Einsparkurs soll verstärkt werden, um Bankenrettungspakete zu finanzieren
15. Oktober 2008 • 18:22 Uhr

Keine Regierung der Welt, nicht einmal alle zusammen, können die Derivateblase, die etwa 30-mal so groß ist wie das gesamte globale Bruttoinlandsprodukt, durch Finanzspritzen am Leben erhalten. Nicht einmal die bisherigen nationalen „Rettungspakete" können durch die jeweiligen Regierungen finanziert werden - trotzdem wird jetzt der irrwitzige Versuch gemacht, durch weitere drastische Einschnitte in den öffentlichen Haushalten diese Pakete abzusichern. Es überrascht gar nicht, daß, wie schon die Idee für solche  Bankenrettungsaktionen, auch der Anstoß zu neuen umfangreichen Einsparrunden aus London kommt: die englische Regierung wird im Justizministerium und im angegliederten Justizapparat etwa 10,000 Stellen streichen.

Auch die spanische Zentralbank warnte die Regierung in Madrid, ja nicht ihr Versprechen einzulösen, den Mindestlohn der Spanier von derzeit 600 Euro monatlich endlich über die Armutsgrenze anzuheben. Zentralbankchef Ordonez sprach in dramatischen Tönen von einer „Finanzkrise, wie sie seit der Weltwirtschaftskrise von 1929 nicht mehr da war" und nahm das als angebliche Begründung dafür, daß Löhne und Mindestlöhne auf keinen Fall die laufende Rettungsaktion für den Bankensektor „gefährden" dürften.

In Deutschland wird die Metallarbeitergewerkschaft von Regierungseite kritisiert, weil sie einen Ausgleich für die Inflation (die durch die gigantischen Regierungsgarantien an den Finanzsektor noch kräftig ansteigen wird) fordert und auf einer Lohnerhöhung von 8 Prozent besteht.Â