Mit der Eisenbahn in elf Tagen zum Pazifik
20. Juli 2010 • 09:28 Uhr

Güter können jetzt von Rußlands Westgrenze in elf Tagen bis zum Pazifischen Ozean transportiert werden, kündigte Alexej Mironow von der russischen Eisenbahngesellschaft am 7. Juli auf der zweiten UIC-Konferenz in St. Petersburg an. Die Durchschnittsgeschwindigkeit für den Gütertransport auf der Schiene habe auf über 1000 Kilometer pro Tag verbessert werden können.

„Die Zollverfahren wurden vereinfacht und eine Auswahl anderer Maßnahmen wurde auf den Weg gebracht, um die Prozeduren an den Grenzen zu beschleunigen. Durch die vereinfachte Zollabfertigung beim Cargo Transport in Containern, konnte die Wartezeit von Containern an der Grenze von 3 bis 5 Tagen auf wenige Stunden verkürzt werden. Die Anwendung von modernen Informationstechnologien befähigt uns, die Bewegung von Wagen und Containern in Echtzeit zu kontrollieren." Die Verwendung von extraflachen Waggons zum Transport von Trailern oder ganzen Lastzügen im kombinierten Verkehr müsse noch beschleunigt werden, räumte Mironow ein. Man habe durch verschieden Tests aber inzwischen genügend Erfahrungen mit diesem speziellen Waggontypus sammeln können.

Mironow betonte, daß die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Rußland und China besonders wichtig bei der Entwicklung der transkontinentalen Handelsrouten war. Auch habe der internationale Nord-Süd Transportkorridor, der sich von Skandinavien über Rußland bis zu den Seehäfen im Iran und in Indien erstreckt, die Lieferzeit im Vergleich zu den traditionellen Seerouten auf ein Drittel bis zur Hälfte verkürzen können.

Während des jüngsten Moskaubesuchs der Kanzlerin wurden Abkommen zwischen Siemens und der Russischen Eisenbahn AG über die Lieferung von 240 Regional- und über 200 Güterzügen unterzeichnet, wobei ein Teil der Produktion in Rußland selbst angesiedelt sein wird. Außerdem wird Siemens die Signaltechnik von 22 Rangierbahnhöfen modernisieren.