"Ein Wahnsinn, den die Banken nicht durchhalten können"
19. Dezember 2008 • 17:09 Uhr

Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera berichtete
in ihrer Ausgabe vom 18. Dezember von Lyndon LaRouches Pressekonferenz im Straßburger
Europaparlament.

Der Guru, der den Zusammenbruch der Finanzspekulation
vorhersagte

LaRouches Botschaft: Zurück zu festen Wechselkursen

Straßburg -- „Ein Wahnsinn, den die Banken nicht durchhalten
können". Dies ist der Kommentar von Lyndon LaRouche, dem Guru-Politiker, zur
Entscheidung der Federal Reserve, die Zinsrate auf Null zu senken. Seit den
Neunziger Jahren hatte LaRouche von einem drohenden Krach der Finanzspekulation
und der Notwendigkeit eines neuen Bretton Woods gesprochen.

LaRouche, der sich in den USA wiederholt als Außenseiter bei
den Vorwahlen der Demokraten für die Präsidenschaftsnominierung bewarb, kam mit
Wirtschaftsminister Giulio Tremonti in Kontakt, welcher sagte, er verfolge
LaRouches wirtschaftspolitische Schriften gegen gleichermaßen  Freihandel wie Marxismus sehr aufmerksam. Der Sechsundachtzigjährige ohne akademischen Titel in Wirtschaft, sprach gestern
auf gemeinsame Einladung der Fraktionsvorsitzenden von Lega Nord, Mario
Borghezio, Alleanza Nationale, Cristiana Muscardini, und Forza Italia, Stefano
Zappala.

„Das gegenwärtige Finanzsystem ist hoffnungslos bankrott"
betonte LaRouche. Der Grund sei ein unbezahlbarer Schuldenberg und jetzt
könnten nur noch Nationalstaaten kurz- und langfristigen Kredit garantieren.
Der Vordenker einer internationalen Bewegung will nur den Teil des
Bankensystems retten, der mit Kredit an Firmen und Bürger zutun hat.
Spekulative Aktivitäten könnten ruhig untergehen. LaRouche denkt, daß eine
Rückkehr zu einem System fester Wechselkurse essentiell sei und tritt für
Großinvestitionen in Projekte der Infrastruktur in Asien, Rußland, Europa,
Afrika und den USA ein.

LaRouche gebrauchte starke Worte gegen Superspekulant George
Soros, wegen dessen Einfluß auf viele Regierungen und machte den ehemaligen
Gouverneur der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, Alan Greenspan, für
die „lockere Kreditvergabe", die zur Subprime Hypothekenblase führte, verantwortlich.
Er plädiert auch für einen Schlag gegen die Spekulation mit Drogengeldern aus
Südamerika und Asien. „Opium, das für 600 Dollar in Afghanistan eingekauft
wird, bringt den Drogenhändlern 6 Millionen Dollar."

In den Neunziger Jahren wurde LaRouche wegen Finanzvergehen
seiner Bewegung eingesperrt. Der Demokratische Präsident Bill Clinton sorgte für
seine Freilassung.

Heute zählt er auf den neuen Präsidenten Obama. „Die Bush-Administration kann bis zum 20.
Januar noch großes Unheil anrichten", sagte LaRouche, aber Obama habe gesunde
Prinzipien und könnte die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Mit Tremonti
teile er eine Reihe von Ansichten, es gebe aber auch Differenzen. Der
wichtigste Unterschied bestünde in den divergierenden Ansichten über die
historischen Wurzeln der staatlichen Verantwortlichkeit in der Volkswirtschaft.
Tremonti orientiere sich eher an dem britischen Ökonomen John Maynard Keynes,
während er, LaRouche, sich auf die Tradition des ersten amerikanischen
Finanzministers, Alexander Hamilton, stütze.

(Der Artikel enthält einige Ungenauigkeiten. Zum Vergleich lesen Sie die Straßburger Rede im Wortlaut. Sie steht in den nächsten Tagen zur Verfügung)

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  • [url:"http://news.eirna.com/112187/pressestimme---radiocor-news-krise-larouche-die-entscheidung-der-fed-ist-verrueckt-wir-riskieren-ein-japanisches-desaster] Radiocor (Il sole 24 ore)