Das Problem heißt nicht Dubai, sondern London
30. November 2009 •

Das folgende ist ein Beitrag des amerikanischen Wirtschaftsjournalisten John Hoefle*:

"Der Tod macht keine Ferien, genauso wenig wie der weltweite wirtschaftliche Zusammenbruch. Während in den USA der Feiertag des Erntedankfests den Alltagsrhythmus unterbrach, wurden im Britischen Empire wichtige Entscheidungen gefällt, zu denen auch der baldige Sturz Präsident Barack Obamas gehört.

Die „Dubai-Krise“, wie sie fälschlich in den Medien genannt wird, repräsentiert in Wirklichkeit den Zusammenbruch des weltweiten monetären Systems, in dessen Zentrum London steht. Dubai, das ganz und gar nicht ein „Provinznest“ ist, spielt dabei eine Schlüsselrolle für Drogenhandel und schmutziges Geld im Rahmen jener kriminellen Organisation, als welche das Empire in Wirklichkeit anzusehen ist. Nur von einer „Dubai-Krise“ zu reden, heißt den Kern unserer geschichtlichen Epoche zu verkennen.

„Seit Januar dieses Jahres, und noch deutlicher seit Anfang April, befinden sich die Vereinigten Staaten und die weltweite Zivilisation, aber besonders die Vereinigten Staaten, auf dem Weg der Selbstzerstörung“, bemerkte Lyndon LaRouche am 24. November.

„Womit wir jetzt konfrontiert sind, und das sollte für alle offensichtlich sein, ist der allgemeine Zusammenbruch der Zivilisation“, sagte LaRouche. „Das ist keine Finanzkrise, obwohl es die natürlich gibt. Es ist keine Wirtschaftskrise - natürlich haben wir eine wirklich große Wirtschaftskrise. Vielmehr handelt es sich um den Zusammenbruch der Zivilisation ... die gesamte Gesellschaft, und zwar besonders und unmittelbar in den Vereinigten Staaten, ist dabei auseinanderzufallen.“

Am Tag darauf, als die amerikanischen Medien eifrig die Bürger dazu anhielten, sich noch vor dem Schwarzen Freitag in einer Kaufrauschorgie ihres Geldes (sofern noch vorhanden) zu entledigen, begann die nächste Etappe des Zusammenbruchs, in London - und in Dubai.

Hallo Dubai

Der für die Öffentlichkeit sichtbare Teil der Krise begann, als Dubai World, ein Unternehmen der regierenden Familie des kleinen Staates, um ein sechsmonatiges Moratorium auf seine Schuldenzahlungen bat. Dieser Schritt schickte die europäischen Aktienmärkte noch am gleichen Tag in den Keller, gefolgt von den asiatischen und US-Märkten am nächsten Morgen, da sich die Furcht vor einer Welle neuer Verluste rund um die Welt ausbreitete.

Bankaktien waren am stärksten betroffen. Dubai World hat ungefähr 60 Mrd. $ Schulden, deren Gläubiger zur Hälfte europäische Banken sind. Das Unternehmen hatte sich stark verschuldet, um eine der verrücktesten Phantasien der jüngeren Geschichte, die Umwandlung Dubais in eine Touristenattraktion der Luxusklasse, zu finanzieren. Es wurde eine Reihe künstlicher Wohninseln geschaffen, mit Einkaufszentren, Luxushotels und Hochhaustürmen, gefüllt mit jeder nur vorstellbaren Annehmlichkeit, außer vielleicht gutem Geschmack. Das Spiel ging eine Weile gut, aber dann brach das weltweite Finanzsystem zusammen, und die Immobilienwerte fielen um 50%.

Aber die Bankschulden und Immobilienwerte sind eine unbedeutende Größe, verglichen mit den unterirdischen Geldströmen, die die eigentliche Wirtschaft Dubais ausmachen. Das winzige Emirat ist der zentrale Schwarzmarkt für das Schwarzmarktsystem des Empire, für das Finanzkapital des Welthandels mit Rauschgift und „heißem“ Geld. Dubai spielt heute eine Rolle für das Empire, die der von Hongkong im 19. Jahrhundert ähnelt. Seine Hochhäuser beherbergen neben anderen Größen des Drogenhandels einige der mächtigsten Drogenbarone Afghanistans. Darin liegt der eigentliche Grund für Dubais Hervortreten als finanzielles Zentrum.

