Druckt die Fed jetzt frisches Geld für Immobilienspekulanten?
18. August 2010 • 18:43 Uhr

In einem Leitartikel der Financial Times, der am Tage der Konferenz über die Zukunft der Immobilienfinanzierung unter Vorsitz von Finanzminister Geithner und Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsminister Donovan erschien, lautete die klare Anweisung, auf keinen Fall dürfte die US-Immobilienfinanzierungsblase weiter schrumpfen. „Es ist „politisch und wirtschaftlich dringend geboten, Immobilienpreise hoch zu halten und zu steigern." Denn die USA seien "noch nicht in der Lage", mit einer neuen Flut von Zwangsversteigerungen fertigzuwerden." Das würde dem "dürftig wiederhergestellten Bankensystem den Teppich unter den Füssen wegziehen."

Das Bankensystem ist aber längst hoffnungslos bankrott und muß deshalb einem radikalen Giftmüllentsorgungsverfahren (Glass-Steagall-Trennbankenstandard) unterzogen werden. Und der US-Immobilienfinanzsektor ist im freien Fall: Hypotheken, die mit mehr als drei Monaten oder länger im Rückstand sind, nahmen in den USA von 3,3 % im Jahre 2008 auf heute 9,4 % zu. In 23 Kongreßdistrikten der am schlimmsten betroffenen Staaten, Kalifornien, Nevada und Florida erreichen die Zahlen 20 % oder mehr.

Die Leiterin der Hypotheken-Verbriefungsabteilung der Bank of America, Barbara DeSoer, hatte bereits im Vorfeld der Konerenz eine ausdrückliche Bürgschaft der Regierung für hypothekenbesicherte Papiere verlangt. Wenig überrraschend kündigte Finanzminister Geithner dann während der Konferenz an, es gebe einen Konsensus, daß eine solche ausdrückliche Garantie erwünscht sei. Dabei geht es um eine Grössenordnung von 3,5 Billionen $. Ob die Fed diese Summe  im Zuge ihrer letzten Woche angekündigten Hyperinflationspolitik einfach drucken will?