Bei der 6. Ministerrunde der Russisch-Chinesischen Antidrogen Kooperation in Chanty-Mansijsk (westliches Sibirien) warnte der Chef der russischen Drogenbekämpfungsbehörde, Viktor Iwanow, vor einer Drogen- „Apokalypse". In vorausgegangenen Schätzungen hatte seine Behörde noch vor durchschnittlich 30.000 Drogentoten pro Jahr gewarnt, aber er und alle anderen seien nach Durchsicht der neuesten Statistiken gezwungen, die Realität wahrzunehmen: Jährlich sind mehr als 100.000 Drogentote im Alter zwischen 15 und 30 Jahren zu beklagen.
Um der Lage wieder Herr zu werden, rief Iwanow zu einer Ministerkonferenz mit der Teilnahme aller russischen Regionen auf. Denn Russland hat mindestens 2,5 Millionen stark Drogenabhängige, wovon der größte Teil heroinabhängig ist. Iwanow bestätigte, dass es hauptsächlich afghanisches Heroin ist . Dazu kommen noch 3 Millionen, die regelmäßig Rauschgift konsumieren, einschließlich 500.000 Menschen, die abhängig von synthetischen Drogen sind, welche aus Europa importiert werden.
Auch der Chef der Kampagne „Drogenfreie Städte", Yevgeni Royzman, fasste die Situation in ähnliche Worte. Russland befinde sich in einer „Narko-Katastrophe". „Wir sind weltweit an erster Stelle beim Heroinkonsum, an erster Stelle bei der Anzahl von Drogenabhängigen überhaupt und natürlich an erster Stelle bei der Anzahl von Drogentoten unter Jugendlichen. Das sind klare Anzeichen dafür, daß wir eine Narko-Katastrophe durchleben. Alle Maßnahmen, die uns helfen aus dieser Situation zu kommen, sind sehr zu begrüßen." Roytman rief dazu auf, die Einreisevorschriften aus Tadschikistan und Kirgistan zu verschärfen, und verlangte lebenslange Haftstrafen für Drogendealer und vorgeschriebene Behandlungen für Drogenabhängige.
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