- Das folgende ist ein Beitrag der LaRouche-Jugendbewegung (LYM)-
Derzeit denken alle an die Wirtschaftskrise. Dennoch wird man, wenn man dem Problem auf den Grund geht,  zuerst von einer Lawine an Ereignissen auf den Finanzmärkten überschwemmt. Offengesagt ist diese Berichterstattung nichts als eine Art Gehirnwäsche. Wenn der wirkliche Begriff von Wirtschaft immer wieder mit dem als "Finanzmarkt" bekannten Casinomärchen in Verbindung gebracht wird, hat das zur Folge, daß jeder, der nicht in echter physikalischer Wissenschaft gebildet ist, gründlich verwirrt ist. Diese einfache Tatsache könnte erklären, warum es Tausende von Harvard-Ökonomen nicht schaffen, eine vernünftige Lösung für das sich verschlimmernde Schlamassel vorzulegen.
Eine neueren Umfrage der Associated Press (AP) zufolge wird behauptet, 53% der US-Amerikaner glaubten daran, daß sich in den nächsten drei Monaten die Wirtschaft verbessern und die Börsenwerte steigen würden. Die Autoren sind zwar selber skeptisch, ob so viele Amerikaner dies immer noch glauben. Nichtsdestotrotz legt diese allgegenwärtige Gleichsetzung von Wirtschaft mit Finanzmärkten ein erschreckendes Unwissen über Wirtschaft an den Tag. Und einen mystischen Glauben an "den Markt".
Der Grund für eine solch weit verbreitete Inkompetenz in Sachen Wirtschaft liegt in einem mangelnden Verständnis echter Wissenschaft. In seinem Aufsatz „Trade Without Currencies“ hat der Ökonom Lyndon LaRouche klar erkenntlich gemacht, daß es kein einfaches Verhältnis zwischen wirtschaftlichem und finanziellem Wert gibt.
In diesem Aufsatz schrieb LaRouche:
„Tatsache ist, daß im Gegensatz zu jenem Aberglauben, der von akademischen Mystikern unter den leichtgläubigen Studenten der Universitäten von Harvard und Chicago verbreitet wird, Preise und andere festgesetzte Wert des wirtschaftlichen Alltags keinen näheren Zusammenhang mit der Realität,haben, als einer gewissen Annäherung zu dienen. Der mystische „richtige Preis“ besteht nur im Geiste fehlgeleiter Menschen. Im Gegensatz zu Behauptungen von Utilitariern wie Jeremy Bentham gibt es keine asymptotischen Preise, denen sich Warenwerte im 'freien Fall' annähern. In wirklichen Wirtschaftsprozessen gibt es keine Zufallszahlen; nur die bekannten Scharlatane lehren dieses Dogma.“
Wissen, oder nicht wissen
Damit man das Prinzip bei dieser Sache begreifen lernt, sollte man herausfinden, was der menschliche Geist wissen und was er nicht wissen kann.
Dazu ein Beispiel: Man zeichne einen Kreis und dessen Durchmesser (dessen Hälfte bekanntermaßen der Radius ist). Dann setze man einen Zirkel an einem beliebigen Punkt auf dem Kreis an und trage den Radius bis zu einem anderen Punkt des Kreisumfangs ab. Man wiederhole diese Kreisbewegung von dem neu geschaffenen Punkt aus und verfahre so um dem gesamten Kreisumfang weiter. Auf diese Weise wird man ein Sechseck erzeugt haben, dessen Seiten gleich lang sind wie der Radius des Kreises. Dies können wir recht leicht wissen.
Wir können nun ein Zwölfeck erzeugen, indem wir die Anzahl der Seiten des Sechsecks verdoppeln und dann uns damit beschäftigen, was wir über dieses Vieleck wissen. Man teile eine Seite AH des Sechsecks bei O und ziehe eine Gerade vom Mittelpunkt C des Kreises bis zum Umfang bei L. Von L aus ziehe man eine Gerade bis H. Die Gerade LH ist die Seitenlänge des Zwölfecks (auch Dodekagon genannt). Was ist nun diese Länge? Denken Sie mal nach. Wissen Sie’s? Das ist nicht ganz so einfach wie beim Sechseck.
An diesem Punkt könnte jemand, der mit der algebraischen Formel vertraut ist, seinen Taschenrechner rausholen, die Zahlen durchrattern lassen und so völlig der Tätigkeit ausweichen, selber etwas herauszufinden. Wir wollen jedoch philosophischer vorgehen und genau suchen, was wir wirklich über diese Seitenlänge wissen.
Der Radius CL sei = 2. Dann sei die Seitenlänge des Sechsecks auch = 2 und so die Hälfte davon 1 = die Länge OH. Mit dem Satz des Pythagoras lässt sich die Länge von OC finden, indem man die Quadrate vergleicht, die aus den Seiten des Dreiecks OCH entstehen. 22 – 12 = OC2. Dadurch ist OC2 = 3, also OC = √3.
