – und somit auf der Regierung und der Bevölkerung – übertragen können. Weit von einer Rettungsaktion entfernt, wird dieser "Plan" die beiden Institutionen ruinieren.
• Zur Finanzierung dieser Monstrosität wird sich die amerikanische Regierung und somit die amerikanische Wirtschaft einen Schuldenberg aufladen, den sie nicht zurückzahlen kann. Die Regierung ist bereits pleite. Zudem ist die Wirtschafts unter dem Gewicht der Schulden zusammengebrochen - dem Resultat von 40 Jahren Deindustrialisierung und Spekulation. Auch wenn die Zirkusakrobaten mit ihren Lügen die abenteuerlichsten Pirouetten vollführen, ändert das nichts an der Tatsache des Bankrotts. Und mehr Schulden aufzunehmen und diese dann als Rettungsplan gegen eine Schuldenkrise zu bezeichnen, ist völlig irrwitzig.
• Die amerikanische Notenbank hat bereits in den letzten sechs Monaten 1,2 Billionen US$ ins Bankensystem gepumpt. Das einzige Resultat: Bankenpleiten und explodierende Öl- und Nahrungsmittelpreise. Jetzt soll der Geldregen ausgeweitet werden, nachdem die bisherigen Rettungsaktionen, das Stimulierungspaket der Regierung, die Unterlassung der Regulierungsmaßnahmen mitsamt den Phantasie-Buchhaltungsmethoden gescheitert sind. Die vorhandenen Schulden sollen weitergegeben,  recycelt und aufgebläht werden. Die Folge davon kann nur eine beschleunigte Hyperinflation auf den Finanzmärkten sein, weiter explodierende Preise, die die Bevölkerung dramatisch treffen werden.
Dieses Finanzsystem ist unwiederbringlich dahin. Die einzig rationale Lösung besteht darin, diese Wahrheit anzuerkennen, das System einem Insolvenzverfahren zu unterziehen und ein neues System auf der Grundlage einer Wiederbelebung der Produktivität der Volkswirtschaft einzurichten. Entweder wird dieser Weg beschritten oder es gibt einen hyperinflationären Kollaps des Dollars und damit global ein neues finsteres Zeitalter.
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