Europäische politische und finanzielle "Führunspersönlichkeiten" versuchen immer noch, so zu tun, als sei der Zusammenbruch des Weltfinanzsystem ein "Amerikanisches Problem", welches Europa überleben könnte. Hier einige Beispiele für diesen impotenten und tödlichen Irrglauben:
Die französische Außenministerin Christine Lagarde sagte am 23. Januar, der weltweite Börsenabsturz sei nur eine"plötzliche Korrektur" gewesen. Sie bestand darauf, daß die europäische Wirtschaft nach wie vor wachse. Eine US-„Rezession" werde für Frankreich keine Tragödie sein, behauptete sie.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ging sogar noch weiter: "Es gibt kein Zeichen einer Wirtschaftsflaute in Deutschland... ". Laut Financial Times bat sie inständig, "die Bürger sollten unter keinen Umständen übereilte Entscheidungen treffen" und die Finanzmärkte verlassen. „Wir diskutieren, ob Maßnahmen getroffen werden müssen", sagte Merkel, „aber man muß sich darüber klar werden, daß die Finanzmärkte unabhängig sind."
Jean-Claude Junker aus Luxemburg, Vorsitzender der EU-Finanzministergruppe, sagte gestern: „Wir müssen besorgt sein, aber weit weniger als die Amerikaner, an denen sich die Mißstände, vor denen wir wiederholt gewarnt haben, sich nun rächen. Wir in der Eurozone sind weitaus besser plaziert als unsere US-Freunde."
EU-Komissar für Währungsangelegenheiten Joaquin Almunia bestand darauf, daß die Krise "keine weltweite Rezession" sei, es handele sich vielmehr um eine "Rezession in den USA". Dabei zitierte er die "soliden und guten Grunddaten" der europäischen Wirtschaft. „Wir sind gut darauf vorbereitet, mit dieser Situation umzugehen", behauptete er steif und fest.
Der italienische Finanzminister Tommaso Padoa-Schioppa tat den Börsenkrach als eine bloße "Korrektur, eine Korrektur wichtiger Ungleichgewichte" ab.
Ob sie selbst an diesen Unsinn glauben, oder bloß die Öffentlichkeit anlügen, können wir nicht beurteilen. Aber diese Personen lassen das für diese Zeiten erforderliche Niveau von Mut und Führungsfähigkeiten schmerzlich vermissen.
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