Gelenkt wird Dubai von den Briten, deren Geld und deren Bauunternehmen es zu großen Teilen erbaut haben. Die meisten Regierungsinstitutionen Dubais haben eine nominelle Führung aus dem Land und einen britischen Stellvertreter, der in Wirklichkeit die Geschäfte leitet. Es sollte deshalb nicht überraschen, daß Dubais Herrscher Scheich Mohammed in den Tagen vor der Bekanntgabe der Zahlungsprobleme von Dubai World zu Besuch bei Queen Elisabeth, Premier Brown und anderen in London weilte. Der Scheich selbst drückte es so aus: Das Ganze sei „sorgfältig im voraus geplant“ worden.

Was kommt als nächstes?

Das volle Ausmaß dessen, was die Briten vorhaben, bleibt abzuwarten. Es ist aber klar, daß sie nicht allzu zufrieden mit dem Zustand ihres Empires sind, und wenn sie verärgert sind, neigen sie dazu, „handgreiflich“ zu werden. Unter diesen Umständen machen sie Fehler - und das kann für uns von Vorteil sein.

Was sie auch tun werden, die Desintegration wird weitergehen. Wie LaRouche bemerkte, bricht das System schneller zusammen, als die Imperialisten ihre faschistischen Maßnahmen verwirklichen können, wodurch sie beständig gezwungen sind, auf Kräfte zu reagieren, die sie nicht kontrollieren. Das einzige, was das Abgleiten in ein neues Finsteres Zeitalter aufhalten kann, ist die vollständige Durchführung des LaRouche-Plans.

Der Wirtschaftszusammenbruch ist im Gang, und nichts ist zum besseren gewendet, nicht durch all die kriminellen Bankenrettungsprogramme, nicht durch die Lügen über eine „Erholung“, wie sie die völlig inkompetenten Propagandajubler in Medien und Politik verbreiten. Während all der Maßnahmen haben sich die finanziellen Verluste weiter vergrößert und die physische Wirtschaft ist zusammengebrochen. Man braucht sich nur die Zahl der Arbeitslosen angucken, die Zahl der Familien, die ihr Eigenheim verloren haben, die Zahl der Bundesstaaten und Städte, die hoffnungslos bankrott sind und Dienstleistungen über die Substanz hinaus kürzen. So sieht die Wirklichkeit aus, und sie ist dabei, schlimmer zu werden.

Statt ihrer Bevölkerung zu helfen, wenden die Regierungen sich offen dem Faschismus zu. Billionen an Dollars für die Banker, aber nichts für das Volk. Den Alten wird die Gesundheitsversorgung zusammengestrichen, die Krebsfrüherkennung wird abgebaut und weitere derartige Maßnahmen sind im Gange. Diese faschistische Politik wird uns eingetrichtert. Die Regierung weiß, daß die Menschen diese Maßnahmen ablehnen, führt sie aber dennoch ein.

All diese politischen Maßnahmen haben ihren Ursprung in Großbritannien, wo eine kaltschnäuzige Mißachtung des Wohlergehens der Bevölkerung das Markenzeichen einer selbstsüchtigen und faschistischen Elite und einer minderwertigen Gesellschaft ist.

Noch mehr steht bevor

Das Empire und seine kolonialen Lakaien in den Vereinigten Staaten - wie Präsident Obama - wissen, daß das gegenwärtige System erledigt ist. Sie arbeiten fieberhaft daran, uns mit irgendetwas abzulenken, während sie die wenigen der Bevölkerung noch verbliebenen Schutzmaßnahmen abbauen. Viel von dem wird unter dem verlogenen Banner von „Reformen“ in Szene gesetzt: Finanzreform, Gesundheitsreform, Steuerreform, Reform der Energiepolitik usw., Austerität und eine weitergehende Machtkonzentration in den Händen der Oligarchie, was von den behavioristischen Psychos, den Beratern des Präsidenten, als Fortschritt verkauft wird. Es ist die „neue und verbesserte“ Version des nur allzu bekannten, alten Faschismus.

