Ehemaliger Premierminister von Frankreich fordert Glass-Steagall
10. Juli 2010 • 12:55 Uhr

In einem ganzseitigen Interview mit Le Figaro vom heutigen Wochenende (10./11. Juli) rief der ehemalige sozialistische französische Premierminister Michel Rocard zu einer
weltweiten Einsetzung des Glass-Steagall-Standards auf. Auf die Frage eines
Journalisten, wie ein „Konsens“ aufgebaut werden könnte, um aus der Krise
herauszukommen, sagt er ganz klar: „Der Weg aus der Krise liegt im Bereich der Finanzwelt. Zu allererst müssen wir überall Glass-Steagall wieder
einführen, das US-Gesetz, das von 1933 an galt und 1999 aufgehoben wurde, und das den
Banken Investmentgeschäfte mit ihren Einlagen verbot. (…) Dann müssen wir alle
Derivate verbieten, die von Verträgen der Realwirtschaft abgekoppelt sind. Darüber hinaus
müssen alle Steuerparadise ausgemerzt werden, da sie die Hälfte aller Liquidität
halten, die weltweit zirkuliert. Letztendlich müssen die Beschäftigten wieder Kaufkraft erhalten, um Wachstum zu unterstützen.“