Stehen britische Söldner hinter den Gewaltakten in Simbabwe?
25. Juni 2008 • 04:05 Uhr

Ein Sprecher afrikanischer Militär- und Geheimdienstkreise berichtete der Nachrichtenagentur EIRNS, daß die Brutalität und professionelle Art der Tötungen und Gewalttaten im Vorfeld der simbabwischen Stichwahl am 27. Juni genau den Methoden der britischen Spezialeinheiten bei der Niederschlagung von Aufständen während Zimbabwes Unabhängigkeitskampfes gleiche. Diese Truppen, als Selous Scouts bekannt, sind eine modernere Version der von den Briten bereits in Kenia und Malaya (heute Malaysia) eingesetzten Einheiten, die in beiden Ländern die Unabhängigkeitsbestrebungen vernichten sollte.

Die Gewalttaten und Morde der letzten Wochen richteten sich vor allem gegen Mitglieder der Oppositionspartei MDC. Diese beschuldigt nun die Regierung, hinter den Aktionen zu stehen. Und die anglo-holländisch-kontrollierte Presse schreit sofort Zeter und Mordio: die Regierung setze Gewalt ein, um die Wahlen zu beeinflussen. So wird das Land ins Chaos gestürzt und ein Klima für einen Staatsstreich geschaffen. Das Opfer ist die Bevölkerung Zimbabwes, Regierungspartei und Opposition eingeschlossen. Die einzigen Gewinner sind die internationalen Rohstoffkartelle, die einen billigen Zugriff auf die Reichtümer Afrikas erzwingen wollen.

Britisch ausgebildete SAS-Spezialeinheiten sind immer noch in Afrika aktiv. In den 90er Jahren dokumentierte EIRNS, daß diese Truppen aus den riesigen Wildreservaten heraus operieren. Die Reservate, quasi exterritoriale Gebiete, wurden von den Briten unter dem Vorwand des Schutzes vor Wilderern eingerichtet und sie sind nur eingeschränkt zugänglich.

Beobachter aus dem Militär erklären ihren Verdacht, daß solche Einheiten in der jetzigen Stichwahl in Zimbabwe eingesetzt werden, mit Verweis auf die letzte Phase des Unabhängigkeitskampfes in Rhodesien in den 70ern, in der die Selous Scouts eine führende Rolle spielten. Die gefürchteten Truppen bekamen ihren Namen von Frederick C. Selous, einem Jäger und Abenteurer, der eng mit dem berüchtigten Imperialisten und Rassisten Cecil Rhodes befreundet war.

Die Selous Scouts wurden in den frühen siebziger Jahren von Ronald Reid-Daly gegründet, einem gebürtigen Rhodesier und ehemaligen Mitglied der britischen Spezialeinheit SAS, der auch in Malaya gekämpft hatte.

Die Aufgabe der Selous Scouts war die Infiltration der Befreiungsbewegungen im damaligen Rhodesien und den benachbarten Ländern. Um dies möglichst unauffällig zu tun, war die große Mehrheit ihrer Mitglieder (80%) afrikanischer Herkunft. Diejenigen, die sich freiwillig für die Truppe meldeten, wurden eines so harten Auswahlverfahrens unterzogen, daß nur 15 % von ihnen durchhielten. Reid-Dalys Herangehensweise war es, den Willen eines Rekruten zu brechen, um ihn dann von Grund auf für die Anforderungen der Selous Scouts zurechtzubiegen.

Um als "Freiheitskämpfer" durchzugehen, trugen sie Uniformen des Warschauer Paktes. So spürten sie Mitglieder der wirklichen Unabhängigkeitsbewegungen und ihre Unterstützer auf und waren Berichten zufolge für 68 % der im Unabhängigkeitskrieg getöteten Freiheitskämpfer verantwortlich, obwohl ihre Truppenstärke bei nur 700 - 1.000 Kämpfern lag.

So sieht eine typische "Menschenrechtskampagne" des British Empires aus.