Die Jugend braucht eine Aufgabe
12. Februar 2011 •

Eugenia Fix, Kandidatin der Bürgerrechtsbewegung Solidarität im Wahlkreis Stuttgart III bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, sprach beim Landesparteitag der BüSo Berlin über den Zweck ihres Wahlkampfs.

Hallo. Mein Name ist Eugenia Fix, und ich trete jetzt an in Stuttgart als Kandidatin für den dritten Wahlkreis. Das ist natürlich auch Teil der ganzen nationalen Kampagne, die wir jetzt in Deutschland auch mit der Bürgermeisterkampagne in Berlin haben, und es ist natürlich nicht nur eine nationale Kampagne, sondern das ist eine Mobilisierung, die wir in der ganzen Welt machen.

Das Ziel, warum wir das machen, ist wirklich, der Jugend, vor allem in Deutschland aber auch der ganzen übrigen Welt, jetzt wieder eine ganz andere Zukunft zu geben. Denn was in den ganzen letzten Jahren passiert ist, die letzten 40 Jahre, sagen wir mal, da haben wir eigentlich von den bestehenden Kapzitäten gezehrt. Wir haben die Kapazitäten aufgebraucht und Profit gemacht, indem Betriebe und Produktionsanlagen geplündert worden sind; man hat schnell Geld gemacht, indem man das ganze Inventar verkauft hat, die qualifizierten Arbeiter entlassen hat. Aber das sind die Reserven gewesen, die von anderen Generationen, vor allem unter dem Wirtschaftswunder, aufgebaut worden sind, und diese Reserven sind jetzt weg.

Heute haben wir die Situation, daß wir wirklich einen großen Teil der Menschheit überhaupt nicht mehr ernähren können, und was eigentlich noch gravierender ist, ist, daß auch die Jugend heute größtenteils kein Verständnis dafür hat, wie man jetzt den Lebensstandard der Bevölkerung heben kann, wie man die bestehende Bevölkerung versorgen kann, und wie sie vor allem selbst dazu beitragen können. Viele wollen ja gerne Popstar werden oder Model, aber das ist natürlich nicht, wie wir die Krise lösen.

Und das ist genau das, was jetzt zu tun ist. Jetzt ist der Moment da, wo wir eine Basis wieder neu aufbauen müssen für die heute lebenden Menschen und auch für die nächsten Generationen, daß wir wirklich das Überleben sichern und den Fortschritt.

An erster Stelle stehen dabei wirklich die Nahrungsmittel. Wir sehen das ja mit den ganzen Hungeraufständen - das ist etwas, was die Medien auch verheimlichen: Woher kommen diese ganzen Aufstände? Da ist nicht plötzlich der Revolutionsgeist übergegriffen in die arabischen Länder, sondern das sind Menschen, die an ihrem Existenzminimum leben.

Wir müssen jetzt so schnell wie möglich die Nahrungsmittel verdoppeln, die Produktion - und nicht erst in fünfzig Jahren, wie die UN sich das sehr ehrgeizig vorgenommen hat, sondern jetzt. Und wir müssen auch heute schon darüber nachdenken, was wir jetzt tun müssen, damit wir auch in den nächsten 50 bis 100 Jahren nicht wieder vor dem gleichen Problem stehen, daß uns dann wieder die Nahrungsmittel ausgehen.

Das kann man nur machen mit Großprojekten, wenn wir heute anfangen, die Großprojekte zu bauen, wie Helga das schon erklärt hat, diese großen Wasser-Infrastrukturprojekte, damit wir wirklich diese ganzen fruchtbaren Böden, die heute in der Sahara irgendwo und ausgetrocknet sind, damit wir die wirklich für die Menschheit erschließen und landwirtschaftlich nutzbar machen.

Wir haben das ja gesehen: Das Central Valley in Kalifornien, das war ein Wüstengebiet, und heute findet dort die größte Nahrungsherstellung statt für die USA. Und das ist etwas, was wir auch mit anderen Gebieten machen können.

Die Grünen sprechen ja von Ressourcenknappheit und Rohstoffknappheit, daß uns jetzt alles ausgeht - dann muß man sie wirklich fragen: Warum tun sie denn nichts, damit wir neue Rohstoffquellen erschließen, damit wir neue Ressourcen für den Menschen wirklich nutzbar machen?

Wir wissen z.B., daß die Region in Sibirien ein riesiges Vorratsfaß ist für die nächsten paar Tausend Jahre, und auch die Polarregionen. Und da muß man wirklich mit moderner Infrastruktur hin, und das erschließen. Und das ist unser Sprungbrett. Wenn wir auch Rohstoffe auf dem Mond und auf dem Mars abbauen wollen, wenn wir dort Industrien aufbauen wollen, dann ist eigentlich da der Anfang.

