Neue Beweismittel: US-Zentralbankchef verhinderte geordnetes Konkursverfahren für AIG
1. Februar 2010 • 11:35 Uhr

In einem
Interview mit Business Week vom 28.1.2010 wiederholte der republikanische
Abgeordnete Darrell Issa (Kalifornien) seine Beschuldigung, der Vorsitzende der
US-Zentralbank, Ben Bernanke, habe gegenüber dem Vorstand der FED-Gouverneure 2008 eine
Studie von Federal Reseve-Experten über den Plan eines geordneten Konkursverfahrens für AIG
unterdrückt. Darin hatte es geheissen, ein Bankrott von AIG und ein geordnetes Konkursverfahren hätten keineswegs, wie behauptet, zu einem systemischen Risiko geführt. Issa sagte, Bernanke habe um jeden Preis eine Rettung von AIG
durch staatliche Finanzmittel durchsetzen wollen. Diese Intervention war dann
vor allem großen internationalen Finanzinstituten zugute gekommen, die z.B. riesige
Derivatgeschäfte über AIG versicherten. (Dazu gehörten u.a. Goldman Sachs, Societe Generale und nicht zuletzt auch Deutsche Bank). Die betreffende Studie, in der als Alternative ein geordnetes
Konkursverfahren für AIG vorgeschlagen worden war, sei auf Anordnung von
Bernanke unterschlagen worden. Laut Issa gibt es dazu eine e-mail mit der „Anweisung
des Vorsitzenden Ben Bernanke, die Studie von Fed-Experten nicht zuzulassen. Stattdessen hörten die Fed-Gouverneue von Bernanke: „Es gibt nur einen Weg, wir
müssen sie retten."

Der republikanische Senator
Jim Bunning aus Kentucky, erklärte, er habe als Mitglied des
Senatsbankenausschusses jetzt persönlich die Dokumente studiert, aus denen
Bernankes Vertuschung hervorgehe. Laut Issa findet sich ein Entwurf der Studie
für das vorgeschlagene Konkursverfahren auf AIG.pdf; auch Bernankes e-mail
Anweisung konnte aufgespürt werden (sb-aig-01000092 to sb-aig-000125). Beide
Dokumente sollen nun als Beweismittel sichergestellt werden.