Ölkatastrophe am Golf von Mexiko: Macht BP dicht!
27. Mai 2010 • 16:18 Uhr

Man muß kein Umweltschützer sein, um sich über das aufzuregen, was derzeit als Resultat der kriminellen Nachlässigkeit der British Petroleum Company (BP) mit dem gemeinsamen Erbe der Menschheit, den Ozeanen, geschieht. Infolge ihres rücksichtslosen, von Profitgier getriebenen Vorgehens gefährdete dieses britische Unternehmen nicht nur das Meeresleben im Golf von Mexiko, sondern auch die Existenz all derer, die von den Früchten der Meere leben, und die Gesundheit weiter Teile des Atlantischen Ozeans, möglicherweise bis nach Westeuropa.

Lyndon LaRouche verurteilte BP am 17. Mai in einer Erklärung, in der er dem Unternehmen „gewissenloses und rücksichtsloses Verhalten im Fall der jüngsten Katastrophe auf der Ölbohrinsel im Golf von Mexiko" vorwarf. „Man sollte ihnen weitere Aktivitäten im Golf von Mexiko untersagen." Am 18. Mai, als bekannt wurde, daß der Ölschlamm inzwischen die Inseln vor der Küste von Florida erreicht hatte, fügte er hinzu: „Wir sollten BP enteignen. Das Unternehmen und seine Besitzer sollten die höchstmögliche Strafe für den Schaden bezahlen, den sie durch ihre gewissenlosen Praktiken herbeigeführt haben."

In den letzten Tagen wurden auch Äußerungen des bekannten Beraters der Demokratischen Partei, James Carville, in den amerikanischen Medien verbreitet, in denen er Obama wegen dessen Untätigkeit angreift. In dieser seit Jahrzehnten schlimmsten Umweltkatastrophe, mit all ihren wirtschaftlichen Auswirkungen, sei ihm die lasche Haltung des Präsidenten völlig unverständlich. „Franklin Roosevelt wäre aus seinem Rollstuhl gesprungen und hierher an die Golfküste geeilt, um die Dinge in die eigene Hand zu nehmen."

„Der Präsident der Vereinigten Staaten hätte hierher kommen und sich um die Familien der 11 bei der Explosion getöteten Arbeiter kümmern können. Er hätte die BP-Flotte und andere Tanker mobilisieren und BP zu verantwortlichem Handeln zwingen sollen.... Er hätte längst die Küstenwache und das Corps of Engineers (Ingenieurkorps der Armee) einsetzen können. Die Menschen sind hier verzweifelt und schreien nach Hilfe und es scheint, als sei der Präsident vollkommen desinteressiert."

BP wurde in den Vereinigten Staaten bereits dreimal wegen schwerer Umweltvergehen verurteilt. Am schlimmsten war bisher die Explosion einer Raffinerie in Houston 2005, die zum Tod von 15 Arbeitern und zur Verletzung vieler weiterer führte. Der Unfall wurde allgemein auf die Einschränkung der Ausgaben für die Instandhaltung und die Sicherheit zurückgeführt, die vom Londoner Hauptquartier angeordnet worden waren.

Im Fall der Deepwater-Horizon-Katastrophe im Golf gibt es Hinweise auf eine kriminelle Nachlässigkeit der gleichen Art. Als die Firma beschloß, eine Ölbohrung in den tiefgelegenen Meeresboden zu treiben, wußte sie, daß sie damit an den Grenzen der Technologie und somit in einer von Natur aus gefährlichen Lage arbeitete. Aber die üblichen Mittel zum Schutz vor einer Explosion der Ölquelle, der sogenannte Platzschutz, funktionierte nicht, als es zu dem Unfall kam. Wie sich nach Angaben eines Überlebenden, der in „60 Minutes" interviewt wurde, herausstellte, wußte man, daß dieser Schutz einige Wochen zuvor beschädigt worden war - aber es wurde nichts unternommen.

Noch schlimmer: Nach Abgaben des gleichen Mannes hatte ein Vertreter von BP in den Stunden vor dem Versuch, die Ölquelle zu schließen - der zu der Explosion führte - darauf bestanden, daß eine wesentliche Sicherheitsmaßnahme nicht getroffen wurde, weil dies Zeit - und BP Geld - gekostet hätte.

Das heutige BP wurde 1909 unter dem Namen Anglo-Persian Oil Company als Arm des Britischen Empire gegründet und fiel schon immer wegen seiner Rücksichtslosigkeit gegenüber den „Eingeborenen" auf, die man wie Vieh behandelte und sich um deren Leben und Gesundheit nicht weiter scherte. Vor zwei Tagen veröffentlichte [url:"http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2010-05-25/shocking-bp-memo-and-the-oil-spill-in-the-gulf/]The Daily Beast Blog ein BP-internes Memo, in dem in vollkommen zynischer Art und Weise anhand eines „3 Schweinchen Modells" die Ausgaben für Sicherheitsmaßnahmen den Kosten von Menschenleben gegenübergestellt werden, um so die Profitrate zu maximieren. Es scheint, als habe sich bei BP seit hundert Jahren nichts geändert. Die Amerikaner haben es jetzt in der Hand, diesem Treiben ein Ende zu setzen.