"Londonistan" wird Stadtgespräch in arabischen Ländern
5. Dezember 2008 • 12:55 Uhr

Unabhängig von den
Anschlägen in Mumbai ist Großbritannien ins Rampenlicht der arabischen Presse
gelangt, wegen des Schutzes, den vornehmlich islamistische Terrororganisationen
in London und anderen britischen Städten genießen.

Die jordanische Tageszeitung
Al-Rai berichtet jetzt in ihrer Ausgabe vom 4. Dezember über den Fall des Al Kaida
Anwerbers Omar Mahmoud Abu Omar, alias Abu Qatada. Der Jordanier,  in seinem Heimatland in Abwesenheit zu zweimal
lebenslänglicher Haft verurteilt, fand 1993 in London Unterschlupf. Die
britische Regierung hatte sich bisher geweigert Abu Qatada an Jordanien
auszuliefern. Doch jetzt wurde er in London verhaftet. Al-Rai kommentiert:

 „Der jordanischen Justiz entkommen, stürzte
sich Abu Qatada, vom Tag seiner Ankunft in Großbritannien an, erneut in terroristische
Aktivitäten. Dennoch ließen ihn die britischen Behörden unbehelligt. Der Grund
war einfach: Man brauchte seine Dienste in der gleichen Art und Weise, wie der amerikanische
Geheimdienst die Dienste von Sheikh Omar Abdulrahman [in Afghanistan gegen die
Sowjetunion] in Anspruch nahm. Solange die schmutzigen Operationen von Abu
Qatada im britischen Interesse waren, war er angesehen und wurde beschützt und
die Auslieferungsgesuche Jordaniens wurden abgewiesen. Erst als er abgenutzt
war und nicht mehr die schmutzigen Operationen ausführen konnte, entdeckten die
Briten plötzlich die große Gefahr, die von ihm ausgeht."