Jordanischer König: Kernenergie statt Irankrieg!
24. Juni 2008 • 03:03 Uhr

König Abdullah von Jordanien betonte in einem Interview mit der Washington Post am 22. Juni, daß sich die Region und besonders Jordanien für Kernkraft entscheiden sollte.

"Wir streben alternative Energiequellen an. Wir erwägen Kernkraft." Jordanien wolle sich gern als Musterbeispiel in Sachen transparentes Atomprogramm sehen. Die amerikanische Regierung habe die nuklearen Bestrebungen Jordaniens ermutigt. Angesichts der wirtschaftlichen Krise Jordaniens beschleunige sein Land dieses Programm, wobei auch die Privatwirtschaft mit einbezogen werde. Außerdem wies er auf das große Problem einer ausreichenden Nahrungsmittelversorgung hin; Öl werde nicht das einzige Problem in der Zukunft sein, sondern Nahrungsmitel würden die erste Sorge auf der ganzen Welt sein.

Daß der Iran die Hauptgefahr in der Region sei, verneinte

Abdullah ausdrücklich. Er bezeichnete den fehlenden Frieden

zwischen Israel und den Palästinensern als die größte Gefahr und lehnte einen Militärschlag gegen den Iran vehement ab.

Als die Journalistin Lally Weymouth erneut das iranische Atomprogramm ansprach und fragte, ob er denn "willens sei, mit einem atomaren Iran zu leben", beharrte Abdullah auf dem Gesagten und wies deutlich auf die britische Manipulation dieser Angelegenheit hin. "Was heißt denn atomarer Iran? Einige Leute sagen, die haben ein Atomwaffenprogramm, und andere sagen, sie haben keins. Der jüngste, vor ein paar Monaten veröffentlichte Bericht der amerikanischen Geheimdienste sagte aus, daß das iranische Atomprogramm reduziert wurde oder beendet wurde. Die britisch-israelische Sichtweise dieser Tatsache wiederum sieht das nicht so positiv wie die Amerikaner, habe ich mir sagen lassen..."