Was ist denn diese Zahl wirklich? Man nennt sie eine 'irrationale Zahl', da sie, wie die meisten Dinge, nicht für sich allein begreifbar ist. Wir können dennoch sehen, daß sie die Seite der Quadratfläche 3 ist. Dies ist leicht zu begreifen; die Wurzel jedoch nicht. Man könnte versuchen, √3 in einem Taschenrechner einzugeben, würde dafür aber bloß eine Annäherung erhalten. Das Ergebnis mag sehr nah dran sein, aber der Taschenrechner versteht nicht, was er tut. Der menschliche Geist begreift die Wurzel, indem er das Verhältnis zum Quadrat der Wurzel kennt.
Frisch voran! Der Rest der Geraden LC, also LO, kann durch Abzug der neu gefundenen Länge OC vom Radius CL gefunden werden. So ist LO = 2 - √3. Hier finden wir zwei Arten von Zahlen vor. Dies nennt man Apotom. Auch wenn dies von einer unmittelbaren Wissbarkeit etwas entfernt ist, so ist es dennoch wissbar. Aus diesem Grund können wir dieselben Mittel anwenden, um die Seitenlänge des Zwölfecks LH herauszufinden, die wir zum Ermitteln der Länge OC eingesetzt hatten.
LH2 = OH2 + LO2, also LH2 = 12 + (2-√3)2. Wenn man seine Algebrakenntnisse wieder auffrischt, wird man erkennen, daß LH2 = 8 – 4√3. So haben wir also die Seitenlänge unseres Zwölfecks gefunden: LH= √(8 – 4√3). Aber was finden wir in dieser Länge vor? Die Wurzel aus Wurzel 3? Welch seltsame Zahl! Wie können wir vorgehen, um sie zu verstehen? Dies ist nur möglich, indem wir alle Schritte nachvollziehen, die zu ihre Erkenntnis notwendig waren: vom Durchmesser zum Radius, vom Radius zu den Quadraten, durch das Apotom, hin zu den Quadraten des Apotoms. Es bedarf also 5 Graden der Wissbarkeit vom einfachen Begriff des Durchmessers weg, um die Seitenlänge zu erfassen.
Aber diese Herangehensweise ist viel zu algebraisch. Der Geist kann die Bedeutung dieser Längen besser begreifen, nachdem die Flächen untersucht werden (siehe zweite Animation oben). Wenn man das Dreieck betrachtet, das aus der Seitenlänge und Sehne HP des Zwölfecks entsteht, kann man leicht sehen, daß das aus LH und HP hervorgehende Rechteck ¼ des Quadrats vom Durchmesser ist. Demnach ist erkennbar, daß die Quadrate der Seiten LH und HP gleich dem Quadrat des Durchmessers sind (d.h. den gleichen Gesamtflächeninhalt haben)! Die Animation oben dürfte die Untersuchung erleichtern.
Das Gekrümmte und das Gerade
Auf dem Hintergrund dieses Beispiels, wie der Geist des Menschen durch vergleichende Verhältnisse zu Wissen gelangt, stelle man sich die Frage: was ist das Verhältnis des Kreises zum Radius? Es ist recht offensichtlich, daß man nicht einfach ein Vieleck mit beliebig viele Seiten erzeugen könnte, so daß es ein Kreis würde. Selbst ein Vieleck mit 500 Milliarden Seiten könnte dem Kreis nur annähernd gleichkommen; auch wenn der Unterschied nicht mehr wahrnehmbar wird. Wir müssen eine andere Methode zur Untersuchung dessen anwenden, da wir es mit verschiedenen Sorten (oder Qualitäten) des physikalischen Raumes zu tun haben.
Wenn der Halbmesser des Kreises = 1 ist, so beträgt die Länge des Umfangs eine Zahl mit unendlich vielen Dezimalstellen (Stellen nach dem Komma); 3,141592... Wir können den genauen Wert des Umfangs niemals vom Wert des Halbmessers ableiten. Dennoch kann man nach weiterer Betrachtung von dem Kreis, indem man ihn in der Hälfte faltet (da das Falten eine Kreisbewegung ist), eine Gerade erzeugen: den Durchmesser.
Leistet der Gehirnwäsche der Universitäten Widerstand, denkt nicht an Zahlen! Lasst den Taschenrechner liegen! Nur durch Begriffe des physikalischen Prozesses ist der menschliche Geist in der Lage zu erkennen, was er über das Verhältnis zwischen Kreis und Durchmesser wissen kann und was nicht. Denken Sie über die physikalische Wirkung nach, die stattfand. Und falls Sie Schwierigkeiten dabei haben, ist es höchst empfehlenswert, mit einem Papierkreis das Experiment selber durchzuführen – es macht sogar Spass!