Solche Projekte müssen die Jugendlichen - also die Menschen in meinem Alter - jetzt absorbieren, anstelle dieser verrückten Massenkultur - eigentlich Verwahrlosung, denn Kultur ist das ja nicht, nicht wahr. Damit die jungen Leute wieder einen Sinn bekommen und Teil einer Mission sind, die viel, viel größer ist als ihr eigenes Dasein, daß sie auch noch Früchte bringen, selbst wenn eigentlich schon die nächsten Generationen auf diesem Planeten wandeln, daß dann das eigene Handeln noch etwas für die kommenden Generationen tut.

Man sieht das in Baden-Württemberg, da hat man noch ein ganz gutes Musterbeispiel von einer produktiven Gesellschaft, denn da ist wirklich noch ein großer Teil der Gesellschaft im produzierenden Gewerbe tätig, also im Maschinenbau, Werkzeugmaschinenbau, auch in der Automobilindustrie. Wir sehen: Da gibt es wirklich noch teilweise einen Binnenmarkt.

Das ist wichtig. Vieles wird für den Export produziert, aber wir sehen, daß die Zulieferer, die Leute, die das dann verarbeiten, die Produzenten und auch die Abnehmer - daß die in einem ständigen Dialog sind, wie man wirklich den Produktionsprozeß verbessern kann und auch die Produkte, und wirkliche technologische Revolutionen durchführt.

Man sieht das vor allem in der Landwirtschaft, wo der Landwirt und der Maschinenbauer teilweise noch im gleichen Ort leben und ständig eigentlich „tüfteln", wie man Probleme lösen kann, anstatt daß etwas irgendwo produziert und dann auf die andere Seite der Welt geschifft wird, und man hört nichts mehr davon.

Die treibende Kraft aber ist dort immer noch die Automobilindustrie, vor allem Betriebe wie Daimler-Benz oder Porsche, und diese ganze Kette und Stufen von Zulieferern und Werkzeugmaschinenbauern, das ist ein riesiger Schwanz, der da nach sich gezogen wird. Und das Problem ist: Wir müssen verhindern, daß diese Kapazitäten abhängig sind von der Nachfrage nach Autos.

Wir haben das gesehen in Detroit, was in Detroit passiert ist, wo man die ganzen Kapazitäten kaputtgemacht hat - das war ja nicht nur Autoproduktion. Diese Maschinenbauer, diese Ingenieure hätten alles mögliche herstellen können. Und man hat es eigentlich willentlich kaputtgemacht oder kaputtmachen lassen.

Wir können unsere Kapazitäten heute nicht davon abhängig machen, ob irgendwelche Luxuslimousinen in China gekauft werden oder nicht. Denn vielleicht werden ja nächstes Jahr überhaupt keine mehr gekauft!

Wir müssen von diesen Spezialisten, diesen Erfindern und Mittelständlern, etwas erwarten - die brauchen auch eine Aufgabe für die nächsten 50 bis 100 Jahre, und noch weit darüber hinaus. Und auch dort, wo heute Autos hergestellt werden oder Einzelteile oder das Blech dafür: die können wirklich in den nächsten Jahren anfangen, Transrapid zu produzieren oder Systeme wie CargoCap, oder in die Serienproduktion von Kernkraftwerken gehen oder Kernfusionswerken. Oder auch Weltraumfahrzeugen - warum nicht? Das muß dort jetzt stattfinden. Wir müssen diese Kapazitäten umrüsten.

Und das ist die Zukunftsperspektive, die junge Menschen heute in meinem Alter haben müssen, daß die wieder ihr Recht bekommen, einen Beitrag zu leisten zur Gesellschaft und auch für kommende Generationen.

Und das ist die erste dringende Notmaßnahme - was jetzt eigentlich getan werden muß, ist das Trennbankengesetz, um diesen Kollaps jetzt zu stoppen.

Wir in Deutschland haben die historische Erfahrung gemacht, unter der Kreditanstalt für Wiederaufbau, da haben wir das Prinzip der Kreditschöpfung verstanden, daß man Geld eben nur herausgibt, wenn da ein realer Wert dahintersteckt. Und das ist heute eigentlich das, was keine Partei mehr versteht. Wir von der BüSo sind die einzigen, die sich dafür stark machen, die ein Konzept haben, wie wir jetzt aus der Krise herauskommen.

Und da wollte ich gerne noch einen Appell an Sie starten, daß Sie sich wirklich damit auseinandersetzen, was das bedeutet. Ein Trennbankengesetz, das ist nicht nur irgendein Aufkleber, das ist ein Prinzip, das eigentlich die ganze Gesellschaft, die ganze politische Ebene und die ganze Bevölkerung verstehen muß. Und Sie sollten das wirklich selber studieren und und helfen, überall zu verbreiten. Und deshalb treten wir an, weil wir eben die Hoffnung auf die Zukunft nicht aufgegeben haben. Danke schön.

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