Wie könnte die Rückkehr zur DM funktionieren?
25. Mai 2010 • 15:20 Uhr

Während sich führende Politiker und Medienvertreter krampfhaft bemühen, den Euro gesundzubeten, ist die Diskussion über die Rückkehr zu nationalen Währungen in Europa nicht zu stoppen. Verschiedene Wirtschaftsbriefe und Tageszeitungen zitieren dieser Tage den Forschungsdirektor beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Ansgar Belke:

„Rechtlich ist ein freiwilliger Ausstieg aus der Währungsunion möglich". Zunächst müßte die Mark wieder als Buchgeld eingeführt werden, zum Beispiel gäbe es für ein Jahr einen eingefrorenen Wechselkurs. Der Euro wäre in dieser Zeit weiterhin das offizielle Zahlungsmittel. Während dieser Phase könnten neue Scheine und Münzen gedruckt und geprägt werden, die nach Ablauf des Jahres auf den Markt geworfen würden. Im Zuge der Ausgabe der D-Mark würde das Euro-Bargeld abgeschafft, es wäre dann eine reine Buchwährung. Schließlich würde der feste Wechselkurs zwischen beiden Währungen aufgehoben, und die Deutsche Mark wäre wieder unabhängig. Belke selbst hält einen Ausstieg der Deutschen aus der Eurozone jedoch nicht für sinnvoll.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch interessant was Christof Wilms von der deutschen Reisebank sagt. Aus Angst vor Hyperinflation oder wenigstens Inflation würden viele Deutsche derzeit ihre Euros in großem Ausmaß in harte Währungen von Nicht-Euro-Ländern, wie der Schweiz, Norwegen und Schweden, wechseln. "Die Kunden tauschen ihre Euros momentan in alle Währungen, die ihnen sicherer vorkommen als der Euro. Auch der Dollar erfährt eine gesteigerte Nachfrage."

Was allerdings in all diesen Veröffentlichungen verschwiegen wird, ist die Tatsache, daß es in der gegenwärtigen Zusammenbruchskrise keinen wirklich sicheren Hafenplatz fürs Ersparte gibt. Nur die umfassende Reform des Weltfinanzsystems, die Rückkehr zu festen Wechselkursen und Errichtung des Trennbankensystem (Glass-Steagall-Standard) und der damit einhergehende Wiederaufbau der Realwirtschaft kann uns vor dem Schlimmsten bewahren. Wenn Sie ihr Erspartes retten wollen, investieren Sie einen Teil davon in den politischen Kampf der BüSo.

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