Probleme bei Staatsanleihen setzen staatliche produktive Kreditschöpfung auf die Tagesordnung
15. Dezember 2008 • 17:08 Uhr

Letzte Woche hatten mehrere Staaten Probleme, ihre Staatsanleihen zu verkaufen, berichtete die französische Zeitung Le Monde am Wochenende. Eine Auktion deutscher Staatsanleihen am 10. Dezember in der Höhe von 7 Milliarden € konnte nur getätigt werden, weil die Bundesbank mit 1,3 Milliarden € zur Rettung einsprang.

Es wird weiter berichtet, dass es am selben Tag zu einer ähnlichen Situation in den USA kam, als die Regierung 3-jährige Staatsanleihen in der Höhe von 28 Milliarden $ ausgab. Es gab Probleme, die Anleihen unterzubringen, da sich viel weniger Käufer als üblich fanden.

Zwar sei es generell schwieriger, Anleihen gegen Jahresende zu platzieren, schreibt Le Monde weiter. Allerdings sähen die meisten Analysten darin ein Anzeichen für einen Stimmungsumschwung auf dem Markt für Staatsanleihen. Investoren seien besorgt, die staatlichen Rettungspakete könnten zu Währungsabwertungen und einer Verschlechterung der Bonitätseinschätzungen bei Staatsschulden führen.

Ein Experte der Investmentbank Natixis rechnet in Europa mit einer Zunahme der staatlichen Neuverschuldung von 550 Milliarden € im Jahr 2008, auf 830 Milliarden € für das kommende Jahr. Dies berücksichtigt aber noch nicht die Auswirkungen der Rezession, die zu kollabierenden Staatseinnahmen und weiterer Verschuldung führen wird.

Die Regierungen müssen Staatsanleihen verkaufen, um an Geld zu kommen. Wenn das nicht mehr funktioniert, sind nicht nur alle Konjunkturprogramme ausgeträumt, sondern es stellt generell das ganze Zentralbankensystem und die Finanzierung über die Geldmärkte in Frage. Die einzige produktive Alternative heißt: staatliche produktive Kreditschöpfung.