Mobilisierung in den USA gegen Zerstörung des NASA-Mondprogramms gewinnt Fahrt
15. Februar 2010 • 19:12 Uhr

Die Mehrheit der Amerikaner
ist aufgebracht darüber, daß die Regierung Obama das Raumfahrtprogramm
einstellen will, und viele frühere Astronauten haben sich erzürnt geäußert. Diese Entscheidung ist auch für die Raumfahrtprogramme europäischer Nationen ein schwerer Schlag und kann nicht einfach hignenommen werden.

Der
vielleicht wichtigste Vorstoß bisher kommt von 27 Kongreßabgeordneten beider
Parteien in den USA, die am 12.2. einen gemeinsamen Brief mit einer Warnung an NASA-Chef
Charles Bolden schickten. Bolden erteilt bereits Anweisungen, das
NASA-Mondprogramm Constellation einzustellen, noch bevor der Kongreß über die
vom Präsidenten geplante Streichung der Mittel für das Programm diskutiert hat.
In dem Brief der Kongreßabgeordneten heißt es, damit habe Bolden möglicherweise
gegen das Haushaltsgesetz von 1974 (Impoundment Control Act) und Vorschriften
für Bewilligungen im Haushaltsjahr 2010 verstoßen. Das Gesetz von 1974 war eine
Reaktion darauf, daß der damalige Präsident Nixon vom Kongreß für bestimmte
Zwecke bewilligte Gelder nicht verwenden ließ, und untersagt dies. Die
Abgeordneten forderten Bolden ultimativ auf, seine Anweisungen bis zum 1.3.
rückgängig zu machen.

Bei einer Pressekonferenz am
12.2. hatte der Bürgermeister von Huntsville/Alabama, Tommy Battle, eine Mobilisierung
(„Second to None") angekündigt, um die volle Finanzierung des bemannten NASA-Mond-Programms
„Constellation" wiederherzustellen. Seit den Zeiten Wernher von Brauns und
seiner Mannschaft war Huntsvilles Redstone Arsenal und später das NASA Marshall
Space Flight Center das Zentrum des Raumfahrtprogramms für Raketendesign und
Entwicklung. Die Earth Orbital Ares-I und die Lunar Ares-V Heavy Lift-Rakete
wurden beide dort entwickelt.

Die Aktionsgruppe wird vom früheren
Abgeordneten Robert „Bud" Cramer geleitet und umfasst den früheren NASA-
Administrator Mike Griffin, der jetzt in Huntsville lehrt, ortsansässige
Persönlichkeiten und Firmenvertreter, sowie offizielle NASA-Mitarbeiter. „Ohne Constellation",
sagte der Bürgermeister, „nehmen wir diese Nation aus dem bemannten
Raumfahrtprogramm, ohne eine klare Vision, ohne erprobten Plan und ohne Zeitvorstellung,
wann Amerika diese Flüge wieder aufnehmen wird. Ich bin besorgt darüber, daß so
eine ganze Generation und ihr Talent verloren gehen wird, bevor unsere Nation
wieder zum bemannten Flug ins All zurückkehrt." Am 9.2. hatte bereits eine
Tagung mit zwanzig führenden Vertretern der Luft- und Raumfahrt, Mike Griffin
und dem Abgeordneten Arthur Davis, der für das Amt des Gouverneurs kandidiert, stattgefunden.

Der amerikanische Ökonom Lyndon LaRouche hatte zu der Bedeutung
des Raumfahrtprogramms am 4.2. gesagt:„Seit der Gründung unserer Republik hing
die Existenz unsere Nation davon ab, daß die Produktivität unserer
Arbeitskraft, pro Kopf und pro Quadratkilometer unseres Territoriums, sich
durch aufeinanderfolgende Steigerungswellen durch Wissenschaft und damit
einhergehenden Aspekten ständig erhöhte. Jetzt aber, vor allem seit der
Regierung des früheren Präsidenten George W. Bush und nun unter Obama, sind
Wissenschaft und Technologie, also genau die Mittel, von denen das Gedeihen
unser Republik bisher abhing, Schritt für Schritt zerstört worden." Lyndon LaRouche
hatte am 4. Februar Obamas Pläne, in seinem Haushaltsentwurf das amerikanische
bemannte Raumfahrtprogramm praktisch zu eliminieren und „privaten
Interessen" zu überlassen, scharf attackiert und den Rücktritt des amerikanischen
Präsidenten gefordert. Mit seinem Vorgehen habe der amerikanische Präsident den
Rubikon überschritten. Damit solle die letzte Bastion des technologischen
Fortschritts der USA, das Raumfahrt-Programm, zerschlagen werden." Der amerikanische Präsident
müsse- entweder freiwillig oder aufgrund der Entscheidung der Amerikaner - sein
Amt aufgeben. Dies gebiete die "Zielsetzung der amerikanischen
Verfassung".