Man betrachte nur die Bankreformen, die von den Briten, ihren Wallstreetagenten und ihren Schoßhündchen im Kongreß, wie der übel gesinnten Nancy Pelosi und „Bailout Barney“ Frank, vorangetrieben werden. Dabei sind die Schritte zu erwähnen, die das Zerschlagen bankrotter Finanzinstitutionen einfacher machen, wie auch die vorgeschlagene Steuer auf Finanztransaktionen. Oberflächlich betrachtet mag diese Politik vernünftig erscheinen, doch sie ist es nicht, zumindest nicht im Kontext des bestehenden Systems. Bei Nichtanwendung von LaRouches Konkurssanierungs-Politik sind diese Schritte des „Zum Scheitern zu groß“ nichts anderes als Maßnahmen, die es für die imperialen Banken einfacher machen, ihre Konkurrenten zu schlucken, während mit den Steuern auf Finanztransaktionen die Opfer auch noch den Vorgang ihres Verschlucktwerdens bezahlen sollen.

Niemand sollte je vergessen, daß es das Britische Empire war, das die Welle des Faschismus organisierte und finanzierte, die die Welt in den zwanziger und dreißiger Jahren heimsuchte, und daß es das Britische Empire war, das der Welt Hitler und Mussolini bescherte. Das Empire ist immer noch faschistisch, aber da Hitler es unmöglich machte, heute noch irgendjemandem Faschismus unter dem alten Namen anzudrehen, kommt er als „Globalisierung“ und „Umweltschutz“ verpackt daher: „Es geht nicht um den Abbau des Lebensstandards, es geht um die Rettung des Planeten! Natürlich stirbst du dadurch, aber du stirbst für eine ,gute Sache’. Fühlst du dich dadurch nicht schon viel besser?“

Der LaRouche-Plan

Das einzige, was diesen Abstieg in die Hölle aufhalten kann, ist das Aufbrechen des Griffs, mit dem das Britische Empire die Welt umschlungen hält, d.h. die Sprengung seines monetären Systems. Wir müssen ihm die Macht nehmen, Geld zu kontrollieren. Diese Macht gehört in die Hände von souveränen Regierungen. Wem das zu radikal klingt, der denke nur daran, was die US-Verfassung zu dieser Frage sagt, und daß erst die Abweichung von der Verfassung den Weg ins Desaster möglich machte. Wenn wir die Macht des Empire nicht brechen, wird alles andere, das wir sonst unternehmen, keinerlei Wirksamkeit haben. Nicht die geringste Wirksamkeit!

Statt das Kasino aufzumotzen - schließen wir es, schreiben wir alle Derivate ab, stecken wir die Berge spekulativer Schulden in die Gefriertruhe und reorganisieren wir die Banken nach strikten Regeln. Keine Derivate mehr, Schluß mit dem Kasino! Die Finanzen werden wieder zu dem, was sie sein sollen: Diener des realwirtschaftlichen Prozesses. Echte Bankiers werden entzückt sein, die Glücksspieler hingegen... nun, das Mitgefühl für sie hält sich sehr in Grenzen.

Die USA machen das zusammen mit Rußland, China und Indien - und jeder anderen Nation, die sich anschließen will - und bilden so einen politischen Block, der über genügend Macht verfügt, um das Empire zur Unterwerfung zu zwingen. Sorry kleine Queen, Empire ist nicht mehr.

Wenn wir das getan haben, dann wenden wir unsere Aufmerksamkeit der Verbesserung der Lebensbedingungen auf unserem Planeten zu. Das heißt Wissenschaft und Technik, Infrastruktur und Produktion, Erziehung und Kreativität. Statt zur Hölle zu fahren, fliegen wir zum Mars!"

* e-mail: john.hoefle@larouchepub.com 





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