Das Transzendentale und das darin Enthaltene
Daß die Kreisbewegung in der physikalischen Wirklichkeit von transzendentaler Natur ist, wird nach etwas Untersuchung selbst-evident. Bei allen Maschinen kommt irgendeine Form von Kreisbewegung zu Einsatz, wie beim Auto oder Kreissäge. Man könnte aus Spaß versuchen, eine Säge herzustellen, die keinerlei Kreisbewegung bedarf. Selbst eine Handsäge benötigt die Kreisbewegung der Schulter und des Ellbogens.
In der Geometrie braucht man nur den Kreis herzunehmen und ihn in die Hälfte falten, um eine Gerade zu erzeugen – in diesem Fall ist es der Durchmesser. Aber man kann mit einer Geraden keine gekrümmte Linie oder Kreis konstruieren. Es gibt also zwischen eine gekrümmten Linie und eine Gerade ein Verhältnis, nicht als Proportion, sondern als qualitative Hierarchie. Der Kreis ist transzendental (von höherem Grad) als die darin enthaltene Gerade. Wir werden nun erneut betrachten, was wir gemacht haben.
Jeder Philosophiestudent muss irgendwann dem Paradox begegnet sein, daß eine nicht greifbare Idee greifbare Effekte im materiellen Bereich bewirkt. Wie verhalten sich Idee und Auswirkung? Sind Kreis und Gerade wirklich das Wichtige bei unseren Untersuchungen gewesen? Nicht wirklich. Sie sind nur Objekte. Eine Ebene höher sieht man, daß sie eigentlich in einer einzelnen Idee bestehen, die in verschiedenen mathematischen Konzepten ihren Ausdruck finden.
Physikalisch-wirtschaftliche Prozesse und das darin Enthaltene
Die wichtigste physikalische Tätigkeit dieser Wirtschaftslektion ist die transzendentale Tätigkeit des menschlichen Geistes, die Ungereimtheiten der Natur zu lösen und universelle physikalische Prinzipien zu entdecken. Die Vermittlung dieser Entdeckungen findet ihren sichtbarsten Ausdruck bei der physischen Produktion von Infrastruktur, Industrie und Landwirtschaft. Dies führt wiederum zur Veränderung im Verhalten der Gesellschaft, wodurch ein Anstieg des physisch-produktiven Ausstoßes jener gesamten Gesellschaft erfolgt. Das ist Wirtschaft. (Zur Klärung nennt man sie auch physikalische Wirtschaft).
Der produktive Ausstoß dieses Prozesses ist jedoch nicht der Prozess selbst. Ein Kernkraftwerk und dessen Arbeitsprozesse sind zum Beispiel Folge der geistigen Tätigkeit von Wissenschaftlern, Ingeneuren, Maschinenbauer, Bauarbeiter, usw. Deswegen erhält das Kraftwerk seinen Wert allein als Erzeugnis menschlicher Kreativität und stellt an und für sich keinen Wert dar.
So müssen wir auch das Verhältnis der Wirtschaft (das Transzendentale) zu finanziellen Werten (das darin Enthaltene) betrachten. Die Realwirtschaft könnte NIEMALS ein Gelderzeugnis sein. Nur eine physikalische Wirtschaft kann die Bedingungen für ein stabiles System von Banken und Finanzen setzen.
Folgende Fragen ergeben sich aus dieser Klarstellung: wie könnte ein Rettungspaket überhaupt funtionieren? Was gilt es zu retten? Wieviele Rettungspakete haben auch nur einen menschlichen Geist entwickelt? Mit wievielen "Bullen"märkten wurde ein Menschen zum Mond geschickt? Wieviele Investmentfirmen haben souveräne Republiken geschaffen? Der beste und einfachste Weg, um zu einem Verständnis einer funktionierenden Realwirtschaft zu gelangen, ist, das Beispiel der "New Deal- Politik" von Präsident Franklin Roosevelts nachzuvollziehen. Indem er sich auf die physische Produktionen der Wirtschaft konzentrierte und nicht auf dem unwichtigen Dow Jones Industrial Average achtete, konnte Roosevelt einen Anstieg an Entdeckungen von kreativen Menschen fördern. Dies rettete die USA nicht nur vor dem wirtschaftlichen Ruin, sondern auch vor der von Interessen aus Großbritannien und der Wall Street beförderten Nazi Partei.
Die heutige Bedrohungen sind ähnlicher Art. Aus diesem Grund müssen die Nationen eine neue Bretton Woods-Konferenz einberufen, um ein System fester Wechselkurse zu errichten und Verträge miteinander einzugehen, aus denen Langzeitkredite für Infrastrukturprojekte, sowie landwirtschaftliche und industrielle Entwicklung hervorgehen. Nicht kleine Schritte, sondern wie beim Apollo-Programm muss dies ein von Wissenschaft angetriebenes Crashprogramm sein.
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