Atomhysterie - nein danke!
26. März 2011 •

Dr. Armin Azima ist Mitglied des Landesvorstands der BüSo Hamburg. Er verfaßte den folgenden Beitrag zur neuerlich ausgebrochenen Diskussion um die Kernkraft in Deutschland:

Zur Zeit schimpft jeder auf die Kernkraft, weil niemand mehr bereit ist, selbst das kleinste bisschen an Restrisiko zu akzeptieren. Dabei sollte die Problematik in Japan uns eigentlich dazu bringen, in vernünftiger Weise zu diskutieren: statt abschalten, weiter forschen.

Zur Zeit werden viele 10 Mrd Euro an Subventionen für den Umbau in erneuerbare Energien pro Jahr ver(sch)wendet. Würde man dieses Geld in neue Forschungsreaktoren investieren, die inhärent sicher sind, dann könnte man damit die heutigen technischen Kernkraftprobleme auch technisch lösen und nicht politisch.

Denn letztlich ist der Traum der Kernkraft der, eine unerschöpfliche, saubere und sichere Energiequelle für die Zukunft zu haben, die billig ist. Und dieses Versprechen gibt uns insbesondere die Kernfusionstechnologie bis heute nach wie vor. Aber leider wird nicht mehr geforscht, d.h. es wird kontinuierlich weniger Geld für diese Forschung ausgegeben, bzw. viel zu wenig, um die technologischen Herausforderung der Kernkraft zu lösen. Wie kann man also auf der einen Seite sagen, die Kernenergie ist nicht kontrollierbar, und auf der anderen Seite nur wenig bis gar keine Forschungsgelder für diese Schlüsseltechnologie bereit stellen? Dies ist Volksverdummung.

Es gibt drei Probleme, die man heute mit Kernkraft verbindet:

- Kernschmelze/Super-Gau.
Die Lösung: Fusionsreaktor, der einfach ausgeht, wenn etwas schief läuft, oder der inhärent sichere Hochdruck-Kugelelement-Reaktor, der einfach von allein abkühlen kann, wenn der Kühlkreislauf ausfällt.

- Radioaktiver Abfall.
Die Lösung: Die Rückstände eines AKWs sind kein Abfall, sondern zerfallende Isotope eines Elements. Elemente können allerdings mittels Transmutation (Experimente laufen in der Schweiz und in China) in andere, nicht strahlende Elemente umgewandelt bzw. sogar recycelt  werden („erbrütet", z.B. mit dem Schneller Brüter in Kalka), weshalb eine Endlagerung nicht nötig wäre.

- Brennstoffknappheit.
Die Lösung: Thorium-Reaktoren, Recylcing oder Fusion.
Fusion ist technologisch schwer, aber nicht unmöglich. Wir müssen nur das Geld hierfür bereit stellen, denn Grundlagenforschung ist eine Sache des Staates.

Und schließlich sollte sich jeder einmal klarmachen, daß regenerative Energie letztlich Solarenergie ist, die nur sehr „verdünnt" bei uns ankommt und auf großen Flächen (Solar, Windkraft, Biomasse) eingesammelt und verteilt werden muß. Dies ist möglich, aber aufwendig, und wird letztlich viel teurer sein, als lokal dort Energie, und zwar effizient, auf kleinem Raum und wenig Personal zu produzieren, wo diese benötigt wird.





AKTUELLES ZUM THEMA

VIDEOS ZUM THEMA

EMPFEHLUNGEN