LaRouche-Bewegung in Italien: "Ist es nicht Zeit, dieses System aufzugeben?"
23. Januar 2008 • 06:40 Uhr

Diese Frage stellte ein Vertreter der italienischen LaRouche-Organisation während einer Internetkonferenz über die weltweite Finanzkrise, die  von der führenden italienischen Zeitung Corriere della Sera organisiert wor den war. Die zwei Hauptsprecher waren der US-amerikanische Ökonom Nouriel Roubini und der italienische Ökonom und Journalist Francesco Giavazzi. Zusätzlich zu den etwa hundert Zuschauern, die live an der Veranstaltung teilnahmen, hörten vermutlich Tausende die Veranstaltung über die Seite von Corriere im Internet.

Roubini antwortete: "Die Situation ist sehr ernst..., aber es gibt nicht viel, was wir dagegen tun können." Er bezeichnete die Krise ganz offen als systemisch und warnte vor einer ernsthaften „Rezession" in den USA. Dann prangerte er den Prozess an, durch den in den vergangenen Jahren eine Reihe von spekulativen Finanzblasen erzeugt wurden, was zu der heutigen Kreditklemme führte. „Ich denke, daß es jetzt keine Blasen mehr zu schaffen gibt.", schloß er seine Aussage.

Giavazzi, der scheinbar eine Rolle aus der Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe „Die Maske des roten Todes" spielen wollte, behauptete hingegen, die Geschichte sei voll von Perioden der "Innovation", die eben zu Blasen führen. Diese platzten dann letzendlich, wie dies in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Das Leben ginge jedoch auch nach solchen Abstürzen weiter, und die Welt sei hinterher immer in besserem Zustand.

Andrew Spannaus von der Moviemento Solidarietá erinnerte Giavazzi an einige "Kleinigkeiten",  die er bei seiner Schilderung von großen Wirtschaftskrisen ausgelassen hatte, wie Massenarmut,  Leid der Bevölkerung, faschistische Diktaturen und Kriege. Daraufhin forderte er die Sprecher heraus, auf den Zusammenbruch der Realwirtschaft einzugehen. Giavazzi begann daraufhin, über die angebliche Bedeutung der Dienstleistungswirtschaft zu faseln, und, wie „absurd" es sei, wenn Länder, die Dienstleistungen erbringen sollten, sich der Fertigung von Gütern widmen würden.

Obwohl Roubinis Bemerkungen im allgemeinen der Realität viel näher lagen, schien er sich Giavazzis Scheuklappen auszuleihen, als Spannaus ihn fragte, ob es nicht an der Zeit sei, dieses zusammengebrochene System, dessen Bankrott Roubini ja selber zugegeben hatte, aufzugeben und an seine Stelle ein Neues Bretton Woods zu setzen, wie dies von Lyndon LaRouche vorgeschlagen wird. Der Strukturwandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft könne nicht verhindert werden, antwortete Roubini, und versicherte, daß er bei aller Kritik trotzdem die finanzielle "Innovation" und die Globalisierung unterstütze.

Die Intervention der Movimento Solidarieta, die an alle anwesenden Ökonomen und Studenten Flugblätter verteilte, hatte eine sofortige Wirkung auf die anderen Teilnehmer. Bis dahin war die Debatte betimmt gewesen von Sorgen um "mein Geld". Aber der nächste Sprecher nach Spannaus, griff Giavazzi mit den Worten an: „Ich würde gerne wissen, wie Professor Giavazzi plant, das Überleben von 400 Millionen Europäern allein mit Dienstleistungen zu sichern?"