Das Sprachrohr der British-Empire-Fraktion, The Times in
London, deutete die Terrorangriffe in Mumbai als „präventiven Schlag" gegen Obamas
Absicht, die Lösung des Konfliktes zwischen Pakistan und Afghanistan zu einem
Hauptpfeiler seiner Außenpolitik zu machen.
„Sowohl Regierungsvertreter als auch Analysten in der Region
glauben, daß das Ziel der Greueltaten in der letzten Woche war, eine Krise
zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan zu provozieren und somit
Pakistans Aufmerksamkeit von der Stammesregion an der Grenze zu Afghanistan
abzulenken."
Die Times zitiert dann den Chef des Center for Policy
Research in Neu-Delhi, Pratap Bhanu Mehta: „Hier werden jeden Menge lautstarke
Forderungen nach Aktionen Indiens gegen Pakistan erhoben.....Diese Attacken
sollten nicht nur den Friedensprozeß mit Pakistan ruinieren. Sie waren in
mehrerlei Hinsicht ein Präventivschlag gegen Obamas Absichten in dieser Region."
Und ein Afghanistan-Experte der London School of Economics,
Dr. Antonio Giustozzi erklärt: „Ich glaube, die Terroristen beabsichtigten die
Beziehungen zwischen Indien und Pakistan nachhaltig zu stören und die Regierung
Pakistans zu brüskieren, in der Hoffnung, Indien zu unkontrollierten Schritten
verleiten zu können."
Offensichtlich verfügt die alte Kolonialmacht Großbritannien
sechzig Jahre nach der Unabhängigkeit des indischen Subkontinents immer noch
über genug Akteure vor Ort, um solche Konflikte zu schüren, die in ihrer
Konsequenz die notwendige Zusammenarbeit der vier Mächte USA, Rußland, China
und Indien bei der Bewältigung der Weltwirtschaftskrise unmöglich machen
könnten.
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