Früherer Vorsitzender des „Black Caucus“ verurteilt rassistische Verfahren gegen Abgeordnete
19. August 2010 • 15:46 Uhr

Der frühere Vorsitzende der Gruppe der farbigen Abgeordneten im Kongreß („Black Caucus"), Mervyn M. Dymally, gab am 13. August Harley Schlanger vom LaRouche-Aktionskomitee ein Interview zum rassistischen Vorgehen der Regierung Obama gegen die demokratischen Abgeordneten Maxine Waters (Kalifornien) und Charles Rangel (New York). Dymally, der selbst Abgeordneter in beiden Kammern des Landtags von Kalifornien, stellv. Gouverneur von Kalifornien und Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses war, hatte eine führende Rolle dabei gespielt, die rassistische „Operation Frühmenschen" des FBI aufzudecken, die sich gezielt gegen afroamerikanische Politiker richtete, indem er eine eidesstattliche Aussage eines FBI-Agenten über das Programm veröffentlichte. Auch Dymally selbst war ein Ziel dieser Operation. Es folgen Auszüge aus dem Interview, das am 15. August in der LPAC-TV-Sendung [url:"http://www.larouchepac.com/node/15508] „Down with the Traitors" veröffentlicht wurde.

Schlanger: Und nun wenn Sie die jüngsten Fälle des sogenannten Kongreßbüros für Ethische Angelegenheiten gegen Charlie Rangel und Maxine Waters betrachten - angesichts der Tatsache, daß acht der Beschuldigten afroamerikanische Kongreßabgeordnete sind, scheint es, daß wir hier dasselbe [wie Operation Frühmenschen] sehen.

Dymally: Nun, ich bin beunruhigt zu hören, daß Goss, der frühere Abgeordnete Goss, Mitglied dieses außerhalb des Kongresses stehenden Komitees ist. Vergessen Sie nicht: Er war so schlimm, daß sogar Bush ihn entlassen mußte. So schlimm war er.

Schlanger: Als er CIA-Direktor war.

Dymally: Er war CIA-Direktor. Und Maxine hatte sich mit der CIA angelegt, als es Hinweise darauf gab, daß sie mit dem Crack-Kokain-Handel zu tun hatte. Darüber berichtet Robert Parry in einem Buch - Sie müssen eines der beiden Bücher von Robert Parry lesen. Die Contras handelten mit Drogen, mit Wissen und Duldung der CIA. Und deshalb bin ich so beunruhigt darüber, wenn Sie mir sagen, daß Goss mit dabei ist. Ich verstehe jetzt, was da geschieht: Es ist eine abgekartete Sache.

Nun, betrachten wir die Fakten im Fall der Abgeordneten Maxine Waters. Sie hat, wie viele andere Abgeordnete, ein Gespräch vermittelt. Sie war bei dem Gespräch nicht dabei. Sie hat kein Geld dafür gefordert. Es waren Verhandlungen zwischen dem Finanzministerium und der Bank. Es ist richtig, daß ihr Ehemann Aktien dieser Bank hatte. Aber sie hatte keine Vorteile dadurch, und auch ihr Ehemann hatte keine Vorteile. In einem klassischen Fall eines Interessenskonfliktes müssen Sie oder Ihre Familie finanzielle Vorteile aus der Transaktion ziehen, und das war hier nicht der Fall.

Schlanger: Nun, es ist auch der Fall, daß diese Bank vor allem Minderheiten dient. Sie hat 12 Mio. Dollar erhalten. Wenn Sie Goldman Sachs oder die Citigroup betrachten - schauen Sie sich AIG an, AIG hat 180 Mrd. Dollar bekommen, und Kongreßabgeordnete wie Barney Frank, der das Rettungspaket arrangiert hat, erhalten Millionenspenden für ihre Wahlkämpfe von diesen Bankiers. Warum macht man ihnen keine ethischen Vorwürfe?

Dymally: Sie sind zu groß, um sie scheitern zu lassen... Und einige dieser großen Banken, wie die Citigroup, schulden der Regierung immer noch Geld. Auch AIG hat seine Schulden noch nicht zurückgezahlt.

Ich bin sehr beunruhigt, daß gegen acht Abgeordnete ermittelt wurde, und daß nun Vorwürfe gegen Charlie Rangel aus New York und Maxine Waters aus Los Angeles erhoben werden. Nun, Maxine hat lokal eine Menge Unterstützung, und heute brachte der Los Angeles Sentinel, eine schwarze Wochenzeitung, einen Bericht über all die Unterstützung, die sie erhält. Aber die Schwarzen insgesamt glauben, daß es hier einige rassistische Aspekte gibt. Wahrscheinlich, weil es, aufgrund unserer Erfahrungen mit dem Rassismus, eine Paranoia gibt. Wahrscheinlich irren wir uns da, aber das ist das Gefühl - daß hier etwas geschieht, was nicht sehr amerikanisch ist.

Schlanger: Obwohl wir einen afroamerikanischen Justizminister und einen afroamerikanischen Präsidenten haben, betreiben die gleichen Netzwerke im FBI und in der permanenten Bürokratie des Justizministeriums, die Sie schon 1988 als die Verantwortlichen für das Frühmenschen-Programm identifiziert haben, immer noch solche Ermittlungen.

Dymally: Da hat sich nichts geändert. Das ist sehr beunruhigend. Ich sehe Hinweise darauf, daß sich die Dinge verschlimmern, mit einem schwarzen Präsidenten. Das Land ist polarisiert zwischen den Bevölkerungsgruppen. Die Politik hat in diesem Land eine Rassen-Dimension, und das ist sehr bedauerlich.