Ein neues, von den Anti-Terror-Experten Rosario Priore und Giovanni Fasanella geschriebenes und jetzt in Italien veröffentlichtes Buch enthüllt die britische Rolle bei der Schaffung der Strategie der Spannung und des Nachkriegs-Terrorismus in Italien. Priore ist ein berühmter, früherer Staatsanwalt, der im Fall Moro große nationale und internationale Ermittlungen geleitet hatte, wie auch im Mordversuch gegen Papst Johannes Paul II und in der „Ustica" Flugzeugexplosion von 1980. Fasanella ist ein Enthüllungsjournalist, der unter anderem einen bahnbrechenden Bericht über die Rolle der anglo-italienischen Familie Caetani-Howard bei der Entführung und Ermordung von Aldo Moro geschrieben hat.
Das neue Buch „Internationale Intrige" (Intrigo Internazionale, Milan: Chiarelettere, 2010) ist in der Form eines Interviews zwischen Fasanella und Priore verfaßt, welcher feststellt, dass der Nachkriegs-Terrorismus in Italien nicht nur im Kontext des Ost-West Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und der Sovietunion gesehen werden muss, sondern auch - und sogar noch wichtiger - im Zusammenhang von Konflikten, in die Mittelmächte wie Groß-Britannien involviert waren. Am Ende des Krieges kontrollierten die Briten alle wesentlichen Zugänge und neuralgischen Punkte des Mittelmeers, wie auch alle wichtigen Ölquellen im Nahen Osten, so Priore. Dann begann in Italien ein Prozess der Einmischung und der Beschneidung dieser Position, der von den Vereinigten Staaten unterstützt wurde. Die wichtigsten Veränderungen geschahen 1956 in Suez und 1969 mit Ghaddafis Coup in Libyen.
Ghaddafis Coup sei in Rom geplant und vom italienischen Geheimdienst unterstützt worden. Das erste, was Ghaddafi nach dem Coup tat, war, die Briten aus Libyen hinauszuwerfen. Bald wurde Italien Libyens Wirtschaftspartner Nummer eins. Die Architekten von Italiens Mittelmeer- und Afrikapolitik waren Enrico Mattei und Aldo Moro, die beide durch Terroranschläge (1962 und 1978) umgebracht wurden.
Die terroristischen Bombenanschläge der „Strategie der Spannung" begannen im Dezember 1969, einige Monate nach dem Coup in Libyen, so Priore. Es sei bemerkenswert, dass das Wort „Strategie der Spannung" das erste Mal in den britischen Medien auftauchte. Priore zufolge gehörten die für die Operation eingespannten rechtsextremen Gruppen zu den mit den Briten verbundenen, von Fürst Junio Valerio Borghese geführten Neofaschisten. Der frühere italienische Staatspräsident Giuseppe Saragat nannte die Briten sogar beim Namen. Priore erwähnt, dass im britischen Außenministerium 1976 und dann auch auf höchster Ebene in der NATO die Durchführung eines Staatsstreichs in Italien diskutiert wurde, was der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt aber abgelehnt habe.
Mit Francois Mitterands Amtsantritt habe sich Frankreich dem „Mittelmächte"-Spiel angeschlossen, sagt Priore. Eine vollständige Rezension des Buchs wird bald im EIR-Magazin erscheinen.
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